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Kohlgewächse

Blumenkohl

Brassica oleracea var. botrytis

Zeiten für deine Region

Vorschlag: Mittel · Im Lexikon erklärt

Praxistipp

Verzeiht keine Trockenphase — wer einmal vergisst zu gießen, erntet kleine, körnige Köpfe. Ein paar Blätter über die Blume knicken hält sie weiß.

Herkunft & Geschichte

Blumenkohl kam über den östlichen Mittelmeerraum nach Europa: italienische Gärtner bezogen ihr Saatgut bis ins 17. Jahrhundert aus Zypern, weshalb er lange schlicht Zypernkohl hieß. Über Frankreich — chou-fleur — erreichte er im 17. und 18. Jahrhundert die deutschen Gärten und galt hier lange als Gemüse der herrschaftlichen Küche. Die „Blume“ ist kein fertiger Blütenstand, sondern ein Bündel gestauchter Blütentriebe; lässt man sie stehen, lockert sie sich auf und geht in gelbe Blüten über.

Sorten

Sorten werden nach Reifegruppe verkauft: frühe für die Frühjahrspflanzung, mittelspäte und späte für die Herbsternte, die mehr Zeit brauchen und kühles Wetter besser vertragen. Viele neuere F1-Sorten sind selbstdeckend — ihre inneren Blätter legen sich von allein über die Blume. Neben Weiß gibt es grüne, violette und orange Typen; Romanesco mit seinen spitzen Türmchen ist der eigenständigste davon und braucht meist etwas länger.

Pflege

Blumenkohl darf im Wachstum nie stocken: kalte Nächte nach dem Pflanzen, ein vertrockneter Ballen, Wurzelverletzungen beim Hacken — jeder Rückschlag wird später als kleine, vorzeitige Blume sichtbar. Deshalb flach hacken, mulchen und in Trockenwochen lieber 15 bis 20 Liter je Quadratmeter auf einmal geben als jeden Tag ein wenig. Er ist ein echter Starkzehrer: reichlich Kompost bei der Pflanzung und eine Nachdüngung, sobald die Pflanze zehn bis zwölf große Blätter hat.

Was schiefgehen kann

Winzige Köpfchen an sonst kräftigen Pflanzen („Knopfbildung“) gehen fast immer auf einen Kälteschock kurz nach dem Auspflanzen oder auf zu lange im Topf gestandene Jungpflanzen zurück — dann lieber später pflanzen und anfangs ein Vlies auflegen. Braune, hohle Stellen im Strunk und ein bitterer Geschmack deuten auf Bormangel auf leichten, stark gekalkten Böden; Kompost und ein maßvoller Umgang mit Kalk beugen vor. Und wie bei allen Kohlarten gilt die vierjährige Anbaupause, sonst holt man sich die Kohlhernie ins Beet.

Ernte, Lagerung & Küche

Geerntet wird, sobald die Blume fest geschlossen ist und bevor sich die einzelnen Röschen sichtbar voneinander lösen — bei warmem Wetter liegen dazwischen nur wenige Tage. Mit einem Kranz Blätter schneiden, das schützt sie auf dem Weg in die Küche. Frisch hält Blumenkohl nur wenige Tage; kommt ein ganzer Schwung auf einmal, wird er blanchiert und eingefroren. Die zarten inneren Blätter und der geschälte Strunk sind gutes Gemüse und müssen nicht auf den Kompost.

Alle Zeiten sind Richtwerte für das jeweilige Klima, keine Garantie. Wetter, Lage und Sorte entscheiden mit.