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Praxistipp

Braucht Wärme zum Keimen — unter 22 °C passiert wochenlang nichts. Grün geerntet trägt die Pflanze weiter, rot ausgereift schmeckt sie süßer.

Und in der Küche?

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Gerichte mit Paprika bei Wochentopf(öffnet Wochentopf in einem neuen Tab)

Herkunft & Geschichte

Paprika stammt aus Mittel- und Südamerika und kam 1493 mit Kolumbus nach Spanien; den Namen „Pfeffer“ trug er von Anfang an, weil er als Ersatz für den teuren schwarzen Pfeffer gehandelt wurde. Die milden, dickfleischigen Gemüsepaprika sind dagegen eine europäische Züchtungsleistung, vor allem aus Ungarn und dem Balkan im 18. und 19. Jahrhundert. Botanisch ist Gemüsepaprika dieselbe Art wie die meisten Chilis — der Unterschied liegt allein in der Züchtung.

Sorten

Blockpaprika, der dicke viereckige Supermarkttyp, braucht die meiste Wärme und die längste Saison und enttäuscht im Freiland oft. Spitz- und Snackpaprika mit kleineren, dünnwandigeren Früchten werden deutlich früher fertig und sind draußen die sichere Wahl; achte auf die Angabe „früh“ oder eine kurze Kulturdauer. Welche Endfarbe eine Sorte überhaupt erreicht, steht in der Sortenbeschreibung — grün ist nur ein Zwischenstadium. Wenn du selbst Samen nimmst, halte Abstand zu blühenden Chilis: Insekten kreuzen die beiden, und die Nachkommen können scharf ausfallen.

Pflege

Paprika will es warm und windgeschützt: Südwand, Gewächshaus oder ein Topf ab etwa zehn Litern, den du bei Kälteeinbrüchen umstellen kannst. Ausgeizen wie bei Tomaten ist hier falsch — Paprika trägt gerade an den Seitentrieben; weg kommen nur die Triebe unterhalb der ersten Verzweigung. Vergiss den Stab nicht, die Verzweigungen brechen unter der Fruchtlast leicht ab. Gleichmäßig wässern und ab dem ersten Fruchtansatz regelmäßig nachdüngen.

Was schiefgehen kann

Fallen die Blüten reihenweise ab, ohne Frucht anzusetzen, liegt es fast immer an der Temperatur: kalte Nächte unter etwa 12 °C oder Mittagshitze über 35 °C im Gewächshaus. Vlies in kühlen Nächten, Schattieren und Lüften an Hitzetagen lösen das — Düngen nicht. In trockener Gewächshaus- oder Zimmerluft sitzen Spinnmilben und Blattläuse an den Blattunterseiten; dreh die Blätter wöchentlich um, halte die Luft nicht staubtrocken und stelle neu gekaufte Pflanzen erst einmal getrennt. Ein schwarzer, eingesunkener Fleck an der Fruchtspitze ist Blütenendfäule und die Folge ungleichmäßiger Wasserversorgung, kein Erreger.

Ernte, Lagerung & Küche

Schneide die Früchte mit einem Stück Stiel ab, statt sie abzureißen — sonst bricht leicht der ganze Trieb mit. Vor dem ersten Frost wird abgeräumt: Früchte, die schon anfangen umzufärben, tun das bei Zimmertemperatur zu Ende, tiefgrüne bleiben grün. Gelagert wird bei 8 bis 10 °C und nicht kälter, im Kühlschrank bekommt Paprika weiche, eingesunkene Stellen. In Streifen geschnitten lässt sie sich roh einfrieren; ausgefärbte Früchte kann man im Ofen abrösten und häuten.

Häufige Fragen

Wann muss man Paprika aussäen?
Zwischen dem 15. Februar und Ende März, rund neun Wochen vor dem Auspflanzen. Ins Freie darf die Pflanze erst ab dem 20. Mai und spätestens bis zum 10. Juni — vorher ist ihr der Boden schlicht zu kalt.
Wann ist bei Paprika Erntezeit?
Von etwa dem 20. Juli bis in den Oktober hinein, im Freiland bis zur ersten Frostnacht. Die ersten Früchte nimmst du grün ab; wer auf Rot oder Gelb wartet, rechnet ab voller Größe noch einmal drei bis vier Wochen dazu.
Kann man Paprika grün ernten?
Ja — grün ist einfach das unreife Stadium derselben Sorte, voll verwendbar und nur grasiger und weniger süß. Gerade die erste, unterste Frucht nimmst du besser früh grün ab: Die Pflanze steckt ihre Kraft dann in neue Blüten statt in ein einzelnes ausreifendes Exemplar.
Ist die Paprikapflanze winterhart?
Nein, sie ist frostempfindlich und wird bei uns einjährig gezogen — die erste Frostnacht beendet sie. Ein Kübelexemplar lässt sich hell und frostfrei über den Winter bringen; eine ausgepflanzte Paprika verliert beim Eintopfen so viele Wurzeln, dass sich der Aufwand selten lohnt.

Alle Zeiten sind Richtwerte für das jeweilige Klima, keine Garantie. Wetter, Lage und Sorte entscheiden mit.