Blattgemüse & Salate
Pflücksalat
Lactuca sativa var. crispa
Zeiten für deine Region
Vorschlag: Mittel · Im Lexikon erklärt
DirektsaatMitte März – Anfang September
ErnteEnde April – Anfang November
Praxistipp
Nicht den ganzen Kopf ernten, sondern die äußeren Blätter abzupfen — dann liefert dieselbe Pflanze wochenlang nach.
Herkunft & Geschichte
Aller Gartensalat stammt vom Wilden Lattich (Lactuca serriola) ab, einer Pflanze des Mittelmeerraums und Vorderasiens; die Ägypter kultivierten ihn schon vor über 4000 Jahren, die Römer brachten ihn über die Alpen. Die pflückbaren Blattsalate sind dabei die ältere Form — feste Köpfe wurden erst ab dem 16. Jahrhundert herausgezüchtet. Der Gattungsname Lactuca kommt vom lateinischen lac, Milch: Bricht man einen Salatstrunk an, tritt weißer Milchsaft aus.
Sorten
Eichblatt, Lollo Bionda und Lollo Rossa unterscheiden sich vor allem in Blattform und Farbe; rotlaubige Sorten wachsen etwas langsamer, stehen dafür meist länger, bevor sie schossen. Batavia-Typen bilden lockere Köpfe und vertragen Hitze am besten. Fertige Schnittsalat- und Baby-Leaf-Mischungen werden dicht in ein Band gesät und mit der Schere geerntet. Pflücksalat ist ein Selbstbefruchter und fast immer samenfest — eigene Samenernte funktioniert hier problemlos.
Pflege
Auf 15 cm vereinzeln, auch wenn es zu weit aussieht: zu dicht stehende Pflanzen bleiben klein und faulen im Herzen. Salat wurzelt flach und braucht gleichmäßige Feuchte — lieber alle zwei Tage durchdringend gießen als täglich antippen, und immer am Boden statt über die Blätter. Als Schwachzehrer braucht er keine Stickstoffgabe; eine Handvoll reifer Kompost beim Anlegen des Beetes reicht für die ganze Kultur. Alle zwei bis drei Wochen eine kurze neue Reihe säen, dann reißt der Nachschub nicht ab.
Was schiefgehen kann
Falscher Mehltau ist der häufigste Pilzbefall: gelbe, von den Blattadern begrenzte Flecken mit grauweißem Belag auf der Unterseite, begünstigt durch dichten Stand und über Nacht nasse Blätter. Weiter pflanzen, morgens am Fuß gießen, befallene Blätter herausnehmen und auf ausgewiesen mehltautolerante Sorten setzen. Schnecken gehen zuerst an junge Sämlinge — schon 10 cm große Pflanzen kommen deutlich besser durch, und ein abendlicher Rundgang mit dem Eimer bringt in feuchten Wochen mehr als alles andere. Braune, vertrocknete Blattränder sind kein Erreger, sondern die Folge schwankender Wasserversorgung.
Ernte, Lagerung & Küche
Am besten früh am Morgen ernten, solange die Blätter prall sind — mittags geschnitten ist Salat schon halb welk. Erst kurz vor dem Essen waschen und gründlich trocken schleudern; nass gelagert wird er innerhalb von Stunden glasig. Schlappe Blätter erholen sich in kaltem Wasser meist wieder. Im Kühlschrank hält eine Portion in ein feuchtes Tuch gewickelt zwei bis drei Tage, länger lohnt sich das Aufheben nicht.
Alle Zeiten sind Richtwerte für das jeweilige Klima, keine Garantie. Wetter, Lage und Sorte entscheiden mit.