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Wird nicht gesät — Knollen kommen direkt ins Beet.

Praxistipp

Anhäufeln, sobald das Kraut 20 cm hoch steht — Knollen, die ans Licht kommen, werden grün und sind nicht mehr essbar.

Und in der Küche?

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Gerichte mit Kartoffel bei Wochentopf(öffnet Wochentopf in einem neuen Tab)

Herkunft & Geschichte

Die Kartoffel stammt aus den Anden, wo sie seit Jahrtausenden angebaut wird, und kam Mitte des 16. Jahrhunderts als botanische Rarität nach Europa — gegessen wurde sie erst sehr viel später. In Preußen setzte Friedrich II. sie ab 1756 mit den sogenannten Kartoffelbefehlen als Feldfrucht durch. Fast alle europäischen Sorten gehen auf eine sehr schmale Auswahl früher Einfuhren zurück; deshalb traf die Kraut- und Knollenfäule den Kontinent in den 1840er Jahren so hart.

Sorten

Beim Pflanzgut zählen zwei Achsen: die Reifegruppe von sehr früh bis spät und der Kochtyp — festkochend wie ‚Linda‘ oder ‚Sieglinde‘ für Salat und Bratkartoffeln, mehligkochend wie ‚Adretta‘ für Püree und Klöße. Nimm zertifizierte Pflanzkartoffeln statt Speiseware aus dem Supermarkt: die ist oft keimhemmend behandelt und kann Viren mitbringen. Frühe Sorten sind in nassen Sommern im Vorteil, weil sie abgeerntet sind, bevor die Krautfäule richtig loslegt; daneben gibt es ausdrücklich krautfäuletolerante Sorten wie ‚Bionica‘ oder ‚Toluca‘.

Pflege

Vier bis sechs Wochen vor dem Legen die Knollen hell und kühl bei 10 bis 15 °C vorkeimen lassen — kurze, grüne Keime, keine langen weißen Fäden; das bringt zwei bis drei Wochen Vorsprung. Spätfröste im Mai schwärzen das junge Kraut, deshalb bei Frostwarnung Vlies auflegen oder Erde über die Triebe ziehen. Die entscheidende Phase für den Ertrag ist die Blüte: bleibt es dann trocken, setzt die Pflanze nur wenige kleine Knollen an. Mit Stickstoff sparsam sein, sonst wächst viel Kraut und wenig darunter.

Was schiefgehen kann

Der Kartoffelkäfer und seine roten Larven werden abgesammelt — die orangefarbenen Eigelege sitzen an der Blattunterseite, wer sie zweimal pro Woche abstreift, hat den Befall im Griff. Kraut- und Knollenfäule zeigt sich nach nassen Wochen als braune Blattflecken mit hellem Rand; ist das Kraut hinüber, schneidest du es dicht über dem Boden ab und wartest zwei bis drei Wochen mit dem Roden, damit die Sporen absterben und die Schalen fest werden. Schorf — raue, korkige Flecken auf der Schale — kommt von trockenem, frisch gekalktem Boden und ist nur ein Schönheitsfehler. Kartoffeln, Tomaten und Auberginen frühestens nach drei bis vier Jahren wieder aufs selbe Beet.

Ernte, Lagerung & Küche

Frühkartoffeln nimmt man ab der Blüte heraus; lässt sich die Schale mit dem Daumen abreiben, sind sie noch nicht lagerfähig und sollten bald auf den Teller. Lagerware wird erst geerntet, wenn das Kraut abgestorben ist, ein paar Stunden auf dem Beet abgetrocknet und ungewaschen eingelagert — die anhaftende Erde schützt besser als jedes Waschen. Am besten dunkel und luftig bei 4 bis 8 °C, aber nicht im Kühlschrank: dort wandelt sich Stärke in Zucker um, die Kartoffeln schmecken süßlich und werden beim Braten dunkel. Äpfel gehören nicht in denselben Raum, ihr Reifegas lässt die Knollen früher austreiben.

Häufige Fragen

Wann legt man Kartoffeln?
Zwischen Anfang April und dem 10. Mai, sobald der Boden in 10 cm Tiefe etwa 8 °C erreicht hat. In rauen Lagen und auf schwerem, kaltem Boden lohnt das Warten: Späte Sätze wachsen in der wärmeren Erde schneller an und holen den Rückstand meist auf.
Sind Kartoffeln winterhart?
Nein, die Pflanze ist frostempfindlich: Schon leichter Frost schwärzt das Kraut, und im Boden vergessene Knollen faulen über den Winter meist weg. Was im Frühjahr doch wieder austreibt, gehört heraus — es verschleppt Erreger in die neue Kultur.
Muss man Kartoffelblüten ausbrechen?
Nein, nötig ist das nicht und mehr Ertrag bringt es auch nicht. Die Blüte ist vor allem ein Signal: Ab jetzt legt die Pflanze Knollen an und das Beet darf nicht austrocknen. Die kleinen grünen Früchte, die danach hängen bleiben, gehören nicht auf den Teller.
Kann man Kartoffeln im Kübel oder Sack anbauen?
Ja, rechne mit etwa 20 Litern Erde je Knolle und mit Abzugslöchern im Boden des Gefäßes. Unten 15 cm Erde einfüllen, die Knolle daraufsetzen, abdecken und später zweimal Erde nachfüllen. Ab der Blüte ist tägliches Gießen der entscheidende Punkt.

Alle Zeiten sind Richtwerte für das jeweilige Klima, keine Garantie. Wetter, Lage und Sorte entscheiden mit.