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Wird nicht gesät — wurzelnackte Gehölze kommen direkt ins Beet.

Die Erntezeiten gelten für eine eingewachsene Pflanze — die erste Ernte gibt es nach einem Jahr.

Praxistipp

Der einfachste Schnitt im ganzen Garten: im Februar alles bodeneben abschneiden, fertig. Sie trägt am diesjährigen Trieb, deshalb kann nichts falsch werden — und der Himbeerkäfer findet die späte Blüte kaum noch.

Herkunft & Geschichte

Botanisch ist sie dieselbe Art wie die Sommerhimbeere und unterscheidet sich in einem einzigen Merkmal: Die Rute blüht schon im Jahr ihres Wachstums, statt einen Winter abzuwarten. Wilde Himbeeren zeigen das in warmen Herbsten gelegentlich an den Rutenspitzen; französische Gärtner zogen daraus im 19. Jahrhundert die Vierjahreszeiten-Himbeeren. Brauchbare Erträge brachte das aber erst, als 1983 im englischen East Malling ‚Autumn Bliss‘ herauskam. Fast alle heutigen Herbstsorten gehen darauf zurück, und mit ihnen hat sich die Himbeersaison in deutschen Gärten um gut zwei Monate verlängert.

Sorten

‚Autumn Bliss‘ ist die früheste und damit die Sorte für kühle Lagen: Sie fängt Anfang bis Mitte August an, bleibt niedrig und kommt oft ohne Gerüst aus, die Beeren sind dunkel und weich. ‚Himbo Top‘ aus der Schweiz trägt sehr große, feste Früchte und den höchsten Ertrag, braucht dafür einen Draht und beginnt später. ‚Polka‘ aus Polen liegt dazwischen und hält nach dem Pflücken am längsten. Viele Sorten werden als zweimaltragend angeboten: Lässt du die Ruten dafür stehen, bekommst du eine dünne Frühernte am unteren Rutenteil und danach eine spätere, schwächere Haupternte. Eine saubere Ernte ist mehr wert als anderthalb.

Pflege

Sie treibt Ruten und Blüten gleichzeitig, deshalb liegt der Wasserbedarf im Juli und August höher als bei jedem anderen Beerenstrauch — eine dicke Mulchschicht aus Rasenschnitt oder Laub spart dir die Hälfte der Gießgänge. Im März eine Gabe Kompost auf die Reihe. Dünne die jungen Ruten im Mai auf zehn bis zwölf je laufendem Meter aus, sonst beschattet sich die Reihe selbst und die Reife rutscht in den Oktober. Zwei Drähte in 60 und 120 cm oder eine Schnur zu beiden Seiten reichen als Halt; die Last sitzt oben, und im Herbstregen legen sich die Ruten sonst flach. Ausläufer außerhalb des 40 cm breiten Streifens stichst du mit dem Spaten ab.

Was schiefgehen kann

Über die späte Ernte entscheidet die Kirschessigfliege: Sie legt ab September in die noch feste, reifende Beere, die dann binnen zwei Tagen einfällt. Dagegen helfen kurze Pflückabstände von ein bis zwei Tagen, restloses Abernten, keine überreifen Früchte in der Reihe, befallenes Obst nicht auf dem Kompost und ein engmaschiges Netz über der Reihe; eine früh tragende Sorte ist durch, bevor der Bestand im September gipfelt. In nassen Septembern kommt Grauschimmel dazu, gegen den nur Luft und häufiges Durchpflücken wirken. Bodenmüdigkeit gilt genauso wie beim Sommertyp: Auf einer alten Himbeerfläche bleibt auch dieser schwach, also fünf Jahre Abstand.

Ernte, Lagerung & Küche

Von Mitte August bis zum ersten Frost erntest du alle zwei Tage, sobald der Tau abgetrocknet ist. Die Herbstbeere ist weicher und saftiger als die Sommerbeere und hält im Kühlschrank kaum einen Tag. Weil die Menge über acht Wochen tröpfelt, lohnt das Vorfrieren: einzeln auf dem Blech durchfrieren lassen, dann in einen Beutel füllen, und der Vorrat wächst nebenbei. Der höhere Säureanteil im Herbst macht sie zur besseren Beere für Gelee, Sorbet und die Kombination mit Äpfeln. Die letzten Blüten im Oktober werden nicht mehr fertig — das ist normal und kein Sortenfehler.

Alle Zeiten sind Richtwerte für das jeweilige Klima, keine Garantie. Wetter, Lage und Sorte entscheiden mit.