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Majoran

Origanum majorana

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Praxistipp

Anders als der verwandte Oregano bei uns einjährig — er erfriert im Winter. Kurz vor der Blüte schneiden, getrocknet verliert er kaum Aroma.

Und in der Küche?

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Gerichte mit Majoran bei Wochentopf(öffnet Wochentopf in einem neuen Tab)

Herkunft & Geschichte

Majoran stammt aus dem östlichen Mittelmeerraum und Kleinasien und wurde schon im alten Ägypten angebaut; in mitteleuropäischen Gärten steht er seit dem Mittelalter. In Deutschland heißt er nicht umsonst Wurstkraut — ohne ihn schmecken Thüringer Leberwurst und Grützwurst nicht wie sie sollen. Rund um Aschersleben in Sachsen-Anhalt wurde Majoran über Jahrhunderte feldmäßig angebaut; die Stadt trägt den Beinamen Majoranstadt bis heute.

Sorten

Im Handel wird zwischen Blatt- und Knospenmajoran unterschieden: Blattmajoran wächst größer und blattreicher, Knospenmajoran bildet viele der typischen Blütenknoten und gilt als der aromatischere Typ zum Trocknen. Was als Wintermajoran oder Staudenmajoran verkauft wird, ist meist Origanum × majoricum, eine Kreuzung mit Oregano — in milden Lagen mehrjährig, geschmacklich zwischen beiden Eltern; für echten Majoran auf den Artnamen Origanum majorana achten. Das Saatgut ist sehr fein und braucht zum Keimen dauerhaft über 18 °C, weshalb Vorziehen auf der Fensterbank zuverlässiger ist als eine frühe Direktsaat in kalte Erde.

Pflege

Majoran ist wärmebedürftiger als alle anderen Kräuter dieser Gruppe: Unter etwa 10 °C steht er still, deshalb erst nach den Eisheiligen und in durchgewärmten, geschützten Boden pflanzen. Bei jungen Pflanzen einmal die Triebspitze ausknipsen, dann verzweigen sie sich buschig statt einen dünnen Haupttrieb zu bilden. Er will es mäßig feucht und mäßig nährstoffreich — trockener als Petersilie, aber längst nicht so mager wie Thymian. Nach dem ersten Schnitt treibt er noch einmal durch, wenn man nicht tiefer als bis auf zwei Blattpaare zurückgeht.

Was schiefgehen kann

Der häufigste Fehler ist Ungeduld: In kalter, nasser Erde keimt Majoran schlecht, und zu früh gepflanzte Jungpflanzen stehen wochenlang, ohne zu wachsen — zwei Wochen warten bringt mehr als jedes Nachbessern. Auf der Fensterbank kippen die Sämlinge leicht um, wenn zu dicht, zu warm und zu nass gesät wurde; dünn säen, die Oberfläche nur feucht halten und hell stellen. In dichten, feuchten Beständen kann eine Welke auftreten, bei der einzelne Pflanzen von unten her braun werden: Betroffene Pflanzen samt Wurzel entfernen, weiter pflanzen und Majoran wie Oregano erst nach drei bis vier Jahren wieder auf dieselbe Fläche setzen.

Ernte, Lagerung & Küche

Majoran gehört in die deftige Küche: Kartoffelsuppe, Bratkartoffeln, Hackfleisch, Grünkohl und eben Leberwurst. Frisch kommt er gegen Ende der Garzeit dazu; getrocknet reibt man ihn zwischen den Handflächen direkt über dem Topf, dabei löst sich das Aroma am besten. Für den Vorrat schneidet man die ganze Pflanze, sobald sich die ersten Blütenknoten zeigen — dann ist das Aroma am höchsten —, hängt sie kopfüber an einen dunklen, luftigen Ort und rebelt die Blättchen ab, sobald die Stängel brechen.

Häufige Fragen

Ist Majoran winterhart?
Nein. Majoran ist frostempfindlich und wird bei uns einjährig gezogen — der erste Frost beendet ihn. Ein Topf lässt sich hell bei zehn bis fünfzehn Grad überwintern, bleibt aber meist kümmerlich; eine frische Aussaat ab dem 20. März bringt deutlich mehr.
Wann erntet man Majoran?
Von Anfang Juli bis Ende September, mit zwei bis drei Schnitten pro Saison. Geschnitten werden ganze Triebe am Vormittag eines trockenen Tages, sobald der Tau ab ist — feucht geerntetes Kraut schimmelt beim Trocknen leicht. Der letzte Schnitt fällt vor den ersten Frost.
Wann blüht Majoran und kann ich ihn dann noch verwenden?
Er blüht ab Juli mit kleinen weißen bis rosa Knoten. Verwendbar bleibt er auch danach, die Blätter werden aber kleiner und die Stängel zäh; Knospen und Blüten kannst du mitessen. Wer nur Blatt will, knipst die Knoten aus, dann verzweigt die Pflanze noch einmal.
Wächst Majoran im Balkonkasten?
Ja, an einer warmen Südwand im Kasten oft sogar besser als im Beet, weil er dort mehr Wärme bekommt. Ein kleiner Topf oder ein normaler Kasten genügt, drei Pflanzen im Abstand von 20 Zentimetern decken den Küchenbedarf. Auf der Zimmerfensterbank bleibt er dagegen dünn.

Alle Zeiten sind Richtwerte für das jeweilige Klima, keine Garantie. Wetter, Lage und Sorte entscheiden mit.