Fruchtgemüse
Aubergine
Solanum melongena
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VorziehenMitte Februar – Ende März
PflanzenEnde Mai – Anfang Juni
ErnteAnfang August – Anfang Oktober
Praxistipp
Im Freiland nur in wirklich warmen Lagen zuverlässig — im Gewächshaus oder gegen eine Südwand deutlich sicherer.
Herkunft & Geschichte
Die Aubergine stammt aus Indien und Südostasien und kam über arabische Händler ins Mittelmeergebiet, wo sie seit dem Mittelalter angebaut wird. Die in Europa zuerst bekannten Formen waren klein, weiß und eiförmig — daher das englische eggplant und der alte deutsche Name Eierfrucht. In deutschen Küchen ist sie erst mit der mediterranen und türkischen Küche seit den 1960er-Jahren wirklich angekommen.
Sorten
Für deutsche Gärten sind früh reifende Sorten mit kleinen bis mittelgroßen Früchten die richtige Wahl — die schlanken, länglichen Typen werden zuverlässiger fertig als die dicken schwarzen Supermarkt-Ovale. Es gibt auch weiße, gestreifte und hellviolette Sorten; geschmacklich sind die Unterschiede kleiner als optisch. Ältere Sorten tragen mitunter Dornen am Kelch, das steht in der Sortenbeschreibung. Fürs Gewächshaus lohnen sich veredelte Jungpflanzen: Sie wurzeln kräftiger und tragen länger in den Herbst hinein.
Pflege
Wärme ist alles: Gewächshaus, Südwand oder ein Kübel ab etwa 15 Litern, dazu eine dunkle Mulchschicht, die den Boden aufheizt. Binde früh an einen kräftigen Stab — ausgewachsene Früchte wiegen leicht ein halbes Kilo und knicken die Triebe ab. Gieße gleichmäßig und reichlich; trocknet der Ballen aus, wirft die Pflanze Blüten ab und die Früchte bleiben klein und zäh. In unseren Sommern lässt man vier bis sechs Früchte an der Pflanze und kappt Anfang bis Mitte August die Spitze, damit sie auch fertig werden.
Was schiefgehen kann
Blütenfall ist das Hauptärgernis und hat fast immer mit Temperatur zu tun: kalte Nächte unter 15 °C, kalter Boden nach zu frühem Auspflanzen, unter Glas auch Hitzestau. Lieber eine Woche später pflanzen, in kühlen Nächten Vlies auflegen und an heißen Tagen konsequent lüften. Spinnmilben sind der zweite Klassiker im Gewächshaus — feine helle Sprenkel und Gespinste an den Blattunterseiten; sie kommen bei trockener Luft, also gut wässern, die Luftfeuchte hochhalten und die Unterseiten regelmäßig ansehen. Aubergine, Tomate und Paprika sind Nachtschattengewächse mit denselben bodenbürtigen Erregern: gleicher Platz in der Fruchtfolge, frühestens nach drei Jahren wieder aufs selbe Beet.
Ernte, Lagerung & Küche
Erntereif ist eine Aubergine, wenn die Schale hochglänzend ist und der Daumendruck nur langsam zurückfedert; wird die Schale stumpf und die Frucht hart, ist sie überreif, die Kerne färben sich braun und der Geschmack wird bitter. Schneide sie mit der Schere und einem Stück des holzigen Stiels ab. Im Kühlschrank bekommt sie braune Druckstellen — bei 10 bis 12 °C hält sie ungefähr eine Woche, viel länger nicht. Salzen und abtropfen lassen ist bei heutigen Sorten nicht mehr nötig, verringert beim Braten aber, wie viel Öl das Fruchtfleisch aufnimmt.
Häufige Fragen
- Ist die Aubergine mehrjährig?
- In ihrer Heimat ist sie ein ausdauernder Halbstrauch, in unseren Gärten wird sie einjährig gezogen: Sie ist frostempfindlich und übersteht den Winter draußen nicht. Ein Kübelexemplar lässt sich hell und frostfrei durchbringen, trägt im zweiten Jahr aber selten mehr als eine frisch gezogene Pflanze.
- Wie sieht die Blüte der Aubergine aus?
- Violett bis hellblau, nickend, mit einem gelben Staubkegel in der Mitte — ungefähr wie eine große Kartoffelblüte. Sie bestäubt sich selbst; unter Glas hilft es, die blühenden Triebe mittags kurz anzutippen, damit der Pollen rieselt.
- Wann sät man Auberginen aus?
- Von Mitte Februar bis zum 25. März, rund neun Wochen vor dem Auspflanzen; geerntet wird ab August. Ins Beet oder in den Kübel im Freien kommt sie erst ab dem 25. Mai — sie reagiert noch empfindlicher auf kalte Nächte als die Tomate.
- Kann man Auberginen einfrieren?
- Ja, aber nicht roh: in Scheiben angebraten oder im Ofen gegart und portionsweise verpackt bleiben sie brauchbar, roh eingefroren werden sie beim Auftauen wässrig. Am einfachsten grillst du sie im Ganzen und frierst nur das ausgelöste Fruchtfleisch ein.
Alle Zeiten sind Richtwerte für das jeweilige Klima, keine Garantie. Wetter, Lage und Sorte entscheiden mit.