Blattgemüse & Salate
Mangold
Beta vulgaris subsp. vulgaris var. cicla
Zeiten für deine Region
Vorschlag: Mittel · Im Lexikon erklärt
DirektsaatAnfang April – Ende Juni
ErnteMitte Juni – Anfang November
Praxistipp
Anspruchsloser als Spinat und liefert den ganzen Sommer. Äußere Blätter laufend ernten, das Herz stehen lassen.
Herkunft & Geschichte
Mangold stammt wie Rote Bete, Zucker- und Futterrübe von der Wilden Rübe (Beta vulgaris subsp. maritima) ab, die an den Küsten des Mittelmeers und des Atlantiks wächst — dieselbe Art, einmal auf Blatt und einmal auf Wurzel hin ausgelesen. In Mitteleuropa war Mangold jahrhundertelang das Blattgemüse schlechthin und wurde erst im 19. Jahrhundert vom Spinat verdrängt. Die alte Bezeichnung „Beißkohl“ hält sich regional bis heute, in der Schweiz heißt er „Krautstiel“.
Sorten
Stielmangold, auch Rippenmangold genannt, bildet breite, fleischige Stiele und liefert praktisch zwei Gemüse in einem; Schnittmangold hat dünne Stiele und feineres Laub, wird wie Spinat geschnitten und treibt dafür schneller nach. Weißstielige Sorten wie „Lucullus“ sind die ertragreichsten und stehen am längsten; die bunten Mischungen mit gelben, orangen und roten Stielen sind vor allem eine Zierde und wachsen etwas zögerlicher. Mangold wird fast durchweg samenfest angeboten, eigene Samenernte ist allerdings aufwendig, weil er erst im zweiten Jahr blüht.
Pflege
Das „Korn“ ist ein Knäuel aus mehreren Samen, es kommen also immer Büschel hoch — konsequent auf 25 cm vereinzeln, sonst gibt es nur Stiele und kaum Blatt. Als Mittelzehrer trägt ihn eine Gabe reifer Kompost im Frühjahr durch den ganzen Sommer. Gleichmäßig wässern, sonst werden die Stiele holzig und faserig. Vergilbte äußere Blätter regelmäßig ganz herausbrechen, damit die Pflanze weiter ins Herz treibt; unter einer Laub- oder Reisigdecke überwintert Mangold in milden Lagen und liefert im März einen frühen Schnitt, bevor er im zweiten Jahr schosst.
Was schiefgehen kann
Der typische Befall ist die Rübenfliege, deren Larven blasige, hellbraune Gänge zwischen den Blatthäuten minieren. Betroffene Blätter beim Rundgang abnehmen und ein feinmaschiges Netz über die jungen Pflanzen legen, dann bleibt es beim Schönheitsfehler. In warm-feuchten Sommern kommen Cercospora-Blattflecken dazu — runde graubraune Flecken mit rotbraunem Rand. Dagegen hilft weiter pflanzen, am Fuß gießen, befallenes Laub entfernen und Mangold, Rote Bete und Spinat drei Jahre auseinanderhalten.
Ernte, Lagerung & Küche
Die Blätter mit dem Messer am Ansatz abschneiden statt abzureißen — beim Reißen zieht man leicht das Herz mit heraus. Stiele und Blattgrün trennen und getrennt garen, die Stiele brauchen etwa fünf Minuten länger. Frisch hält Mangold nur zwei bis drei Tage; das Blattgrün lässt sich wie Spinat blanchieren und einfrieren, die Stiele werden dabei matschig. Rote und gelbe Stiele verlieren beim Kochen ihre Farbe — wer sie sehen will, verwendet sie roh gehobelt oder nur kurz gedünstet.
Alle Zeiten sind Richtwerte für das jeweilige Klima, keine Garantie. Wetter, Lage und Sorte entscheiden mit.