Wurzelgemüse
Petersilienwurzel
Petroselinum crispum subsp. tuberosum
Zeiten für deine Region
Vorschlag: Mittel · Im Lexikon erklärt
DirektsaatMitte März – Mitte Mai
ErnteMitte September – Ende November
Praxistipp
Keimt so langsam wie Möhre. Das Kraut ist wie Petersilie verwendbar, also erntest du zweimal von derselben Reihe.
Herkunft & Geschichte
Die Wurzelpetersilie ist eine Auslese der gewöhnlichen Petersilie, die aus dem östlichen Mittelmeerraum stammt; die dickwurzelige Form wurde in Mittel- und Osteuropa herausgezüchtet und gehört in Deutschland, Polen und Ungarn seit Langem in den Suppentopf. Der englische Name „Hamburg parsley“ erinnert daran, dass sie im 18. Jahrhundert über den Hamburger Handel nach England kam. Am Marktstand wird sie regelmäßig mit der Pastinake verwechselt — die Petersilienwurzel ist schlanker, läuft spitzer zu und riecht am Blattansatz deutlich nach Petersilie.
Sorten
Achte darauf, dass auf der Tüte „Wurzel-“ oder „Knollenpetersilie“ steht — Blattpetersilie, ob glatt oder kraus, bildet keine brauchbare Wurzel. Das Sortenangebot ist klein: „Halblange“ und „Berliner Halblang“ sind der Standard und kommen auch auf schwererem Boden zurecht, längere Sorten wie „Arat“ oder „Oliver“ lohnen nur bei tiefgründigem, steinfreiem Boden. Wie bei allen Doldenblütlern verliert das Saatgut schnell an Keimkraft, deshalb kleine Portionen kaufen und Reste nach zwei Jahren aussortieren.
Pflege
Vereinzele auf 8 cm, sobald die Reihe sicher zu erkennen ist, und halte sie früh unkrautfrei; die Sämlinge bleiben wochenlang winzig. Beim Ernten des Krauts sparsam sein: Nimm nie mehr als ein Drittel der Blätter auf einmal, sonst bleibt die Wurzel dünn. Mit Stickstoff zurückhaltend düngen — üppiges Laub geht auf Kosten der Wurzel — und in Trockenphasen durchdringend statt oberflächlich wässern.
Was schiefgehen kann
Petersilie verträgt sich nicht mit sich selbst: Nach Petersilie, Möhre, Sellerie oder Pastinake angebaut, kümmern die Pflanzen und faulen an der Wurzel („Petersilienmüdigkeit“). Vier bis fünf Jahre Anbaupause auf derselben Fläche sind hier keine Vorsichtsmaßnahme, sondern die eigentliche Lösung. In nassen Sommern zeigen sich braune Blattflecken; weiter Stand, morgens am Boden gießen statt über das Laub und das Abnehmen stark befallener Blätter halten das im Rahmen. Auch die Möhrenfliege geht an die Wurzel — dieselbe Netzabdeckung wie bei Möhren hilft.
Ernte, Lagerung & Küche
Ab Mitte September ernten, wenn die Wurzel 3–4 cm Durchmesser hat; vorsichtig mit der Grabegabel lockern, sie bricht leicht. Für den Vorrat vor dem Durchfrieren roden und in feuchtem Sand im kühlen Keller einschlagen; in milden Lagen kann ein Rest unter einer Laubschicht stehen bleiben. Der Geschmack ist deutlich kräftiger als der von Möhre oder Pastinake — im Suppengrün reicht eine Wurzel für einen großen Topf. Das Kraut ist gröber und würziger als Blattpetersilie und eignet sich besser zum Mitkochen als zum Darüberstreuen.
Alle Zeiten sind Richtwerte für das jeweilige Klima, keine Garantie. Wetter, Lage und Sorte entscheiden mit.