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Fruchtgemüse

Mexikanische Minigurke

Melothria scabra

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Praxistipp

Die Früchte sind bei zwei bis drei Zentimetern reif und schmecken wie eine Gurke mit einem Spritzer Limette — größer geworden sind sie nur noch mehlig. Alle paar Tage durchpflücken, dann setzt die Ranke immer weiter an.

Herkunft & Geschichte

Die Mexikanische Minigurke ist trotz des Namens keine Gurke, sondern Melothria scabra, eine eigene Gattung unter den Kürbisgewächsen. In Mexiko und Mittelamerika wurde sie lange vor der spanischen Eroberung angebaut; auf Spanisch heißt sie sandiita, kleine Wassermelone, nach der gesprenkelten Schale. In europäischen Saatgutkatalogen steht sie erst seit gut fünfzehn Jahren. In ihrer Heimat ist sie ausdauernd: Sie legt unter der Erde eine Knolle an und treibt daraus im nächsten Jahr wieder aus — bei uns übersteht diese Knolle einen Winter im Freiland nur selten.

Sorten

Eine Sortenwahl gibt es praktisch nicht: Im Handel steht die reine Art, nur unter einem halben Dutzend Namen — Mexikanische Minigurke, Mexikanische Sauergurke, Cucamelon, Mouse Melon, sandía de ratón. Wichtiger ist, nicht danebenzugreifen: Die Angurie (Cucumis anguria) trägt stachelige Früchte in Eigröße, die Horngurke (Cucumis metuliferus) wird noch deutlich größer. Das Saatgut ist samenfest, du kannst also aus einer gut ausgereiften Frucht selbst welches gewinnen. Die Körner sind hart und keimen bei 22 bis 25 Grad ein bis zwei Wochen lang; alte Tüten lässt du besser liegen.

Pflege

Sie will von Anfang an nach oben: ein Netz, ein Zaunfeld oder ein paar gespannte Schnüre. Die ersten beiden Triebe legst du von Hand an, danach halten sich die Ranken selbst fest. Ausgegeizt wird nichts. Der Wasserbedarf ist geringer als bei einer Gurke, ein 10-Liter-Topf ist im Hochsommer trotzdem an einem Tag leer, also täglich kontrollieren. Dünge zurückhaltend, sonst bekommst du drei Meter Ranke und wenig Frucht. Im Oktober kannst du die Knolle ausgraben, trocken und frostfrei bei 8 bis 10 Grad lagern und im April eintopfen — sie startet dann Wochen früher als eine Aussaat.

Was schiefgehen kann

Wochenlang passiert nichts, und das ist kein Fehler: Die Minigurke ist einhäusig, männliche und weibliche Blüten sitzen getrennt an derselben Ranke, und zuerst öffnen sich fast nur männliche. Die weibliche erkennst du an der winzigen Frucht hinter der Blüte. Die Bestäubung erledigen Insekten; auf einem verglasten Balkon, auf dem nichts fliegt, überträgt man den Pollen morgens mit einem weichen Pinsel. Sonst geht kaum etwas schief — Schnecken an den Jungpflanzen sind das größte Risiko, Mehltau im September kostet nur die letzten Früchte. Übersehene Früchte säen sich aus, und milde Winter überstehen einzelne Knollen im Boden.

Ernte, Lagerung & Küche

In einer Schale bei Zimmertemperatur halten sie etwa eine Woche, ungewaschen im Gemüsefach etwas länger; einfrieren geht nicht, sie fallen beim Auftauen zusammen. Die eigentliche Antwort auf eine Ranke, die mehrere hundert Früchte trägt, ist das Einlegen: ganz, mit Dill, Senfkörnern und einem milden Essigsud bleiben sie monatelang knackig und werden längst nicht so weich wie Gewürzgurken. Roh und halbiert kommen sie in Salat, in eine Salsa mit Tomate und Koriander oder aufs Käsebrett. Geschält wird nichts, die Haut ist dünn und bleibt beim Kauen nicht zwischen den Zähnen.

Alle Zeiten sind Richtwerte für das jeweilige Klima, keine Garantie. Wetter, Lage und Sorte entscheiden mit.