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Fruchtgemüse

Chili

Capsicum annuum

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Praxistipp

Die schärferen Sorten brauchen eine lange Saison — im Februar aussäen und im Topf halten, dann kann die Pflanze im September nach drinnen umziehen.

Und in der Küche?

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Gerichte mit Chili bei Wochentopf(öffnet Wochentopf in einem neuen Tab)

Herkunft & Geschichte

Chilis wurden in Mittel- und Südamerika domestiziert, und zwar gleich fünf Arten unabhängig voneinander; nach Europa kamen sie mit Kolumbus. Von dort trugen portugiesische Handelsschiffe sie innerhalb weniger Jahrzehnte nach Indien, Südostasien und Afrika — die scharfe indische und thailändische Küche, wie wir sie kennen, ist jünger als diese Schiffsreisen. Die Schärfe wird seit 1912 in Scoville-Einheiten angegeben, benannt nach dem US-Amerikaner Wilbur Scoville.

Sorten

Für draußen sind Sorten der Art Capsicum annuum die verlässlichen — Jalapeño, Cayenne, ungarische Wachspaprika — sie reifen in unserer Saison aus. Habanero und Scotch Bonnet gehören zu Capsicum chinense, keimen langsamer und brauchen eine deutlich längere, wärmere Saison, als ein Freilandbeet in Deutschland hergibt; sie gehören ins Gewächshaus oder in den Topf. Der Scoville-Wert auf der Tüte ist eine Spanne, keine Zusage: Ein heißer, trockener Sommer treibt die Schärfe derselben Sorte spürbar nach oben.

Pflege

Ein Topf ab etwa fünf Litern reicht für die meisten Sorten — mehr Volumen bedeutet mehr Wurzeln und mehr Ertrag, aber auch mehr Gewicht beim Umstellen. Die erste Blüte in der ersten Astgabel, die Königsblüte, brichst du aus; die Pflanze verzweigt sich danach stärker und trägt insgesamt mehr. Dünge nicht zu stickstoffbetont, sonst bekommst du eine prächtige grüne Pflanze mit wenigen Früchten. Zum Überwintern schneidet man im Herbst auf ein kurzes Astgerüst zurück, stellt die Pflanze hell bei 10 bis 15 °C auf und gießt nur noch sparsam.

Was schiefgehen kann

Der klassische Fehlschlag beginnt schon im Februar: Sämlinge vergeilen bei Zimmerwärme und wenig Licht zu langen, blassen Stängeln, die nie kräftige Pflanzen werden. Hellster Platz im Haus oder eine Pflanzenleuchte, nach dem Keimen etwas kühler bei etwa 18 °C und rechtzeitiges Pikieren in eigene Töpfe lösen das. Im Winterquartier setzen sich Spinnmilben und Blattläuse in der trockenen Heizungsluft fest — Blattunterseiten wöchentlich kontrollieren, kühl und nicht staubtrocken halten, Befallenes abduschen. Blütenfall in kalten Nächten unter etwa 12 °C ist normal und hört auf, sobald es wärmer wird.

Ernte, Lagerung & Küche

Die Schärfe sitzt nicht in den Kernen, sondern in den weißen Scheidewänden, an denen sie hängen — wer die herauslöst, nimmt der Frucht den größten Teil. Voll ausgefärbt geerntet schmecken Chilis am aromatischsten, und je öfter du pflückst, desto mehr setzt die Pflanze nach. Dünnwandige Sorten wie Cayenne trocknen an einer Schnur an der Luft durch; dickfleischige wie Jalapeño schimmeln dabei und werden besser eingefroren oder eingelegt.

Häufige Fragen

Wann muss man Chili aussäen?
Von Anfang Februar bis zum 20. März. Bei 22 bis 25 °C keimen die Samen in ein bis drei Wochen, im kühlen Zimmer oft gar nicht — die Aussaat gehört also an einen warmen Platz und nicht aufs zugige Fensterbrett. Ausgepflanzt wird ab dem 20. Mai.
Wann kann man Chili ernten?
Von Anfang August bis Mitte Oktober. Grün sind die Schoten bereits verwendbar, bis zur Endfarbe vergehen je nach Sorte noch zwei bis drei Wochen. Vor der ersten Frostnacht wird der Rest abgeräumt.
Sind Chilipflanzen winterhart?
Nein, sie sind frostempfindlich — draußen ist in der ersten Frostnacht Schluss. Botanisch ist Chili ein ausdauernder Halbstrauch, im Garten wird sie bei uns aber einjährig gezogen; nur ein Exemplar im Topf, das vor den kalten Nächten hereinkommt, erlebt ein zweites Jahr.
Werden Chilis schärfer, je länger sie hängen?
Bis zur vollen Ausfärbung ja, danach kaum noch: Die Schärfe baut sich während des Ausreifens auf und bleibt dann ungefähr gleich, während die Frucht nur weicher wird. Die Obergrenze setzt ohnehin die Sorte — aus einer milden Sorte wird auch bei bester Pflege keine scharfe.

Alle Zeiten sind Richtwerte für das jeweilige Klima, keine Garantie. Wetter, Lage und Sorte entscheiden mit.