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Blattgemüse & Salate

Pflücksalat

Lactuca sativa var. crispa

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Praxistipp

Nicht den ganzen Kopf ernten, sondern die äußeren Blätter abzupfen — dann liefert dieselbe Pflanze wochenlang nach.

Herkunft & Geschichte

Aller Gartensalat stammt vom Wilden Lattich (Lactuca serriola) ab, einer Pflanze des Mittelmeerraums und Vorderasiens; die Ägypter kultivierten ihn schon vor über 4000 Jahren, die Römer brachten ihn über die Alpen. Die pflückbaren Blattsalate sind dabei die ältere Form — feste Köpfe wurden erst ab dem 16. Jahrhundert herausgezüchtet. Der Gattungsname Lactuca kommt vom lateinischen lac, Milch: Bricht man einen Salatstrunk an, tritt weißer Milchsaft aus.

Sorten

Eichblatt, Lollo Bionda und Lollo Rossa unterscheiden sich vor allem in Blattform und Farbe; rotlaubige Sorten wachsen etwas langsamer, stehen dafür meist länger, bevor sie schossen. Batavia-Typen bilden lockere Köpfe und vertragen Hitze am besten. Fertige Schnittsalat- und Baby-Leaf-Mischungen werden dicht in ein Band gesät und mit der Schere geerntet. Pflücksalat ist ein Selbstbefruchter und fast immer samenfest — eigene Samenernte funktioniert hier problemlos.

Pflege

Auf 15 cm vereinzeln, auch wenn es zu weit aussieht: zu dicht stehende Pflanzen bleiben klein und faulen im Herzen. Salat wurzelt flach und braucht gleichmäßige Feuchte — lieber alle zwei Tage durchdringend gießen als täglich antippen, und immer am Boden statt über die Blätter. Als Schwachzehrer braucht er keine Stickstoffgabe; eine Handvoll reifer Kompost beim Anlegen des Beetes reicht für die ganze Kultur. Alle zwei bis drei Wochen eine kurze neue Reihe säen, dann reißt der Nachschub nicht ab.

Was schiefgehen kann

Falscher Mehltau ist der häufigste Pilzbefall: gelbe, von den Blattadern begrenzte Flecken mit grauweißem Belag auf der Unterseite, begünstigt durch dichten Stand und über Nacht nasse Blätter. Weiter pflanzen, morgens am Fuß gießen, befallene Blätter herausnehmen und auf ausgewiesen mehltautolerante Sorten setzen. Schnecken gehen zuerst an junge Sämlinge — schon 10 cm große Pflanzen kommen deutlich besser durch, und ein abendlicher Rundgang mit dem Eimer bringt in feuchten Wochen mehr als alles andere. Braune, vertrocknete Blattränder sind kein Erreger, sondern die Folge schwankender Wasserversorgung.

Ernte, Lagerung & Küche

Am besten früh am Morgen ernten, solange die Blätter prall sind — mittags geschnitten ist Salat schon halb welk. Erst kurz vor dem Essen waschen und gründlich trocken schleudern; nass gelagert wird er innerhalb von Stunden glasig. Schlappe Blätter erholen sich in kaltem Wasser meist wieder. Im Kühlschrank hält eine Portion in ein feuchtes Tuch gewickelt zwei bis drei Tage, länger lohnt sich das Aufheben nicht.

Häufige Fragen

Ist Pflücksalat winterhart?
Nein, winterhart ist er nicht. Leichte Fröste im Frühjahr und Herbst verträgt er, und unter einem Vlies lässt sich die Ernte bis in den November strecken — ein durchgefrorener Winter im Freien beendet den Bestand aber.
Wann kann ich Pflücksalat säen?
Von Mitte März bis Anfang September direkt ins Beet, geerntet wird von Ende April bis Anfang November. Die Samen nur andrücken statt sie zu bedecken, und mit sechs bis acht Wochen bis zum ersten Schnitt rechnen; die Sommersätze gehen etwas schneller.
Warum schmeckt mein Pflücksalat bitter?
Meist steht er kurz vor der Blüte: Wärme, lange Tage und Trockenheit treiben ihn in den Blütentrieb, und dann werden die Blätter bitter. Ernte den Rest zügig ab und lege den nächsten Satz für den Sommer halbschattig an.
Wie oft kann ich Pflücksalat schneiden?
Beides geht: Zupfst du nur die äußeren Blätter, liefert dieselbe Pflanze vier bis sechs Wochen nach. Schneidest du den ganzen Bestand knapp vier Zentimeter über dem Boden, treibt er zwei- bis dreimal wieder durch, mit zwei bis drei Wochen Pause dazwischen. Danach fallen die Blätter merklich kleiner aus.
Wächst Pflücksalat im Balkonkasten?
Ja, ein Kasten mit rund 20 cm Erdtiefe genügt. Setze die Pflanzen 15 cm auseinander, gieße morgens direkt auf die Erde und stelle den Kasten nicht in die pralle Mittagssonne — dort schießt er deutlich früher.

Alle Zeiten sind Richtwerte für das jeweilige Klima, keine Garantie. Wetter, Lage und Sorte entscheiden mit.