Zum Inhalt springen
Alle Pflanzen

Zwiebelgewächse

Lauch

Allium porrum

Zeiten für deine Region

Vorschlag: Mittel · Im Lexikon erklärt

Praxistipp

Tief in ein Pflanzloch setzen und nur angießen, nicht zuschütten — so wird der weiße Schaft lang. Winterlauch steht bis März im Beet.

Herkunft & Geschichte

Der Lauch stammt vom wilden Allium ampeloprasum aus dem Mittelmeerraum ab und war schon bei Ägyptern und Römern Alltagsgemüse; die Römer brachten ihn über die Alpen, und in Karls des Großen Landgüterverordnung um 800 steht er als „porros“ unter den Pflichtpflanzen. Botanisch bildet er gar keine Zwiebel: Der weiße Schaft besteht aus eng ineinandergerollten Blattscheiden, die übereinanderliegen wie Papierlagen. In Wales ist der Lauch bis heute Nationalsymbol und wird am St. David’s Day am Revers getragen.

Sorten

Man unterscheidet Sommer-, Herbst- und Winterlauch, und beim Saatgutkauf ist das die einzige Frage, die wirklich zählt. Sommersorten haben hellgrünes Laub und lange, schlanke Schäfte, sind ab September erntereif, vertragen aber keinen strengen Frost; Wintersorten erkennt man am dunklen Blaugrün des Laubs — sie bleiben kürzer und dicker und stehen dafür bis ins Frühjahr durch. Fast alle gängigen Sorten sind samenfest; wer nicht selbst zehn Wochen vorziehen will, kauft im Mai oder Juni Jungpflanzen im Bund.

Pflege

Lauch will die ganze Saison über gleichmäßig Wasser und im Juli, wenn der Schaft dick wird, eine mittlere Nährstoffgabe — in längeren Trockenphasen bleibt er dünn und faserig. Zwei- bis dreimal vorsichtig anhäufeln verlängert den weißen Teil zusätzlich, aber immer nur bis knapp unter die Blattgabel: Erde, die zwischen die Blattscheiden rutscht, bekommt man nie wieder heraus und knirscht später in der Suppe. Das Beet unkrautfrei halten, weil die schmalen, aufrechten Blätter kaum Schatten werfen und Unkraut daher freie Bahn hat.

Was schiefgehen kann

Lauchmotte und Lauchminierfliege sind die beiden ernsten Gegner: Beide fressen Gänge und fensterartige Stellen ins Herz der Pflanze, und beide hält nur ein feinmaschiges Kulturschutznetz ab, das vom Pflanzen an bis in den November liegen bleibt — die zweite Fliegengeneration fliegt erst im Oktober. Lauchrost zeigt sich als orange Pusteln auf den Blättern, meist in feuchten Spätsommern; weiter Stand, zurückhaltende Stickstoffgaben und das Abstreifen der befallenen Außenblätter genügen völlig, die Ernte ist davon nicht bedroht. Lauch und andere Zwiebelgewächse frühestens nach drei bis vier Jahren wieder aufs selbe Beet.

Ernte, Lagerung & Küche

Lauch ist sein eigenes Lager: Wintersorten holt man den ganzen Winter über frisch aus dem Beet, und bei Dauerfrost hält eine Abdeckung aus Laub oder Vlies den Boden lockerer und die Ernte möglich. Zum Ernten mit der Grabegabel unterfahren statt zu ziehen, sonst reißt der Schaft ab. In der Küche den Schaft längs aufschlitzen und zwischen den Blattlagen ausspülen — dort sitzt der Sand; das dunkelgrüne Obere ist zum Braten zu zäh, aber das Beste, was man in einen Brühansatz geben kann.

Alle Zeiten sind Richtwerte für das jeweilige Klima, keine Garantie. Wetter, Lage und Sorte entscheiden mit.