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Koriander

Coriandrum sativum

Zeiten für deine Region

Vorschlag: Mittel · Im Lexikon erklärt

Praxistipp

Schießt bei Hitze und Trockenheit sofort. Für Blattkoriander halbschattig stellen und alle drei Wochen nachsäen; wer die Samen will, lässt ihn einfach blühen.

Herkunft & Geschichte

Koriander stammt aus dem östlichen Mittelmeerraum und dem Vorderen Orient und gehört zu den am längsten genutzten Gewürzpflanzen — Samen fanden sich schon in ägyptischen Grabkammern. Sein Name kommt vom griechischen „koris“, der Wanze: So beschrieben die Griechen den Geruch des Krauts und der unreifen Früchte. In Deutschland kannte man jahrhundertelang nur den Samen, als Brotgewürz neben Fenchel, Anis und Kümmel; das frische Blatt kam erst mit der asiatischen und lateinamerikanischen Küche der letzten Jahrzehnte dazu. Dass die einen es seifig finden und die anderen nicht, liegt an einer Variante eines Geruchsrezeptor-Gens.

Sorten

Auch hier gibt es zwei Zuchtrichtungen: Blattkoriander-Sorten wie „Confetti“, „Santo“ oder „Calypso“ bilden viel fein geschlitztes Laub und schossen spät, während die Samensorten schnell blühen und dafür reichlich Früchte bringen. Eine Tüte ohne Sortennamen ist fast immer Samenkoriander und steht nach sechs Wochen in Blüte. Was in der Tüte liegt, ist übrigens kein Samen, sondern eine kugelige Spaltfrucht mit zwei Samen darin — reibt man sie vor der Aussaat leicht zwischen den Händen auf, laufen die Reihen gleichmäßiger auf. Der sogenannte Vietnamesische Koriander ist eine ganz andere Pflanze und botanisch nicht mit ihm verwandt.

Pflege

Koriander bildet eine Pfahlwurzel und verträgt kein Umsetzen, also direkt ins Beet säen und später auf etwa zehn Zentimeter vereinzeln. Der wichtigste Handgriff der Saison ist das Feuchthalten: Ein einziges Austrocknen im Juni genügt, und die Pflanze geht in Blüte — eine dünne Mulchschicht hält den Boden kühl und feucht und bringt mehr als häufiges Gießen mit der Kanne. Gedüngt wird nicht; auf nährstoffreichem Boden wird das Laub weich und das Aroma flau. Zeigen sich die ersten Blütenknospen, bringt konsequentes Ausbrechen noch ein bis zwei Wochen Blatternte.

Was schiefgehen kann

Der Auslöser fürs Schossen ist nicht nur die Hitze, sondern auch die Tageslänge — eine Aussaat kurz vor der Sonnenwende blüht am schnellsten, weshalb die guten Termine im April/Mai und noch einmal Anfang August liegen. Als Doldenblütler gehört Koriander nicht nach Möhre, Petersilie, Dill, Sellerie oder Fenchel und auch nicht zweimal hintereinander aufs selbe Beet; drei bis vier Jahre Pause. Junge Sämlinge sind schneckengefährdet, und an den Blütendolden sitzen im Sommer regelmäßig Blattläuse — betroffene Triebspitzen abknipsen genügt, und wer die Dolden für die Samenernte stehen lässt, bekommt durch Schwebfliegen und Marienkäfer meist von selbst Unterstützung.

Ernte, Lagerung & Küche

Blattkoriander schneidet man am besten als ganze Pflanze knapp über dem Boden, solange sie noch nicht blüht; roh verwenden und erst nach dem Kochen ans Gericht geben, denn Hitze zerstört das Aroma vollständig. Getrocknet ist das Blatt wertlos, eingefroren behält es dagegen viel — und die Wurzel ist in der thailändischen Küche ein eigenes Gewürz und lässt sich mitverwenden. Die Samen erntet man, wenn die Früchte beige werden, aber bevor die Dolden ausrieseln: ganze Dolden schneiden und kopfüber in einer Papiertüte trocknen. Frisch gemahlen schmeckt selbst geernteter Koriandersamen deutlich zitroniger als gekauftes Pulver.

Alle Zeiten sind Richtwerte für das jeweilige Klima, keine Garantie. Wetter, Lage und Sorte entscheiden mit.