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Wurzelgemüse

Pastinake

Pastinaca sativa

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Praxistipp

Braucht immer frisches Saatgut, altes keimt kaum. Bleibt den Winter über im Beet — nach dem ersten Frost schmeckt sie deutlich süßer.

Herkunft & Geschichte

Die Pastinake ist eine der wenigen Gemüsearten, deren Wildform bei uns heimisch ist — die Wilde Pastinake wächst an Wegrändern und auf Halbtrockenrasen. Bis zur Verbreitung der Kartoffel im 18. Jahrhundert war sie in Mittel- und Nordeuropa eines der wichtigsten sättigenden Wintergemüse; danach verschwand sie fast vollständig aus deutschen Gärten und kam erst in den letzten Jahrzehnten über die britische und skandinavische Küche zurück. Mit Möhre, Sellerie und Petersilie ist sie eng verwandt, was bei der Fruchtfolge zählt.

Sorten

Halblange Sorten wie „Halblange Weiße“ oder „White Gem“ kommen mit flachgründigem und schwerem Boden zurecht, lange Typen wie „Tender and True“ brauchen mindestens 40 cm lockeren, steinfreien Boden. Neuere F1-Sorten wie „Gladiator“ oder „Palace“ sind ausdrücklich als schorftolerant ausgewiesen — in nassen Herbsten ein spürbarer Unterschied. Da bei Pastinaken ohnehin jedes Jahr eine neue Tüte fällig ist, kostet dich die Wahl einer toleranten Sorte nichts.

Pflege

Vereinzele auf 12 cm, sobald du die Reihe sicher erkennst, und halte sie die ersten acht Wochen konsequent unkrautfrei — die Sämlinge sind winzig und gehen sonst unter. Ein paar Radieschen in dieselbe Rille gesät markieren die Reihe, solange die Pastinake noch nicht da ist, und sind längst abgeerntet, bevor sie stören. In langen Trockenphasen im Hochsommer durchdringend wässern; wechselnd trocken und nass reißt die Schulter auf. Der Saft von Laub und Stängeln kann zusammen mit Sonnenlicht auf der Haut reagieren — beim Jäten und Ernten an heißen Tagen lange Ärmel tragen.

Was schiefgehen kann

Das typische Problem sind braunschwarze, faulende Stellen am Wurzelkopf (Pastinakenschorf), begünstigt durch nasse Herbste, frische Düngung und Hackverletzungen — etwas Erde über die Schultern häufeln, vorsichtig hacken und eine tolerante Sorte wählen. Die Möhrenfliege befällt Pastinaken genauso wie Möhren; ein Kulturschutznetz ab der Aussaat und mindestens vier Jahre Abstand zu Möhre, Sellerie und Petersilie im selben Beet sind die Antwort. Gegabelte Wurzeln entstehen an Steinen, an einer Verdichtung im Unterboden oder an frischem Mist — eine tiefgründig gelockerte, aber nicht frisch gedüngte Fläche löst das dauerhaft.

Ernte, Lagerung & Küche

Ab Oktober roden — grabe mit der Grabegabel tief und großzügig, die Wurzel ist lang und bricht am Kopf leicht ab. Eine Laubschicht über dem Beet hält den Boden offen, sodass du auch bei Frost weiter stechen kannst; wird die Fläche gebraucht, halten Pastinaken in feuchtem Sand im kühlen Keller. Sie enthalten viel Zucker und bräunen im Ofen schneller als Möhren, deshalb bei mäßiger Hitze rösten. Spätestens im März räumen: Dann treibt die Pflanze aus und die Wurzel wird von innen holzig.

Häufige Fragen

Wie lagere ich Pastinaken am besten?
Ungewaschen und ohne Laub halten sie sich im Gemüsefach zwei bis drei Wochen, am besten in einem Beutel mit ein paar Luftlöchern. Größere Mengen schlägst du in feuchten Sand ein. Geschält, gewürfelt und kurz blanchiert lassen sie sich auch einfrieren.
Wann haben Pastinaken Saison?
Von Oktober bis Ende Februar. Gesät wird zwischen Mitte März und dem 20. Mai, die Wurzel braucht also fast das ganze Gartenjahr. Wer bis nach den ersten Frostnächten wartet, erntet eine spürbar süßere Wurzel.
Sind Pastinaken winterhart?
Ja, sie bleiben den ganzen Winter im Beet und vertragen auch strengen Frost — geerntet wird bis Ende Februar. Das Laub zieht dabei ein, markiere die Reihe also im Herbst mit Stäben, sonst suchst du im Januar. Schwierig wird nur das Graben bei durchgefrorenem Boden.
Kann man die Blätter der Pastinake essen?
Nein, verwendet wird ausschließlich die Wurzel; das Laub ist kein Küchengemüse. Trage beim Jäten und Ernten an sonnigen Tagen lieber lange Ärmel und Handschuhe — der Saft aus Laub und Stängeln reagiert zusammen mit Sonnenlicht auf der Haut.

Alle Zeiten sind Richtwerte für das jeweilige Klima, keine Garantie. Wetter, Lage und Sorte entscheiden mit.