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Alle Pflanzen

Zwiebelgewächse

Frühlingszwiebel

Allium fistulosum

Zeiten für deine Region

Vorschlag: Mittel · Im Lexikon erklärt

Praxistipp

Alle drei bis vier Wochen nachsäen — sie halten sich im Beet nicht lange, und so hast du durchgehend Nachschub.

Herkunft & Geschichte

Die Frühlingszwiebel ist botanisch die Winterheckenzwiebel, Allium fistulosum, und stammt aus Ostasien, wo sie in China seit über zweitausend Jahren angebaut wird. Nach Mitteleuropa kam sie im Mittelalter und wurde hier als ausdauernder Horst gezogen, der im März schon Grün lieferte, wenn im Beet sonst nichts stand. Der englische Name „Welsh onion“ hat übrigens nichts mit Wales zu tun, sondern kommt vom althochdeutschen „welsch“ für fremdländisch.

Sorten

Unter dem Namen Frühlingszwiebel wird zweierlei verkauft: die echte Allium fistulosum, die nie eine Zwiebel ansetzt und einen geraden weißen Schaft behält, und jung geerntete Küchenzwiebeln (Allium cepa), die am Fuß dick werden, sobald man sie stehen lässt. Für gleichmäßig lange Schäfte greift man zu Bündelzwiebel-Sorten vom Typ „Ishikura“; rotschalige Sorten sehen im Salat gut aus, schmecken aber sehr ähnlich. Die ausdauernde Winterheckenzwiebel pflanzt man einmal und teilt den Horst alle paar Jahre — dann hat man jedes Frühjahr Nachschub ganz ohne Aussaat.

Pflege

Sehr genügsam, aber flach wurzelnd: In Trockenphasen alle paar Tage durchdringend wässern, sonst werden die Schäfte hart und die Blattspitzen gelb. Weil die dünnen Röhrenblätter praktisch keinen Schatten werfen, gewinnt jedes Unkraut das Rennen — regelmäßig, aber flach hacken. Wer einen längeren weißen Teil möchte, häufelt drei bis fünf Zentimeter an, sobald die Schäfte bleistiftdick sind; gedüngt wird zurückhaltend, viel Stickstoff macht nur weiches Laub.

Was schiefgehen kann

Das häufigste Ärgernis ist das Schossen: Sehr früh gesäte Pflanzen bekommen im kalten Boden ihren Kältereiz, treiben dann einen harten Blütenstiel und werden im Schaft holzig — ab Mitte März unter Vlies säen oder einfach etwas später anfangen. Die Zwiebelfliege legt ihre Eier an den Wurzelhals, die Made frisst den Fuß aus und das Laub kippt gelb um; ein Kulturschutznetz ab der Saat und ein Beetwechsel gegenüber dem Vorjahr sind die einzige verlässliche Antwort. In nassen Wochen zeigt sich Falscher Mehltau als grauvioletter Belag auf den Röhren — nicht zu eng säen, luftig stellen und morgens am Boden gießen, damit das Laub rasch abtrocknet.

Ernte, Lagerung & Küche

Geerntet wird die ganze Pflanze, sobald der Schaft bleistift- bis fingerdick ist; das Grün ist genauso brauchbar wie das Weiße und wird viel zu oft weggeworfen. Lagern lässt sie sich nicht — in ein feuchtes Tuch gewickelt hält sie im Kühlschrank zwei, drei Tage, danach wird sie schlaff. Roh in Salat und Quark, in die Pfanne erst ganz zum Schluss, sonst bleibt vom Aroma nichts übrig; vom ausdauernden Horst schneidet man die Röhren einfach wie Schnittlauch.

Alle Zeiten sind Richtwerte für das jeweilige Klima, keine Garantie. Wetter, Lage und Sorte entscheiden mit.