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Blattgemüse & Salate

Feldsalat

Valerianella locusta

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Praxistipp

Der Wintersalat schlechthin — steht unter Schnee durch und wird bei Bedarf rosettenweise geschnitten. Ein Vlies macht die Ernte im Januar angenehmer.

Herkunft & Geschichte

Feldsalat war ursprünglich ein Ackerunkraut in den Getreidefeldern Mitteleuropas und wurde jahrhundertelang gesammelt, bevor er ab dem 16./17. Jahrhundert gezielt angebaut wurde — daher der Name. Botanisch gehört er gar nicht zu den Salaten, sondern in die Verwandtschaft des Baldrians. Kaum ein Gemüse trägt so viele regionale Namen: Ackersalat, Rapunzel und Mausohrsalat in Deutschland, Nüsslisalat in der Schweiz, Vogerlsalat in Österreich.

Sorten

Großblättrige, schnellwüchsige Sorten wie „Holländischer Breitblättriger“ liefern früh im Herbst viel Masse, sind aber nur mäßig winterhart. Für die Ernte ab Dezember nimmt man die kleinblättrigen, dunkelgrünen Typen — „Vit“, „Verte de Cambrai“ oder „Dunkelgrüner Vollherziger“ —, die mehr Frost aushalten und im Stand nicht so schnell faulen. Feldsalat wird praktisch nur samenfest angeboten, und das Saatgut ist billig: lieber großzügig säen und die Reihen später ausdünnen.

Pflege

Der Boden darf nicht frisch gedüngt sein — Feldsalat kommt mit dem aus, was die Vorfrucht übrig gelassen hat. Entscheidend ist das Angießen: über etwa 20 °C Bodentemperatur keimt das Saatgut schlecht, deshalb bei Augustsaaten die Rille wässern und mit einem Brett oder Vlies beschatten, bis die ersten Keimlinge stehen. Gekeimt wird ohnehin langsam, oft erst nach zwei Wochen. Das Beet muss unkrautfrei in den Winter gehen, weil sich zwischen den flachen Rosetten später nicht mehr hacken lässt.

Was schiefgehen kann

In zu dichten Beständen bleiben die Rosetten nach Regen tagelang nass, und dann setzen Grauschimmel und Falscher Mehltau an: gelbe Blätter, graue Beläge, matschige Herzen. Deshalb in Reihen mit 15 cm Abstand säen statt breitwürfig, das Vlies an milden Tagen lüften und vergilbte Blätter beim Ernten gleich mit entfernen. Der zweite typische Fehler ist die Fruchtfolge: Feldsalat gehört nicht Jahr für Jahr auf dasselbe Beet, sonst reichern sich die Erreger im Boden an.

Ernte, Lagerung & Küche

Mit einem scharfen Messer knapp über der Wurzel abstechen, sodass die Rosette zusammenbleibt — einzeln gezupfte Blättchen sind mühsam und fallen auseinander. Gründlich in mehreren Wassern waschen: zwischen den Blättern der bodennahen Rosette sitzt fast immer Sand. Nach Frost schmeckt er nussiger, weil die Pflanze Zucker einlagert. Locker in eine Tüte gelegt hält er im Kühlschrank etwa drei Tage.

Häufige Fragen

Warum blüht mein Feldsalat?
Das gehört zu seinem Rhythmus: Feldsalat wächst über den Winter und schiebt ab März den Blütentrieb, sobald die Tage länger und wärmer werden; die Blüten öffnen sich dann im April. Früh im August gesäte Bestände sind zuerst so weit, die Oktobersaat hält länger durch. Was noch steht, schneidest du am besten zügig ab.
Kann man Feldsalat noch essen, wenn er blüht?
Ja, essbar bleibt er — auch die winzigen weißlich-blauen Blüten. Die Blätter werden dabei aber schmal und zäh und schmecken flacher, deshalb lohnt das Warten nicht. Lass ruhig zwei, drei Pflanzen ausblühen: Sie säen sich selbst aus, und im Herbst stehen die ersten Rosetten von allein im Beet.
Wann sät man Feldsalat?
Von Anfang August bis Anfang Oktober direkt ins Beet, rund 1 cm tief — je später gesät, desto kleiner bleiben die Rosetten. Bis zum Auflaufen vergehen zwei bis drei Wochen, bei warmem Boden auch länger. Geerntet wird ab Anfang Oktober und dann den ganzen Winter über bis Ende März.
Ist Feldsalat winterhart?
Ja, und zwar richtig: Er übersteht Frost und Schneeauflage im Freien und wird bis Ende März rosettenweise geschnitten. Ein Vlies dient vor allem dem Erntekomfort und hält die Blätter sauber. Bei Dauerfrost lässt du die Rosetten stehen und schneidest erst, wenn sie aufgetaut sind.
Eignet sich Feldsalat fürs Hochbeet?
Ja, und der Termin passt: Im August wird das Hochbeet ohnehin frei, und als späte Nachkultur kommt Feldsalat mit dem aus, was die Vorfrucht übrig gelassen hat. Ein Hochbeet ist im Sommer allerdings wärmer und trockener als das Beet — beschatte die Saatrille bis zum Auflaufen und halte sie feucht. Im Winter erntest du dafür ohne Bücken.

Alle Zeiten sind Richtwerte für das jeweilige Klima, keine Garantie. Wetter, Lage und Sorte entscheiden mit.