Kohlgewächse
Brokkoli
Brassica oleracea var. italica
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VorziehenAnfang März – Mitte Juni
PflanzenEnde April – Mitte Juli
ErnteEnde Juni – Ende Oktober
Praxistipp
Nach dem Hauptkopf treibt die Pflanze Seitentriebe nach — also stehen lassen und weiter ernten, statt sie zu roden.
Und in der Küche?
Wochentopf — der Wochenplaner vom selben Betreiber — kennt Alltagsgerichte mit Brokkoli, mit Rezept, Foto und Einkaufsliste. Kostenlos, ohne Konto.
Gerichte mit Brokkoli bei Wochentopf(öffnet Wochentopf in einem neuen Tab)Herkunft & Geschichte
Brokkoli entstand in Süditalien aus dem Wildkohl der Mittelmeerküsten; sein Name kommt vom italienischen brocco, „Trieb“. In Deutschland war er bis in die Nachkriegszeit kaum bekannt und setzte sich erst ab den 1970er Jahren im Gemüsebeet durch. Was man erntet, ist botanisch ein Blütenstand: hunderte noch geschlossene Knospen, die bei Wärme innerhalb weniger Tage aufgehen.
Sorten
Fast alles, was im Handel liegt, sind F1-Hybriden: Sie bilden sehr gleichmäßige Köpfe, die dann allerdings auch alle in derselben Woche reif werden. Samenfeste Sorten reifen ungleichmäßiger — im Hausgarten oft ein Vorteil — und lassen sich selbst weitervermehren. Neben den Kopfsorten gibt es sprossende Typen (Stängel- oder Sprossenbrokkoli), die von vornherein viele dünne Triebe statt eines großen Kopfes liefern; frühe Sorten sind rund zehn Wochen nach dem Pflanzen erntereif, späte brauchen bis zu vier Monate.
Pflege
Brokkoli ist ein Starkzehrer und braucht ab dem Pflanzen durchgehend Wasser — trocknet er während der Kopfbildung aus, bleibt der Kopf klein und die Knospen werden grob. Eine Kopfdüngung mit Kompost oder Hornspänen etwa vier Wochen nach dem Pflanzen trägt sichtbar. Mulchen hält den Boden gleichmäßig feucht und kühl, was ihm im Hochsommer mehr hilft als jede Düngung; hoch gewachsene Pflanzen häufelt man im Herbst leicht an, damit sie im Wind nicht umkippen.
Was schiefgehen kann
Der häufigste Ärger sind die Raupen des Kohlweißlings, die sich in den Kopf hineinfressen — ein engmaschiges Kulturschutznetz ab dem Pflanztag löst das vollständig, sonst müssen die gelben Eigelege an der Blattunterseite wöchentlich abgestreift werden. Bei Hitze schießt Brokkoli: die Knospen öffnen sich zu gelben Blüten, und der Kopf ist nur noch Grünzeug — im Zweifel lieber zwei Tage zu früh schneiden. Kohlhernie, erkennbar an knolligen Wurzelverdickungen und welkenden Pflanzen trotz feuchtem Boden, hält sich jahrelang im Boden; deshalb frühestens nach vier Jahren wieder Kohl auf dasselbe Beet und befallene Pflanzen samt Wurzel entfernen.
Ernte, Lagerung & Küche
Geschnitten wird, solange die Knospen fest geschlossen und dunkelgrün sind, am besten früh am Morgen; die oberen 10 bis 15 cm des Stiels schneidet man mit ab — geschält ist er genauso zart wie der Kopf. Im Kühlschrank hält Brokkoli nur wenige Tage, einfrieren gelingt dagegen gut: in Röschen teilen, zwei bis drei Minuten blanchieren und sofort in Eiswasser abschrecken. Die jungen Blätter lassen sich wie Blattkohl mitkochen.
Häufige Fragen
- Wann ist Brokkoli in Deutschland erntereif?
- Von Ende Juni bis Ende Oktober, gestaffelt nach Pflanztermin. Gepflanzt wird von Ende April bis Mitte Juli; die Herbstsätze liefern meist die festesten Köpfe, weil die Knospen bei kühlem Wetter langsamer treiben und nicht so schnell aufgehen.
- Ist Brokkoli winterhart?
- Nein. Leichte Herbstfröste übersteht er, einen harten Winter nicht — die Ernte endet daher Ende Oktober. Ein Vlies über den letzten Sätzen bringt oft noch ein bis zwei Wochen; wer den ganzen Winter ernten will, ist mit Grünkohl besser bedient.
- Muss man Brokkoli pikieren?
- Nur, wenn er dicht in einer Schale gesät wurde: Sobald das erste echte Blattpaar da ist, einzeln in Töpfe umsetzen und dabei bis knapp unter die Keimblätter eintiefen. Direkt in Multitopfplatten gesät, entfällt der Schritt komplett.
- Treibt Brokkoli nach dem Hauptkopf noch einmal nach?
- Ja, aus den Blattachseln kommen kleinere Seitentriebe, die sich über vier bis sechs Wochen laufend schneiden lassen. Den Hauptkopf dafür schräg anschneiden, damit auf dem Strunk kein Wasser steht, weiter gießen und einmal mit Kompost nachdüngen.
Alle Zeiten sind Richtwerte für das jeweilige Klima, keine Garantie. Wetter, Lage und Sorte entscheiden mit.