Beerenobst
Brombeere
Rubus fruticosus
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Wird nicht gesät — wurzelnackte Gehölze kommen direkt ins Beet.
Die Erntezeiten gelten für eine eingewachsene Pflanze — die erste Ernte gibt es nach 2 Jahren.
PflanzenMitte Oktober – Ende November
ErnteEnde Juli – Mitte September
Praxistipp
Nimm eine dornenlose Sorte — bei einer Pflanze, die jedes Jahr meterlange Ruten macht, ist das kein Komfort, sondern der Unterschied zwischen Ernten und Kämpfen. Sie trägt auch an einer Ost- oder Nordwand noch ordentlich.
Herkunft & Geschichte
Brombeere ist kein Artname, sondern eine Sammelbezeichnung: Rubus fruticosus fasst mehrere hundert Kleinarten zusammen, die ihre Samen ohne Befruchtung ausbilden und sich deshalb unverändert weitervererben — allein für Deutschland sind über vierhundert beschrieben. Ernsthaft gezüchtet wurde bei uns nie daran, weil sie ohnehin in jeder Hecke stand; die Gartensorten kommen aus Amerika und Schottland. ‚Navaho‘ stammt aus dem Züchtungsprogramm der Universität von Arkansas, ‚Loch Ness‘ vom Scottish Crop Research Institute bei Dundee, und beide kamen erst Ende der 1980er Jahre in den Handel.
Sorten
Die dornenlosen Sorten unterscheiden sich vor allem in Wuchsform und Reifezeit. ‚Navaho‘ wächst aufrecht, bleibt bei gut zwei Metern, trägt kleine, sehr süße Früchte und ist die Wahl für ein knappes Spalier. ‚Loch Ness‘ ist halbaufrecht, hat die größten Beeren und fängt schon Ende Juli an. ‚Chester Thornless‘ rankt am weitesten und braucht die volle Spalierbreite, ist dafür die frosthärteste und reift erst ab Ende August in den September hinein. Kauf zertifizierte Ware aus der Baumschule und grabe keine Wildpflanze aus der Hecke aus.
Pflege
Sie trägt an den Ruten des Vorjahres, und daraus folgt die ganze Arbeit am Spalier: Drähte auf 60, 110 und 160 Zentimeter spannen, die tragenden Ruten zu einer Seite binden und die neuen, die aus dem Boden kommen, zur anderen. So greifst du im Herbst nie ins falsche Holz. Nach der Ernte werden die abgetragenen Ruten bodeneben herausgeschnitten und vier bis sechs kräftige neue stehen gelassen, der Rest kommt weg. In rauen Lagen bindest du die jungen Ruten im November los, legst sie flach auf den Boden und deckst sie mit Laub und Reisig ab.
Was schiefgehen kann
Bleiben im August einzelne Steinfrüchtchen einer Beere rot und hart, während der Rest schwarz wird, sitzt die Brombeergallmilbe in den Knospen. Die Antwort ist Sauberkeit: gründlich durchpflücken, jede halbrote und vergammelte Frucht abnehmen und die abgetragenen Ruten sofort nach der Ernte entfernen, denn dort überwintert sie. Rutensterben zeigt sich als violettbraune Flecken um die Knospen und Ruten, die im Frühjahr abbrechen — dagegen hilft weites Anbinden mit Luft zwischen den Ruten und das bodennahe Herausschneiden. Und halte die Rutenspitzen vom Boden fern, sie wurzeln sonst ein und machen aus dem Spalier ein Dickicht.
Ernte, Lagerung & Küche
Schwarz heißt nicht reif. Eine Brombeere ist erst so weit, wenn sie matt statt glänzend aussieht und sich bei leichtem Zug samt Zapfen löst; glänzend schwarz gepflückt schmeckt sie sauer. Alle zwei bis drei Tage durchgehen und die Früchte flach in die Schale legen, denn übereinandergeschüttet drücken sie sich innerhalb einer Stunde kaputt. Im Kühlschrank halten sie einen Tag, auf dem Blech vorgefroren ein Jahr. Für Gelee lohnt die Flotte Lotte, weil die Kerne sonst stören, und ein Drittel Apfel dazu lässt es zuverlässig fest werden. Ab Ende September wird ohnehin nicht mehr gepflückt: Die letzten Früchte bleiben wässrig und schimmeln schnell.
Alle Zeiten sind Richtwerte für das jeweilige Klima, keine Garantie. Wetter, Lage und Sorte entscheiden mit.