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Minze

Mentha × piperita

Zeiten für deine Region

Vorschlag: Mittel · Im Lexikon erklärt

Wird nicht gesät — Jungpflanzen kommen direkt ins Beet.

Praxistipp

Nur mit Wurzelsperre oder im Topf pflanzen — über Ausläufer übernimmt sie sonst binnen zwei Jahren das ganze Beet.

Herkunft & Geschichte

Die Pfefferminze ist keine Wildart, sondern eine natürliche Kreuzung aus Wasserminze und Grüner Minze, die um 1696 in England entdeckt und danach bei Mitcham südlich von London feldmäßig angebaut wurde — „Mitcham“ steht bis heute für Pfefferminze. Als Hybride ist sie steril und setzt keine keimfähigen Samen an; jede Pfefferminze der Welt stammt deshalb aus vegetativer Vermehrung. Der Rest der Gattung kreuzt sich dagegen bereitwillig, was die vielen Zwischenformen im Handel erklärt.

Sorten

„Minze“ ist ein Sammelbegriff für Dutzende Arten und Sorten. Für Tee und für die orientalische Küche nimmt man Grüne Minze bzw. Marokkanische Minze (Mentha spicata) — mild und süßlich, ohne Mentholschärfe; die Pfefferminze ist die scharfe, kühle. Dazu kommen Duftsorten wie Schoko-, Erdbeer- oder Orangenminze. Gekauft wird als Pflanze und nach Geruch: an einem Blatt reiben, denn die Etiketten sind bei Minzen notorisch unzuverlässig, und eine Samentüte mit der Aufschrift „Pfefferminze“ ergibt zwangsläufig etwas anderes.

Pflege

Minze ist das eine Küchenkraut, das nicht trocken stehen will: gleichmäßig feucht, halbschattig, im Topf im Sommer fast täglich gießen. Sobald die ersten Blütenknospen erscheinen, den ganzen Bestand auf eine Handbreit zurückschneiden — der zweite Austrieb bringt wieder große, weiche Blätter, während blühende Triebe nur kleine und harte liefern. Im Topf oder hinter der Wurzelsperre erschöpft sich die Erde schnell; alle zwei bis drei Jahre den Horst teilen, das ausgelaugte Innere entsorgen und die kräftigen Randstücke in frische Erde setzen.

Was schiefgehen kann

Der Minzrost ist der Klassiker: orangebraune Pusteln auf den Blattunterseiten, die sich im Sommer schnell ausbreiten. Der Erreger überdauert im Wurzelstock, deshalb befallene Triebe komplett abschneiden und über den Restmüll entsorgen statt zu kompostieren, luftiger pflanzen, am Boden statt über das Laub gießen — und bei wiederkehrendem Befall lieber mit gesunden Jungpflanzen an einer neuen Stelle neu anfangen. In dichten, alten Horsten kommt gegen Ende des Sommers Mehltau dazu; ein radikaler Rückschnitt löst meist beides. Ein zu kleiner Topf ist der zweithäufigste Grund für kleine, harte Blätter.

Ernte, Lagerung & Küche

Am aromatischsten ist Minze kurz vor der Blüte; dann ganze Triebe schneiden, statt einzelne Blätter zu zupfen. Sie gehört zu den wenigen Kräutern, die getrocknet fast nichts verlieren — bündelweise luftig im Schatten trocknen und dunkel in einem gut schließenden Glas aufbewahren. Frisch passt Grüne Minze an Joghurt, Erbsen, Kartoffeln, Couscous und in kalte Getränke; die scharfe Pfefferminze ist dafür meist zu dominant und als Tee besser aufgehoben.

Alle Zeiten sind Richtwerte für das jeweilige Klima, keine Garantie. Wetter, Lage und Sorte entscheiden mit.