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Blattgemüse & Salate

Kopfsalat

Lactuca sativa var. capitata

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Praxistipp

Lichtkeimer — nur andrücken. Über 20 °C keimt er schlecht, deshalb Sommeraussaaten an einen schattigen Platz stellen.

Und in der Küche?

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Gerichte mit Kopfsalat bei Wochentopf(öffnet Wochentopf in einem neuen Tab)

Herkunft & Geschichte

Der Gartensalat geht auf den wilden Stachel-Lattich aus dem Mittelmeerraum zurück und war schon bei Ägyptern und Römern in Kultur; kopfbildende Formen sind dagegen erst seit dem 16. Jahrhundert beschrieben. Der Gattungsname Lactuca kommt von lac, Milch — beim Anschneiden tritt weißer Milchsaft aus, und genau der wird bitter, sobald die Pflanze in die Blüte geht. Jahrhundertelang war Kopfsalat in Deutschland ein reines Frühjahrs- und Frühsommergemüse, weil erst moderne Sommersorten die Hitze aushalten.

Sorten

Kopfsalat wird nach Jahreszeit gekauft, nicht nach Optik: ‚Maikönig‘ ist eine Frühjahrssorte, ‚Kagraner Sommer‘ und ‚Attraktion‘ halten die Sommerhitze aus, ‚Brauner Trotzkopf‘ und ‚Winterbutterkopf‘ sind zum Überwintern gezüchtet. Eine Frühjahrssorte im Juni gesät schosst, bevor sie überhaupt einen Kopf bildet. Viele neuere Sorten sind ausdrücklich als blattlausresistent ausgewiesen, was im Sommer den Unterschied macht; die alten Sorten sind samenfest und lassen sich leicht selbst weitervermehren.

Pflege

Wer vorzieht, sät am besten gleich in Multitopfplatten — dann entfällt das Pikieren und der Ballen kommt beim Auspflanzen ungestört ins Beet. Beim Setzen den Ballen nur so tief einsetzen, dass der Wurzelhals frei über der Erde bleibt; zu tief gepflanzte Salate faulen im Herzen, das ist der häufigste Anfängerfehler. Gieße morgens und direkt auf den Boden, damit die Blätter über Nacht trocken sind. Satzweise pflanzen: alle zwei bis drei Wochen sechs bis acht Pflanzen statt einmal dreißig, sonst ist alles in derselben Woche erntereif.

Was schiefgehen kann

Schnecken sind das Hauptproblem und gehen vor allem an frisch gesetzte Pflänzchen: abends und früh morgens absammeln, Bretter und Mulchhaufen als Verstecke wegräumen, die Erde ringsum flach hacken und lieber kräftige Jungpflanzen setzen als direkt zu säen — ein Schneckenzaun ist am zuverlässigsten. Falscher Mehltau zeigt sich als gelbe Flecken zwischen den Blattadern mit grauem Belag auf der Unterseite; er breitet sich auf nassem Laub aus, deshalb weit pflanzen, morgens am Boden gießen und befallene Außenblätter abnehmen. Steht der Salat im Hochsommer zu warm und zu trocken, schosst er und schmeckt bitter — dann helfen nur ein halbschattiger Platz und gleichmäßige Feuchtigkeit.

Ernte, Lagerung & Küche

Am besten früh morgens schneiden, dann ist der Kopf prall; erntereif ist er, wenn er sich beim Drücken fest anfühlt, aber noch leicht nachgibt. Mit dem Messer knapp über dem Boden abschneiden — anders als bei Pflücksalat treibt der Strunk nicht sinnvoll nach. Kopfsalat lagert nicht: ungewaschen in ein feuchtes Tuch gewickelt hält er im Kühlschrank zwei bis drei Tage. Neben Äpfeln und Tomaten bekommt er braune Blattrippen, ihr Reifegas setzt ihm zu.

Häufige Fragen

Wann sät man Kopfsalat?
Vorziehen ab Mitte Februar, direkt ins Beet ab Mitte März — beides geht bis in den August hinein. Ausgepflanzt wird von Ende März bis Ende August, geerntet von Anfang Mai bis Anfang November. Vorgezogene Pflanzen brauchen rund vier Wochen bis zum Auspflanzen.
Kann ich Kopfsalat noch essen, wenn er schießt?
Ja, solange erst der Stängel aus der Mitte hochkommt — die äußeren Blätter sind dann noch brauchbar, schmecken aber deutlich bitterer. Streckt sich der Blütentrieb erst einmal, wird der Kopf zäh und milchsaftig: lieber abernten, was geht, und einen neuen Satz nachsäen.
Ist Kopfsalat winterhart?
Nein. Er steckt leichte Nachtfröste weg, ein harter Winter im Freien ist ihm aber zu viel. Nur eigens fürs Überwintern gezüchtete Sorten kommen mit Vlies durch; die Sätze aus dem Frühjahrs- und Sommerkalender beendet der erste starke Frost.
Wie lange dauert es vom Pflanzen bis zur Ernte?
Vom Auspflanzen bis zum festen Kopf vergehen etwa fünf bis sieben Wochen, ab der Aussaat gerechnet rund zehn bis zwölf. Im Hochsommer geht es schneller — dann steht der Kopf allerdings auch nur kurz, bevor er schießt, und will zügig geschnitten werden.
Wächst Kopfsalat auch im Topf auf dem Balkon?
Ja, ein Topf ab etwa fünf Litern je Pflanze reicht aus. Halte 25 cm Abstand ein, stelle ihn halbschattig — pralle Mittagssonne treibt ihn ins Schießen — und gieße häufiger als im Beet, weil Töpfe schneller austrocknen.

Alle Zeiten sind Richtwerte für das jeweilige Klima, keine Garantie. Wetter, Lage und Sorte entscheiden mit.