Kohlgewächse
Blumenkohl
Brassica oleracea var. botrytis
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VorziehenAnfang März – Anfang Juni
PflanzenMitte April – Anfang Juli
ErnteMitte Juni – Ende Oktober
Praxistipp
Verzeiht keine Trockenphase — wer einmal vergisst zu gießen, erntet kleine, körnige Köpfe. Ein paar Blätter über die Blume knicken hält sie weiß.
Und in der Küche?
Wochentopf — der Wochenplaner vom selben Betreiber — kennt Alltagsgerichte mit Blumenkohl, mit Rezept, Foto und Einkaufsliste. Kostenlos, ohne Konto.
Gerichte mit Blumenkohl bei Wochentopf(öffnet Wochentopf in einem neuen Tab)Herkunft & Geschichte
Blumenkohl kam über den östlichen Mittelmeerraum nach Europa: italienische Gärtner bezogen ihr Saatgut bis ins 17. Jahrhundert aus Zypern, weshalb er lange schlicht Zypernkohl hieß. Über Frankreich — chou-fleur — erreichte er im 17. und 18. Jahrhundert die deutschen Gärten und galt hier lange als Gemüse der herrschaftlichen Küche. Die „Blume“ ist kein fertiger Blütenstand, sondern ein Bündel gestauchter Blütentriebe; lässt man sie stehen, lockert sie sich auf und geht in gelbe Blüten über.
Sorten
Sorten werden nach Reifegruppe verkauft: frühe für die Frühjahrspflanzung, mittelspäte und späte für die Herbsternte, die mehr Zeit brauchen und kühles Wetter besser vertragen. Viele neuere F1-Sorten sind selbstdeckend — ihre inneren Blätter legen sich von allein über die Blume. Neben Weiß gibt es grüne, violette und orange Typen; Romanesco mit seinen spitzen Türmchen ist der eigenständigste davon und braucht meist etwas länger.
Pflege
Blumenkohl darf im Wachstum nie stocken: kalte Nächte nach dem Pflanzen, ein vertrockneter Ballen, Wurzelverletzungen beim Hacken — jeder Rückschlag wird später als kleine, vorzeitige Blume sichtbar. Deshalb flach hacken, mulchen und in Trockenwochen lieber 15 bis 20 Liter je Quadratmeter auf einmal geben als jeden Tag ein wenig. Er ist ein echter Starkzehrer: reichlich Kompost bei der Pflanzung und eine Nachdüngung, sobald die Pflanze zehn bis zwölf große Blätter hat.
Was schiefgehen kann
Winzige Köpfchen an sonst kräftigen Pflanzen („Knopfbildung“) gehen fast immer auf einen Kälteschock kurz nach dem Auspflanzen oder auf zu lange im Topf gestandene Jungpflanzen zurück — dann lieber später pflanzen und anfangs ein Vlies auflegen. Braune, hohle Stellen im Strunk und ein bitterer Geschmack deuten auf Bormangel auf leichten, stark gekalkten Böden; Kompost und ein maßvoller Umgang mit Kalk beugen vor. Und wie bei allen Kohlarten gilt die vierjährige Anbaupause, sonst holt man sich die Kohlhernie ins Beet.
Ernte, Lagerung & Küche
Geerntet wird, sobald die Blume fest geschlossen ist und bevor sich die einzelnen Röschen sichtbar voneinander lösen — bei warmem Wetter liegen dazwischen nur wenige Tage. Mit einem Kranz Blätter schneiden, das schützt sie auf dem Weg in die Küche. Frisch hält Blumenkohl nur wenige Tage; kommt ein ganzer Schwung auf einmal, wird er blanchiert und eingefroren. Die zarten inneren Blätter und der geschälte Strunk sind gutes Gemüse und müssen nicht auf den Kompost.
Häufige Fragen
- Warum schießt mein Blumenkohl und bildet Blüten?
- Meist wurde zu spät geerntet: Die Blume ist ein noch geschlossener Blütenstand, und sobald sie sich in gelbe Einzelblüten auflöst, ist der Punkt überschritten — Hitze und Trockenheit beschleunigen das. Essbar bleibt sie, schmeckt aber strenger und zerfällt beim Kochen.
- Wie lange dauert es vom Pflanzen bis zur Ernte?
- Etwa acht bis zwölf Wochen, späte Herbstsorten brauchen länger. Insgesamt reicht die Erntezeit vom 20. Juni bis Ende Oktober. Wer nicht alles auf einmal ernten will, sät bis zum 10. Juni in Sätzen im Abstand von zwei bis drei Wochen.
- Ist Blumenkohl winterhart?
- Nein. Er verträgt leichte Nachtfröste, ein richtiger Winter beendet die Kultur — deshalb endet die Ernte Ende Oktober. Herbstköpfe schützt man in Frostnächten mit einem Vlies; angefrorene Blumen bekommen glasige Stellen und halten sich nicht.
- Kann man Blumenkohl im Hochbeet oder im Topf anbauen?
- Im Hochbeet ja, im Topf nur mit Mühe. Eine Pflanze braucht 50 cm Abstand und dauerhaft gleichmäßig feuchte Erde, und genau das schafft ein Gefäß im Hochsommer selten. Rechne mit etwa vier Pflanzen je Quadratmeter Beetfläche.
Alle Zeiten sind Richtwerte für das jeweilige Klima, keine Garantie. Wetter, Lage und Sorte entscheiden mit.