Zum Inhalt springen
Alle Pflanzen

Hülsenfrüchte

Dicke Bohne

Vicia faba

Zeiten für deine Region

Vorschlag: Mittel · Im Lexikon erklärt

Praxistipp

Das erste, was ins Beet darf — sobald der Boden bearbeitbar ist. Die Triebspitzen abknipsen, wenn die ersten Hülsen ansetzen, hält die Schwarze Blattlaus in Grenzen.

Herkunft & Geschichte

Die Dicke Bohne ist die einzige Bohne, die Europa schon vor Kolumbus kannte, und war hier lange schlicht „die Bohne“ — angebaut seit der Jungsteinzeit, im Mittelalter Grundnahrungsmittel, später von Kartoffel und amerikanischer Gartenbohne verdrängt. Eine Wildform kennt man bis heute nicht; die Art existiert ausschließlich in Kultur. In Erfurt hat sie es zum Spitznamen der Einwohner gebracht: Erfurter heißen dort bis heute „Puffbohnen“.

Sorten

Für den Garten lohnen großkernige, langhülsige Sorten mit fünf bis sieben Kernen je Hülse; die kleinkörnigen Ackerbohnen aus dem Landhandel sind Futter- und Gründüngungsware. Es gibt ausdrücklich winterharte Sorten: im November gesät, sind sie etwa zwei bis drei Wochen früher erntereif als eine Frühjahrsaussaat. Dicke Bohnen sind samenfest, werden von Hummeln aber auch fremdbestäubt — für sortenreines Saatgut nur eine Sorte anbauen.

Pflege

Die dicken, hohlen Stängel knicken bei Wind und Regen leicht ab: Entweder anhäufeln oder eine Schnur beidseitig an Stäben entlang der Reihe spannen, bevor die Pflanzen kniehoch sind. Gedüngt wird nicht, die Pflanze versorgt sich über Knöllchenbakterien selbst. Entscheidend ist gleichmäßige Feuchtigkeit ab dem Aufblühen — trocknet der Boden während der Blüte aus, fallen die Blüten ab und es setzen kaum Hülsen an.

Was schiefgehen kann

Mäuse holen sich die dick gequollenen Samen bei der Frühjahrsaussaat oft komplett aus der Reihe; wer sichergehen will, zieht in Töpfen vor und pflanzt fertige Jungpflanzen. Bei feuchtwarmem Wetter und zu dichtem Stand zeigen sich braune, scharf abgesetzte Schokoladenflecken auf Blättern und Stängeln — weiter Stand, luftige Reihen in Windrichtung und das Entfernen befallener Blätter halten den Befall klein. Bohnenrost mit rostbraunen Pusteln kommt meist erst im Hochsommer, weshalb eine frühe Aussaat schlicht vorher fertig ist; danach vier Jahre Anbaupause auf dem Beet.

Ernte, Lagerung & Küche

Geerntet wird von unten nach oben, sobald sich die Kerne deutlich abzeichnen, der Nabel am Kern aber noch hell ist — wird er schwarz, sind die Kerne mehlig. Junge Kerne isst man mit Samenhaut; bei größeren lohnt das doppelte Pellen: kurz kochen, kalt abschrecken, dann die zähe Haut abziehen. Der Überschuss lässt sich blanchiert einfrieren, ganz ausgereifte Kerne trocknen als Vorrat durch.

Alle Zeiten sind Richtwerte für das jeweilige Klima, keine Garantie. Wetter, Lage und Sorte entscheiden mit.