Hülsenfrüchte
Dicke Bohne
Vicia faba
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DirektsaatMitte Februar – Anfang April
ErnteAnfang Juni – Ende Juli
Praxistipp
Das erste, was ins Beet darf — sobald der Boden bearbeitbar ist. Die Triebspitzen abknipsen, wenn die ersten Hülsen ansetzen, hält die Schwarze Blattlaus in Grenzen.
Herkunft & Geschichte
Die Dicke Bohne ist die einzige Bohne, die Europa schon vor Kolumbus kannte, und war hier lange schlicht „die Bohne“ — angebaut seit der Jungsteinzeit, im Mittelalter Grundnahrungsmittel, später von Kartoffel und amerikanischer Gartenbohne verdrängt. Eine Wildform kennt man bis heute nicht; die Art existiert ausschließlich in Kultur. In Erfurt hat sie es zum Spitznamen der Einwohner gebracht: Erfurter heißen dort bis heute „Puffbohnen“.
Sorten
Für den Garten lohnen großkernige, langhülsige Sorten mit fünf bis sieben Kernen je Hülse; die kleinkörnigen Ackerbohnen aus dem Landhandel sind Futter- und Gründüngungsware. Es gibt ausdrücklich winterharte Sorten: im November gesät, sind sie etwa zwei bis drei Wochen früher erntereif als eine Frühjahrsaussaat. Dicke Bohnen sind samenfest, werden von Hummeln aber auch fremdbestäubt — für sortenreines Saatgut nur eine Sorte anbauen.
Pflege
Die dicken, hohlen Stängel knicken bei Wind und Regen leicht ab: Entweder anhäufeln oder eine Schnur beidseitig an Stäben entlang der Reihe spannen, bevor die Pflanzen kniehoch sind. Gedüngt wird nicht, die Pflanze versorgt sich über Knöllchenbakterien selbst. Entscheidend ist gleichmäßige Feuchtigkeit ab dem Aufblühen — trocknet der Boden während der Blüte aus, fallen die Blüten ab und es setzen kaum Hülsen an.
Was schiefgehen kann
Mäuse holen sich die dick gequollenen Samen bei der Frühjahrsaussaat oft komplett aus der Reihe; wer sichergehen will, zieht in Töpfen vor und pflanzt fertige Jungpflanzen. Bei feuchtwarmem Wetter und zu dichtem Stand zeigen sich braune, scharf abgesetzte Schokoladenflecken auf Blättern und Stängeln — weiter Stand, luftige Reihen in Windrichtung und das Entfernen befallener Blätter halten den Befall klein. Bohnenrost mit rostbraunen Pusteln kommt meist erst im Hochsommer, weshalb eine frühe Aussaat schlicht vorher fertig ist; danach vier Jahre Anbaupause auf dem Beet.
Ernte, Lagerung & Küche
Geerntet wird von unten nach oben, sobald sich die Kerne deutlich abzeichnen, der Nabel am Kern aber noch hell ist — wird er schwarz, sind die Kerne mehlig. Junge Kerne isst man mit Samenhaut; bei größeren lohnt das doppelte Pellen: kurz kochen, kalt abschrecken, dann die zähe Haut abziehen. Der Überschuss lässt sich blanchiert einfrieren, ganz ausgereifte Kerne trocknen als Vorrat durch.
Häufige Fragen
- Wann sät man Dicke Bohnen aus?
- Ab Mitte Februar, sobald sich der Boden krümelig bearbeiten lässt, und sinnvoll bis Anfang April. Die Samen kommen 5 cm tief in die Erde, 15 cm Abstand in der Reihe und 45 cm zwischen den Reihen. Je früher die Reihe steht, desto größer der Vorsprung vor der Sommerhitze.
- Sind Dicke Bohnen winterhart?
- Ja. Junge Pflanzen überstehen Fröste um −5 °C ohne Schaden, deshalb darf die Reihe schon ab Mitte Februar ins Beet. Heikel wird es erst zur Blütezeit: Ein harter Spätfrost kann Blüten kosten, die Pflanze selbst treibt danach aber weiter und blüht nach.
- Wie hoch werden Dicke Bohnen?
- Meist 80 bis 150 cm, Zwergsorten bleiben bei 45 bis 60 cm und stehen in windigen Lagen deutlich sicherer. Plane hohe Sorten an den Nordrand des Beetes, sonst beschatten sie ab Juni die Nachbarreihe. Die Stütze richtet sich nach der Endhöhe, nicht nach dem, was im Mai zu sehen ist.
- Wann erntet man Dicke Bohnen?
- Zwischen Mitte Juni und Ende Juli, gut vier Monate nach der Frühjahrsaussaat. Das Fenster einer Pflanze ist kurz: Innerhalb von etwa zwei Wochen sind alle Hülsen durch. Danach ist das Beet frei für eine Nachkultur wie Salat, Fenchel oder Herbstrüben — nur eine weitere Bohnen- oder Erbsenkultur gehört dort jahrelang nicht hin.
Alle Zeiten sind Richtwerte für das jeweilige Klima, keine Garantie. Wetter, Lage und Sorte entscheiden mit.