Baumobst
Feige
Ficus carica
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Wird nicht gesät — Containerpflanzen kommen direkt ins Beet.
Die Erntezeiten gelten für eine eingewachsene Pflanze — die erste Ernte gibt es nach 1–2 Jahren.
PflanzenAnfang April – Ende Mai
ErnteMitte August – Anfang Oktober
Praxistipp
Die Gartensorten brauchen keine Feigenwespe — ‚Bayernfeige Violetta‘ oder ‚Ronde de Bordeaux‘ setzen ihre Früchte ohne jede Bestäubung an. Im Kübel überwintert sie hell oder dunkel, aber frostfrei und kalt bei 0 bis 8 Grad; warm im Wohnzimmer treibt sie im Januar aus und ist im Frühjahr hin.
Herkunft & Geschichte
Die Feige gehört zu den ältesten Kulturpflanzen überhaupt — im Jordantal fand man verkohlte Früchte einer kernlosen Form, die rund 11.000 Jahre alt sind. Über Griechenland und Rom kam sie nach Norden, und an Mosel und Oberrhein stehen bis heute alte Bäume an Hauswänden, wo das Mauerwerk die Wärme des Tages an die Nacht weitergibt. Zur verbreiteten Gartenpflanze wurde sie hier aber erst mit den jungfernfrüchtigen Auslesen der letzten Jahrzehnte: Die Feigenwespe, die im Mittelmeerraum die Bestäubung übernimmt, überlebt nördlich der Alpen nicht.
Sorten
Für den Garten kommen nur jungfernfrüchtige Sorten in Frage. ‚Bayernfeige Violetta‘ ist die frostharte Standardsorte für raue Lagen, klein und dunkelviolett; ‚Ronde de Bordeaux‘ reift am frühesten und ist damit die sicherste Wahl, wo der Sommer kurz ist; ‚Brown Turkey‘ wird größer und trägt reich, will dafür eine warme Wand oder den Kübel. Kauf im Zweifel eine benannte Sorte aus der Baumschule statt eines namenlosen Sämlings vom Wochenmarkt: Sämlinge aus Urlaubsfeigen sind oft auf die Wespe angewiesen und setzen hier ihr Leben lang keine reife Frucht an. Ansehen kann man ihnen das nicht, die Blüten sitzen im Inneren der Frucht.
Pflege
Am Wasser scheitern die meisten Kübelfeigen: An einem heißen Julitag zieht ein 40-Liter-Topf mit vollem Laub täglich Wasser, und trocknet er einmal durch, wirft der Baum die halbe Ernte ab. Von April bis Ende Juli alle zwei Wochen düngen und dann aufhören — späte Gaben treiben weiches Holz, das im Winter zurückfriert. Geschnitten wird im Frühjahr beim Austrieb: alte, dicht stehende und nach innen wachsende Triebe raus, der Rest bleibt stehen. Steht sie im Boden, häufst du im November Laub und Reisig 30 cm hoch über den Wurzelhals.
Was schiefgehen kann
Der Normalfall nach einem kalten Winter ist kein Totalverlust, sondern ein Rückschlag: Das Holz friert zurück, oft bis zum Boden, und die Pflanze treibt im Mai kräftig aus dem Wurzelstock wieder aus. Nur trägt der neue Trieb erst spät, und die Vorfeigen am Vorjahresholz sind weg — deshalb ist ein geschützter Platz an der Südwand mehr wert als jede Sortenwahl. Früchte, die im Herbst grün und hart bleiben, waren schlicht zu spät dran: erbsengroße Ansätze überwintern, alles Größere fällt ab. Aufplatzende Feigen kommen von Regen nach Trockenheit, und reife Früchte ohne Netz gehören den Amseln.
Ernte, Lagerung & Küche
Feigen reifen nach dem Pflücken nicht mehr nach. Reif ist eine Frucht, wenn der Stiel weich wird und sie nach unten hängt, die Schale feine Risse zeigt und am Auge ein Tropfen Nektar sitzt — dann löst sie sich mit einer kleinen Drehung. Im Kühlschrank hält sie zwei bis drei Tage und wird danach säuerlich; für den Vorrat halbierst du die Früchte und trocknest sie bei 50 °C im Ofen oder kochst sie mit Zitrone und wenig Zucker ein. Der Milchsaft aus Stiel und Trieben reagiert zusammen mit Sonnenlicht auf der Haut — bei größeren Mengen also Handschuhe tragen.
Alle Zeiten sind Richtwerte für das jeweilige Klima, keine Garantie. Wetter, Lage und Sorte entscheiden mit.