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Dill

Anethum graveolens

Zeiten für deine Region

Vorschlag: Mittel · Im Lexikon erklärt

Praxistipp

Verträgt das Umpflanzen nicht — immer direkt ins Beet säen. Sät sich gern selbst aus, wenn man ein paar Dolden stehen lässt.

Herkunft & Geschichte

Dill stammt aus Vorderasien und dem östlichen Mittelmeerraum und gehört zu den ältesten Gewürzpflanzen überhaupt; über die Römer und später die Klostergärten kam er nach Mitteleuropa. Auffällig ist seine kulinarische Landkarte: In Skandinavien, Polen und Russland ist Dill das Kraut schlechthin, während er in Italien und Spanien fast keine Rolle spielt. Der alte deutsche Name „Gurkenkraut“ verrät seine wichtigste Rolle hierzulande — nicht das feine Laub, sondern die halbreife Blütendolde ist das, was traditionell mit ins Einweckglas kommt.

Sorten

Es gibt zwei Zuchtrichtungen, und die Tüte verrät sie leider nicht immer. Blattdill-Sorten wie „Tetra“ oder „Dukat“ bleiben buschig, treiben viele Seitentriebe nach und schossen spät; Sorten für die Gewürzdolde wie „Mammut“ oder „Bouquet“ blühen schnell und bilden große Schirme. Wer den ganzen Sommer über Blattdill will, achtet ausdrücklich auf die Angabe „blühfaul“ oder „Blattdill“ — die billige Tüte ohne Sortennamen ist meistens der schnell blühende Typ.

Pflege

Dill macht kaum Arbeit, verlangt aber zwei Dinge: eine bis zum Auflaufen gleichmäßig feuchte Saatrille — zwei bis drei Wochen kann das dauern — und danach das Vereinzeln auf etwa zehn Zentimeter, denn zu dicht stehende Pflanzen bleiben dünn und kippen beim ersten Gewitter um. Gedüngt wird nicht: Auf frisch gedüngtem Boden wächst er weich und aromaarm. Statt einer ganzen Tüte auf einmal lieber alle drei bis vier Wochen eine kurze Reihe säen, dann hat man durchgehend zartes Laub statt einmal zu viel und danach nichts.

Was schiefgehen kann

Auf schwerem, kaltem Boden läuft Dill lückenhaft auf, und einzelne Pflanzen fallen später am Grund um — leichter, warmer, gut abziehender Boden und dünne Saat sind die Antwort darauf. Wie alle Doldenblütler ist er mit sich selbst und mit Möhre, Petersilie, Sellerie und Fenchel unverträglich; drei bis vier Jahre Anbaupause auf dem Beet. Blattläuse sammeln sich gern an den Dolden — die betroffene Triebspitze abknipsen reicht meist. Die auffällig grün-schwarz geringelten Raupen dagegen bitte stehen lassen: Das ist der Schwalbenschwanz, in Deutschland besonders geschützt, und ein paar angefressene Blättchen verkraftet die Pflanze problemlos.

Ernte, Lagerung & Küche

Blattdill wird Trieb für Trieb ganz geschnitten und kommt erst nach dem Kochen ans Gericht — gegart bleibt vom Aroma nichts. Für Einlegegurken schneidet man die Dolde, wenn die Samen ausgebildet, aber noch grün sind; das ist der aromatischste Zeitpunkt. Lässt man sie weiter ausreifen, bis die Früchte braun werden, hat man Dillsamen fürs Brot oder für Krautsalat — die Dolden dafür kopfüber in eine Papiertüte hängen, sonst rieselt die halbe Ernte ins Beet. Frisches Laub trocknet schlecht, lässt sich aber gehackt portionsweise gut einfrieren.

Alle Zeiten sind Richtwerte für das jeweilige Klima, keine Garantie. Wetter, Lage und Sorte entscheiden mit.