Kohlgewächse
Pak Choi
Brassica rapa subsp. chinensis
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DirektsaatMitte Juli – Ende August
ErnteAnfang September – Anfang November
Praxistipp
Als Spätsommersaat zuverlässig, im Frühjahr schießt er fast immer. Wächst schnell — sechs bis acht Wochen von der Saat bis zur Ernte.
Herkunft & Geschichte
Pak Choi wird in China seit über tausend Jahren angebaut und gehört botanisch nicht zum Gemüsekohl, sondern zur Rübsen-Verwandtschaft — dieselbe Art wie Chinakohl und Mairübe. Der Name kommt aus dem Kantonesischen und bedeutet schlicht „weißes Gemüse“; gemeint sind die breiten weißen Blattstiele. In deutsche Gärten ist er erst in den letzten Jahrzehnten gekommen, zusammen mit der asiatischen Küche.
Sorten
Man unterscheidet weißstielige Typen mit breiten, löffelartigen Stielen und die zarteren grünstieligen „Shanghai“-Typen, die kompakter bleiben und schneller gar sind. Für die Sommer- und Spätsommersaat ist die Sortenwahl unkritisch; wer es trotz des Langtags im Frühjahr versuchen will, braucht ausdrücklich als schossfest ausgewiesene Sorten. Baby- oder Mini-Sorten werden schon bei etwa 15 cm Höhe im Ganzen geschnitten und passen gut in Kisten und schmale Beete.
Pflege
Pak Choi wird direkt gesät und nach dem Auflaufen auf 25 cm vereinzelt — die Ausdünnlinge sind bereits Salat. Er verträgt Wurzelstörung schlecht: Pikieren und Umsetzen ist die häufigste Ursache für Pflanzen, die statt einer Rosette einen Blütenstiel schieben. Durchgehend feucht halten, eine Trockenphase macht die Blätter zäh und bitter — in der kurzen Kulturzeit holt die Pflanze das nicht mehr auf. Ab Mitte Oktober verlängert ein Vlies die Ernte um zwei bis drei Wochen.
Was schiefgehen kann
Erdflöhe sind das Hauptproblem der Sommeraussaat: Sie schlagen die jungen Blätter siebartig durch und mögen trockene, warme Oberflächen — ein Kulturschutznetz direkt nach der Saat plus gleichmäßig feuchter, gemulchter Boden nimmt ihnen die Grundlage. An keimende Pak-Choi-Reihen gehen Nacktschnecken zuerst; abends absammeln, morgens statt abends gießen und die Beetränder kurz halten. Und obwohl er nicht wie Kohl aussieht: Pak Choi gehört in dieselbe Fruchtfolge und darf nicht direkt nach anderen Kohlarten stehen.
Ernte, Lagerung & Küche
Geerntet wird die ganze Rosette mit einem Schnitt knapp über dem Boden; lässt man den Strunk stehen, treibt er in einem milden Herbst oft noch einmal zart nach. Pak Choi welkt schnell und hält im Kühlschrank in einer Tüte etwa eine Woche — Einlagern lohnt nicht, dafür lässt er sich gut milchsauer einlegen. Beim Kochen Stiele und Blätter trennen: die Stiele brauchen ein paar Minuten, die Blätter nur Sekunden.
Häufige Fragen
- Wann sät man Pak Choi aus?
- Von Mitte Juli bis Ende August direkt ins Beet, etwa 1 cm tief. Der späte Termin hat einen Grund: Frühjahrssaaten schießen fast immer, weil kühle Nächte und lange Tage die Pflanze auf Blüte umstellen, statt auf eine feste Rosette.
- Warum schießt mein Pak Choi?
- Meist steckt Kälte dahinter: Nächte unter etwa 10 °C in den ersten Wochen stimmen die Pflanze auf Blüte um, die langen Tage im Frühsommer verstärken das noch. Geschossene Pflanzen bleiben verwertbar — Stiele und geschlossene Knospen lassen sich kurz anbraten.
- Wann ist Pak Choi erntereif?
- Ab Anfang September bis etwa zum 10. November, also gut sechs bis acht Wochen nach der Saat. Einzelne äußere Blätter kannst du schon vorher abnehmen, ohne dass die Pflanze aufhört zu wachsen — sie legt aus der Mitte heraus weiter zu.
- Verträgt Pak Choi Frost?
- Leichte Nachtfröste übersteht er, ein Wintergemüse ist er aber nicht, denn er ist nur bedingt frosthart. Die Ernte endet deshalb um den 10. November, und bei angekündigtem Dauerfrost holt man besser den ganzen Bestand auf einmal herein.
Alle Zeiten sind Richtwerte für das jeweilige Klima, keine Garantie. Wetter, Lage und Sorte entscheiden mit.