Blattgemüse & Salate
Asia-Salat
Brassica rapa var. japonica
Zeiten für deine Region
Vorschlag: Mittel · Im Lexikon erklärt
DirektsaatAnfang August – Mitte September
ErnteMitte September – Ende November
Praxistipp
Wächst noch, wenn fast alles andere steht — die scharfen Senfnoten werden mit der Kälte milder. Ideal für das leergeräumte Sommerbeet.
Herkunft & Geschichte
Asia-Salate fassen mehrere asiatische Blattkohle zusammen, die meisten davon Formen von Brassica rapa, die in Japan, China und Korea seit Jahrhunderten als Gemüse gezogen werden — Mizuna etwa ist in japanischen Quellen seit der Edo-Zeit belegt. Nach Deutschland kamen sie erst in den 1990er-Jahren, als Saatgutkataloge und die ersten Baby-Leaf-Mischungen sie in die Hausgärten brachten. Botanisch sind sie dieselbe Art wie Speiserübe und Chinakohl, was erklärt, warum sie auf lange Tage genauso reagieren: mit Blüte.
Sorten
Im Handel stehen fertige Mischungen und Einzelsorten nebeneinander. Mizuna hat fein geschlitzte, milde Blätter, Roter Senfkohl („Red Giant“) breite rotviolette und deutlich scharfe, Tatsoi bildet eine flache Rosette aus dunklen Löffelblättern und steht von allen am längsten im Beet. Fast alle Asia-Salate sind samenfest und das Saatgut ist billig — du kannst großzügig säen und alle zwei Wochen nachlegen.
Pflege
Die Augustsaat keimt nur, wenn die Oberfläche gleichmäßig feucht bleibt; bei Hitze hilft es, die Saatrille vor der Aussaat zu wässern und die Reihe bis zum Auflaufen zu schattieren. Dünn säen und auf etwa 10 cm vereinzeln — im dichten Stand bleiben die Pflanzen klein und faulen im nassen Herbst von unten her. Extra gedüngt wird nicht: als Nachkultur auf einem abgeräumten Beet reicht, was die Vorkultur übrig gelassen hat. Wer 4 cm über dem Boden schneidet statt zu roden, erntet zwei bis drei Sätze von denselben Wurzeln.
Was schiefgehen kann
Frühjahrssaaten schießen fast immer — Asia-Salat blüht bei langen Tagen, deshalb beginnt das Saatfenster erst im August. Im warmen Spätsommer sieben Erdflöhe die jungen Blätter durch; ein Kulturschutznetz ab dem Saattag und eine feucht gehaltene Oberfläche halten sie zuverlässig fern. Weil es Kreuzblütler sind, gehören sie in die Kohlfruchtfolge: nicht direkt nach Kohl aufs selbe Beet, sonst hilfst du der Kohlhernie.
Ernte, Lagerung & Küche
Am besten schmecken die Blätter handlang; große, alte Blätter werden zäh und ihre Mittelrippe faserig. Mit der Schere über den ganzen Bestand schneiden, ein gutes Stück über dem Herz, dann treibt er nach. Roh dominiert die Senfnote, kurz in der Pfanne zusammenfallen gelassen oder in die fertige Suppe gerührt wird sie zurückhaltend. Lagern lässt sich nichts davon — geerntet wird portionsweise für den Tag.
Alle Zeiten sind Richtwerte für das jeweilige Klima, keine Garantie. Wetter, Lage und Sorte entscheiden mit.