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Kräuter

Petersilie

Petroselinum crispum

Zeiten für deine Region

Vorschlag: Mittel · Im Lexikon erklärt

Praxistipp

Keimt notorisch langsam, drei bis vier Wochen sind normal. Nicht zweimal hintereinander an dieselbe Stelle säen — sie verträgt sich nicht mit sich selbst.

Herkunft & Geschichte

Die Petersilie stammt aus dem östlichen Mittelmeerraum, wo sie wild auf Felshängen und Mauern wächst — der botanische Name Petroselinum bedeutet nichts anderes als „Felsen-Sellerie“. Die Römer kultivierten sie und brachten sie über die Alpen; seit dem Mittelalter gehört sie fest zu den Klostergärten und ist bis heute eines der meistverwendeten Küchenkräuter Deutschlands. Botanisch ist sie zweijährig: Im ersten Jahr bildet sie nur die Blattrosette, im zweiten schießt sie und blüht — nach diesem zweiten Frühjahr ist eine Pflanze erledigt.

Sorten

Glatte Petersilie hat das deutlich kräftigere Aroma und ist das, womit tatsächlich gekocht wird; die krause ist robuster im Winter und hält sich als Beilage länger frisch. Daneben gibt es die Wurzelpetersilie, die wie eine Möhre gesät und im Herbst als weiße Wurzel geerntet wird — ihr Laub ist essbar, aber gröber. Beim Kauf zählt vor allem das Datum: Petersiliensamen verliert rasch an Keimkraft, und altes Saatgut aus der Schublade ist der häufigste Grund dafür, dass überhaupt nichts aufläuft.

Pflege

Bis zum Auflaufen darf die Saatrille nie abtrocknen — drei bis vier Wochen lang gleichmäßig feucht halten, notfalls mit einem Vlies abdecken, sonst verkrustet die Oberfläche und die Keimlinge kommen nicht durch. Später auf etwa zehn Zentimeter vereinzeln und in Trockenphasen gründlich wässern; halbschattig bleibt das Laub zarter. Geerntet wird stängelweise von außen dicht über dem Boden, nie quer über die Pflanze hinweggeschnitten — aus dem Herzen wächst laufend Neues nach.

Was schiefgehen kann

Petersilie verträgt nicht nur sich selbst nicht, sondern die ganze Verwandtschaft: Auch nach Möhre, Sellerie, Dill oder Fenchel gehört sie nicht ins Beet, drei bis vier Jahre Abstand sind das Mindeste. In nassen Sommern zeigen sich braungraue Blattflecken mit dunklem Rand; weiter pflanzen, am Boden gießen, befallene Blätter herausschneiden und nicht im nassen Bestand arbeiten. Einzelne Pflanzen, die mitten in der Reihe plötzlich welken, zieht man samt Wurzel heraus und gibt sie nicht auf den Kompost; bei der Wurzelpetersilie hält zusätzlich ein Kulturschutznetz die Möhrenfliege fern.

Ernte, Lagerung & Küche

Petersilie kommt erst am Ende ans Gericht; mitgekocht verliert sie ihr Aroma vollständig. Die Stiele wegzuwerfen ist Verschwendung — sie schmecken kräftiger als die Blätter und gehören in jeden Brühansatz. Trocknen lohnt kaum, gehackt eingefroren behält sie dagegen fast alles; im Beet erntet man unter einem Vlies bis in den Dezember hinein weiter.

Alle Zeiten sind Richtwerte für das jeweilige Klima, keine Garantie. Wetter, Lage und Sorte entscheiden mit.