Kohlgewächse
Kohlrabi
Brassica oleracea var. gongylodes
Zeiten für deine Region
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VorziehenMitte Februar – Ende Juni
DirektsaatAnfang April – Anfang Juli
PflanzenAnfang April – Ende Juli
ErnteMitte Mai – Anfang November
Praxistipp
Flach pflanzen — zu tief gesetzt bildet er keine Knolle. Rechtzeitig ernten, überständig wird er holzig.
Und in der Küche?
Wochentopf — der Wochenplaner vom selben Betreiber — kennt Alltagsgerichte mit Kohlrabi, mit Rezept, Foto und Einkaufsliste. Kostenlos, ohne Konto.
Gerichte mit Kohlrabi bei Wochentopf(öffnet Wochentopf in einem neuen Tab)Herkunft & Geschichte
Kohlrabi ist eine junge Gemüseform: Beschreibungen einer Kohlart mit verdickter Sprossachse tauchen erst im 16. Jahrhundert in europäischen Kräuterbüchern auf. In deutschsprachigen Gärten wurde er so heimisch, dass Englisch, Russisch und Japanisch das deutsche Wort einfach übernommen haben. Die „Knolle“ ist botanisch keine Wurzel, sondern der verdickte Spross oberhalb des Bodens — deshalb sitzt sie sichtbar auf der Erde.
Sorten
Weiße — eigentlich hellgrüne — Sorten wachsen schneller und sind die Wahl für die ersten Sätze; blaue treiben etwas langsamer, stehen länger ohne zu platzen und passen besser in den Herbst. Für die ganz frühe Aussaat lohnt der Blick auf ausdrücklich schossfeste Sorten, weil kalte Wochen nach dem Pflanzen sonst die Blüte auslösen. Riesensorten wie „Superschmelz“ werden kopfgroß und bleiben trotzdem zart — bei ihnen ist Größe ausnahmsweise kein Problem.
Pflege
Die ganze Arbeit ist gleichmäßiges Wässern: Kohlrabi wächst in Schüben, und wenn nach einer trockenen Woche der Starkregen kommt, reißt die Knolle auf. Er ist Mittelzehrer — Kompost bei der Pflanzung genügt, zu viel Stickstoff bringt üppiges Laub und eine kleine Knolle. Bei Direktsaat rechtzeitig auf 25 cm vereinzeln, sonst schieben sich die Pflanzen gegenseitig hoch und bleiben flach.
Was schiefgehen kann
Aufgeplatzte Knollen sind fast immer ein Wasserproblem und kein Sortenfehler; eine Mulchschicht hält die Bodenfeuchte gleichmäßiger, als Gießen es je kann. Frühe Sätze schossen, wenn die Jungpflanzen nach dem Auspflanzen längere kalte Wochen abbekommen — dann lieber ein bis zwei Wochen später pflanzen und anfangs ein Vlies auflegen. Die Kohlfliege legt ihre Eier an den Wurzelhals; ein Kulturschutznetz ab dem Pflanztag oder ein Kohlkragen aus Pappe um den Stängel erledigt das, und Kohl gehört ohnehin nur alle vier Jahre aufs selbe Beet.
Ernte, Lagerung & Küche
Geerntet wird bei etwa 7 bis 10 cm Durchmesser, also grob tennisballgroß. Das Laub gleich am Beet abdrehen — es zieht der Knolle im Kühlschrank das Wasser aus; die jungen Herzblätter sind gutes Gemüse und wandern in die Suppe statt auf den Kompost. Ohne Laub hält Kohlrabi ein bis zwei Wochen im Gemüsefach, Herbstsorten in feuchtem Sand im kühlen Keller deutlich länger.
Häufige Fragen
- Wann kann man Kohlrabi direkt ins Freiland säen?
- Direktsaat ist von Anfang April bis etwa zum 10. Juli möglich, rund 1 cm tief. Für die ganz frühen Sätze zieht man ab dem 20. Februar in Töpfen vor und pflanzt ab April aus — im März keimt Kohlrabi im kalten Freilandboden nur zögerlich.
- Wächst Kohlrabi nach der Ernte nach?
- Nein. Ist die Knolle geschnitten, treibt die Pflanze keine zweite mehr nach, und der Strunk kommt auf den Kompost. Nachschub gibt es nur über neue Sätze: alle drei bis vier Wochen nachsäen, dann steht bis in den November laufend Kohlrabi im Beet.
- Wie lange dauert es von der Aussaat bis zur Ernte?
- Rund acht bis zehn Wochen bei Frühjahrssätzen, im Herbst eher zwölf. Die Erntezeit läuft insgesamt vom 20. Mai bis Anfang November. Vorgezogene Pflanzen stehen etwa fünf Wochen im Topf und sind danach meist eher erntereif als gleichzeitig gesäte Direktsaaten.
- Verträgt Kohlrabi Frost?
- Leichte Nachtfröste stecken Pflanze und Knolle weg, ein Winter im Beet ist dagegen nichts für Kohlrabi — er ist nur bedingt frosthart. Deshalb endet die Ernte Anfang November; späte Sätze deckt man in Frostnächten mit einem Vlies ab.
- Kann man Kohlrabi im Topf oder Balkonkasten anbauen?
- Ja, ein Topf ab etwa fünf Litern und 20 cm Tiefe je Pflanze genügt, denn die Knolle sitzt oben auf der Erde. Der Standort sollte vollsonnig sein, und die Erde darf nie ganz austrocknen. Drinnen auf der Fensterbank gelingt Kohlrabi dagegen nicht.
Alle Zeiten sind Richtwerte für das jeweilige Klima, keine Garantie. Wetter, Lage und Sorte entscheiden mit.