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Wurzelgemüse

Möhre

Daucus carota subsp. sativus

Zeiten für deine Region

Vorschlag: Mittel · Im Lexikon erklärt

Praxistipp

Keimt langsam und ungleichmäßig — die Rille bis zum Auflaufen gleichmäßig feucht halten. Eine Reihe Zwiebeln daneben lenkt die Möhrenfliege ab.

Herkunft & Geschichte

Die Möhre stammt von der Wilden Möhre ab, die bei uns an Wegrändern und auf Magerwiesen wächst — ihre weiße Dolde trägt in der Mitte oft eine einzelne schwarzrote Blüte. Als Kulturpflanze kam sie über Persien und Afghanistan nach Europa, damals in Violett, Gelb und Weiß; die orange Möhre setzte sich erst im 16. und 17. Jahrhundert über niederländische Züchtungen durch und verdrängte danach alle anderen Farben. Botanisch ist sie ein Doldenblütler und damit eng mit Pastinake, Sellerie und Petersilie verwandt — was für die Fruchtfolge zählt.

Sorten

Die Sortentypen unterscheiden sich vor allem in der Wurzelform: Nantaise-Typen sind zylindrisch und stumpf und der Standard fürs Beet, runde Pariser und kurze Amsterdamer sind schnelle Frühsorten, Chantenay-Typen bleiben kurz und kegelig und kommen mit schwerem oder steinigem Boden zurecht, lange Berlikumer und Flakkeeser sind die Lagermöhren für tiefgründigen Sandboden. Hast du nur flachgründigen oder lehmigen Boden, nimm bewusst einen kurzen Typ statt einer langen Sorte — das ist wirksamer als jede Bodenverbesserung im ersten Jahr. Einige Sorten sind ausdrücklich als weniger anfällig für die Möhrenfliege ausgewiesen.

Pflege

Die eigentliche Arbeit ist das Vereinzeln: bei 3–4 cm Höhe auf 4–5 cm Abstand ausdünnen, sonst bleiben alle Wurzeln dünn. Zieh die Pflänzchen an einem feuchten Abend heraus und nimm sie vom Beet mit — es ist der Duft der verletzten Blätter, der die Möhrenfliege anlockt. Kein frischer Mist und keine hohen Stickstoffgaben: Das gibt üppiges Laub und beinige, verzweigte Wurzeln. Wenn die Schultern aus dem Boden schauen, häufle etwas Erde darüber, sonst werden sie grün und bitter.

Was schiefgehen kann

Der Hauptschaden kommt von der Möhrenfliege: Die Larven fressen rostbraune Gänge dicht unter der Schale. Sie fliegt niedrig, deshalb hilft ein engmaschiges Kulturschutznetz ab dem Saattag, an den Rändern dicht aufliegend, mehr als alles andere; eine Aussaat erst ab Mitte Mai umgeht die erste Generation. Möhren mindestens drei bis vier Jahre nicht auf dasselbe Beet und nicht nach Pastinake, Sellerie oder Petersilie, sonst reichern sich Nematoden und die Möhrenschwärze an. Gegabelte Wurzeln liegen fast immer an Steinen, an einer Verdichtung im Unterboden oder an frischer Düngung — nicht an der Sorte.

Ernte, Lagerung & Küche

Erntereif sind sie, wenn die Schulter etwa 3 cm misst; für den Wintervorrat lässt du sie bis Oktober stehen. Das Laub kommt sofort nach dem Ernten ab, sonst zieht es weiter Wasser aus der Wurzel — nicht waschen, nur grob abstreifen und ungewaschen in feuchtem Sand in einer Kiste im kühlen Keller einschlagen, so halten sie bis ins Frühjahr. Lagere sie nicht neben Äpfeln: Das Ethylen, das Äpfel abgeben, macht Möhren bitter.

Alle Zeiten sind Richtwerte für das jeweilige Klima, keine Garantie. Wetter, Lage und Sorte entscheiden mit.