Wurzelgemüse
Radieschen
Raphanus sativus var. sativus
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Direktsaat1. Satz: Anfang März – Mitte Mai · 2. Satz: Anfang August – Anfang September
Ernte1. Satz: Mitte April – Ende Juni · 2. Satz: Anfang September – Ende Oktober
Praxistipp
Im Hochsommer wird er scharf und holzig — deshalb Frühjahr und Spätsommer säen, die heißen Wochen dazwischen auslassen.
Und in der Küche?
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Gerichte mit Radieschen bei Wochentopf(öffnet Wochentopf in einem neuen Tab)Herkunft & Geschichte
Radieschen und Rettich sind botanisch dieselbe Art — das Radieschen ist nur die kleine, schnell dickende Auslese daraus. Während der große Rettich schon im alten Ägypten und in Rom angebaut wurde, taucht das runde rote Radieschen erst im 16. Jahrhundert in französischen und deutschen Gärten auf. Die Schärfe stammt aus Senfölglycosiden, die erst beim Anschneiden oder Kauen freigesetzt werden — dieselbe Stoffgruppe, die auch Kohl und Senf ihren Geschmack gibt.
Sorten
Neben den runden roten Sorten wie „Saxa“ oder „Cherry Belle“ gibt es rot-weiß gespitzte wie „French Breakfast“, lange weiße wie „Eiszapfen“ sowie gelbe und violette Typen; im Geschmack unterscheiden sie sich weniger als im Aussehen. Entscheidend ist der auf der Tüte angegebene Anbauzeitraum: Frühsorten sind für Frühbeet und März gezüchtet, Sommersorten bleiben länger fest und schossen später, Herbstsorten sind für die zweite Aussaat gedacht. Eine Frühsorte im Juni gesät wird fast zwangsläufig pelzig.
Pflege
Radieschen brauchen vier bis sechs Wochen ununterbrochenes Wachstum — jeder Stillstand macht sie scharf und pelzig, also lieber täglich etwas gießen als einmal viel. Zu dicht stehende Reihen ergeben nur Laub: auf 4–5 cm vereinzeln, sobald das erste echte Blatt da ist. Säe nicht das ganze Tütchen auf einmal, sondern alle zehn bis vierzehn Tage eine kurze Reihe, sonst ist alles gleichzeitig reif. Nach Starkregen die verkrustete Bodenoberfläche vorsichtig aufkratzen.
Was schiefgehen kann
Erdflöhe schlagen bei trockenwarmem Wetter feine Löcher in die Keimblätter und können einen ganzen Satz zum Stillstand bringen; sie meiden feuchte Böden, deshalb helfen regelmäßiges Wässern, flaches Hacken und ein feinmaschiges Netz ab dem Saattag. Radieschen sind Kreuzblütler und gehören in die Kohl-Fruchtfolge — nicht nach Kohl, Rucola oder einer Senf-Gründüngung säen, sonst reichert sich die Kohlhernie an. Aufgeplatzte oder hohle Knollen kommen vom zu späten Ernten oder von viel Wasser nach einer Trockenphase.
Ernte, Lagerung & Küche
Radieschen bleiben nur wenige Tage im besten Zustand — sobald die Schulter 2–3 cm zeigt, ernten und nicht warten, bis der Nachbar größer ist. Das Laub sofort abdrehen, es zieht sonst weiter Wasser aus der Knolle; in ein feuchtes Tuch gewickelt halten sie im Kühlschrank etwa eine Woche. Junges Laub lässt sich wie ein Kraut in Suppe oder Pesto verwenden. Wer eine Reihe blühen lässt, erntet die grünen Schoten — sie schmecken scharf wie die Knolle und werden roh gegessen.
Häufige Fragen
- Warum blühen meine Radieschen statt Knollen zu bilden?
- Das ist Schossen: Hitze, lange Tage und Trockenheit ab Juni schicken die Pflanze direkt in die Blüte. Die Knolle bleibt dann klein und holzig und wird auch nicht mehr zart. Zieh solche Pflanzen heraus und säe den nächsten Satz erst wieder ab August.
- Wann kann ich Radieschen ernten?
- Aus den Frühjahrsaussaaten ab Mitte April bis Ende Juni, aus den Spätsommeraussaaten von Mitte September bis Ende Oktober. Die ersten Märzsätze brauchen in kalter Erde gut sechs Wochen, ein Satz im warmen Mai oft nur vier.
- Vertragen Radieschen Frost?
- Leichten Frost ja — deshalb funktioniert die Aussaat schon ab März unter Vlies oder im Frühbeet. Winterhart sind sie aber nicht: Bei kräftigem Dauerfrost werden die Knollen glasig, die letzte Herbsternte sollte also bis Ende Oktober im Haus sein.
- Gehen Radieschen im Balkonkasten?
- Ja, sie gehören zu den dankbarsten Kulturen für den Kasten. Etwa 15 cm Erdtiefe genügen, gesät wird 1 cm tief und später auf 4 bis 5 cm vereinzelt. Im Hochsommer steht der Kasten besser halbschattig als in der prallen Südsonne.
Alle Zeiten sind Richtwerte für das jeweilige Klima, keine Garantie. Wetter, Lage und Sorte entscheiden mit.