Kräuter
Bohnenkraut
Satureja hortensis
Zeiten für deine Region
Vorschlag: Mittel · Im Lexikon erklärt
DirektsaatAnfang Mai – Mitte Juni
ErnteAnfang Juli – Ende September
Praxistipp
Heißt nicht umsonst so — eine Reihe zwischen die Bohnen gesät ist bequem zur Hand, wenn sie gekocht werden.
Herkunft & Geschichte
Bohnenkraut stammt aus dem östlichen Mittelmeerraum und dem Schwarzmeergebiet und kam mit den Römern über die Alpen; Karl der Große ließ es im Capitulare de villis ausdrücklich für die Gärten seiner Landgüter vorschreiben. Der deutsche Name folgt der Küche und nicht der Botanik — im Niederländischen heißt die Pflanze genauso (bonenkruid). Regional ist sie auch als Pfefferkraut bekannt, weil das frische Kraut scharf und pfeffrig schmeckt.
Sorten
Unter dem Namen laufen zwei verschiedene Pflanzen: das einjährige Sommer-Bohnenkraut (Satureja hortensis) mit weichem Laub und mildem, frischem Geschmack — das ist die Art, die im Mai gesät wird — und das ausdauernde Berg- oder Winter-Bohnenkraut (Satureja montana), ein winterharter kleiner Halbstrauch mit härteren, nadelartigen Blättern und deutlich schärferem Aroma. F1-Hybriden gibt es hier nicht, alles Saatgut ist samenfest und lässt sich problemlos selbst ernten. Trotzdem frische Tüten kaufen: die Keimfähigkeit lässt nach zwei bis drei Jahren spürbar nach.
Pflege
Erst säen, wenn der Boden wirklich warm ist — in kalter Erde läuft die Saat langsam und lückenhaft auf. Als Lichtkeimer wird das Saatgut nur angedrückt, nicht bedeckt, und bis zum Auflaufen gleichmäßig feucht gehalten; danach auf etwa 15 cm vereinzeln. Viel braucht die Pflanze nicht: magerer, durchlässiger Boden und sparsames Gießen geben mehr Aroma als jede Düngung, frischer Stallmist oder viel Stickstoff treiben nur weiches, fades Kraut.
Was schiefgehen kann
Der häufigste Ärger sind Schnecken an den zarten Keimlingen — eine ganze Saatreihe kann über Nacht verschwinden. Deshalb die Fläche ringsum offen und trocken halten, erst später mulchen und abends absammeln. Auf schwerem, nassem Boden fault die Pflanze am Wurzelhals weg; ein erhöhtes, sandiges Beet oder ein Topf löst das zuverlässig. Steht der Bestand zu dicht, bleiben die Triebe dünn und die unteren Blätter vergilben — 15 cm Abstand sind wirklich das Minimum.
Ernte, Lagerung & Küche
Am kräftigsten schmeckt es kurz vor und zu Beginn der Blüte; dann ganze Triebe eine Handbreit über dem Boden abschneiden, damit die Pflanze noch einmal austreibt. Getrocknet verliert es kaum Aroma — bündelweise luftig im Schatten aufhängen und erst nach dem Trocknen abrebeln. In der Küche wandern ganze Zweige mit ins Kochwasser von Bohnen, Erbsen und Linsen und werden vor dem Servieren wieder herausgenommen; frisch gehackt passt es außerdem an Gurkensalat und Eingelegtes.
Alle Zeiten sind Richtwerte für das jeweilige Klima, keine Garantie. Wetter, Lage und Sorte entscheiden mit.