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Hülsenfrüchte

Erbse

Pisum sativum

Zeiten für deine Region

Vorschlag: Mittel · Im Lexikon erklärt

Praxistipp

Früh gesät ist besser als spät — ab Juni leidet die Ernte unter Mehltau. Ein Reisig- oder Netzgerüst spart später viel Aufrichten.

Herkunft & Geschichte

Die Erbse stammt aus dem Fruchtbaren Halbmond und gehört zu den Pflanzen, die den Ackerbau nach Mitteleuropa begleitet haben. Bis ins 19. Jahrhundert war sie vor allem Trockenerbse und Wintervorrat — die 1867 erfundene Erbswurst kaufte kurz darauf die preußische Armee als Marschverpflegung ein. Ein Stück Wissenschaftsgeschichte hängt ebenfalls an ihr: Gregor Mendel erarbeitete seine Vererbungsregeln an Erbsen, unter anderem an glatten und runzligen Körnern.

Sorten

Palerbsen haben glatte Körner, sind stärkereich, besonders kältefest und werden traditionell trocken geerntet; Markerbsen haben runzlige Körner, schmecken frisch deutlich süßer, keimen aber im kalten Boden schlechter und werden zwei bis drei Wochen später gesät. Die Sorte bestimmt auch das Gerüst: niedrige bleiben bei 50 bis 80 cm, hohe klettern auf zwei Meter. Erbsen sind Selbstbefruchter und samenfest — eigenes Saatgut ist bei kaum einem Gemüse einfacher.

Pflege

Sind die Pflanzen etwa 10 cm hoch, häufelt man sie an und stellt die Kletterhilfe direkt daneben, damit die Ranken sofort greifen. Gedüngt wird nicht; bis zur Blüte auch eher zurückhaltend gegossen, danach durchdringend, denn Blüte und Hülsenfüllung entscheiden über den Ertrag. Nach der Ernte schneidet man nur das Kraut ab und lässt die Wurzeln mit ihren Knöllchen im Boden.

Was schiefgehen kann

Echter Mehltau ist ab Juli kaum zu vermeiden — dagegen arbeitet man mit weitem Stand, luftigen Reihen, Wassergaben an den Fuß statt über das Laub und mit toleranten Sorten. Tauben und Mäuse holen sich Saatgut und Keimlinge; Reisig oder ein Netz über der frisch gesäten Reihe hilft zuverlässig. Die Made in der Hülse ist die Larve des Erbsenwicklers, der ab Blühbeginn fliegt: ein feinmaschiges Netz über dem Bestand oder eine sehr frühe Aussaat bringt die Ernte an ihm vorbei. Erbsen sind stark selbstunverträglich — dasselbe Beet frühestens nach fünf bis sechs Jahren wieder.

Ernte, Lagerung & Küche

Palerbsen erntet man von unten nach oben, wenn die Hülsen prall gefüllt, aber noch sattgrün und glänzend sind; matte, hellgrüne Hülsen bedeuten mehlige Erbsen. Der Zucker baut sich nach dem Pflücken schnell ab, deshalb noch am selben Tag ausschoten und kochen oder blanchiert einfrieren. Für Trockenerbsen lässt man die Pflanzen stehen, bis die Hülsen beim Schütteln rascheln.

Alle Zeiten sind Richtwerte für das jeweilige Klima, keine Garantie. Wetter, Lage und Sorte entscheiden mit.