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Rhabarber

Rheum rhabarbarum

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Wird nicht gesät — Wurzelteilung oder gekaufte Pflanze kommen direkt ins Beet.

Die Erntezeiten gelten für eine eingewachsene Pflanze — die erste Ernte gibt es nach 2 Jahren.

Praxistipp

Nach dem Johannistag am 24. Juni wird nicht mehr geerntet — die Pflanze braucht den Rest des Sommers, um Reserven für das nächste Jahr einzulagern. Stiele werden gedreht und gezogen, nicht geschnitten. Die Blätter enthalten viel Oxalsäure und kommen nicht in die Küche.

Herkunft & Geschichte

Der Rhabarber stammt aus Sibirien und der Mongolei und ist botanisch ein Knöterichgewächs, also mit Sauerampfer und Buchweizen verwandt — daher die Säure. Nach Europa kam zuerst nicht der Stiel, sondern die getrocknete Wurzel: eine über die Seidenstraße gehandelte Ware, die zeitweise teurer war als Zimt. Erst um 1800 begann man in England, die Stiele zu kochen, als Zucker billig genug dafür geworden war; von dort kam die Nutzung als Gemüse im 19. Jahrhundert nach Deutschland, wo Rhabarber lange in jedem Bauerngarten stand.

Sorten

Drei Stufen, und sie schmecken deutlich verschieden: Grünstielige wie ‚Goliath‘ sind die ertragreichsten und zugleich die sauersten, rotschalige mit grünem Fleisch wie ‚Victoria‘ liegen dazwischen, durchgefärbte wie ‚Holsteiner Blut‘ oder ‚Frambozen Rood‘ schmecken milder und färben Kompott von allein rosa. Fürs frühe Treiben ist ‚Timperley Early‘ die verbreitetste Wahl. Gekauft wird ein getopftes Teilstück mit mindestens zwei dicken Knospen, oder du bekommst ein Stück vom Stock eines Nachbarn; aus Samen gezogene Pflanzen fallen uneinheitlich aus und brauchen ein Jahr länger.

Pflege

Die Knospen müssen knapp unter die Oberfläche, höchstens fünf Zentimeter Erde darüber — tiefer gesetzt fault das ganze Rhizom im ersten Winter. Rechne mit einem Quadratmeter je Pflanze und einem Eimer gut verrotteten Komposts im Herbst, dann trägt ein Stock zwanzig Jahre. Nach dem Pflanzen wird zwei Jahre lang nichts geerntet, auch wenn die Stiele schon verlockend aussehen. Blütenstände brichst du unten heraus, sobald sie sich zeigen. Für zwei Wochen Vorsprung stülpst du im Februar einen umgedrehten Topf über den Stock; die getriebenen Stangen sind zart und blass, dafür bleibt dieser Stock im Jahr darauf ungetrieben.

Was schiefgehen kann

Der häufigste Fehler ist zu frühes und zu hartes Ernten: Wer den jungen Stock abräumt, hat danach jahrelang dünne Stiele. Werden sie an einer alten Pflanze von selbst dünn und dafür zahlreich, ist der Stock vergreist — alle acht bis zehn Jahre gräbst du ihn im Herbst aus und teilst ihn mit dem Spaten in faustgroße Stücke mit je einer kräftigen Knospe. Schiebt eine Pflanze jedes Jahr sofort Blüten, liegt es meist an Trockenheit im Mai oder an einem ausgehungerten Standort. Steht im Winter Wasser über dem Stock, fault der Wurzelhals; ein leicht erhöhter Pflanzhügel löst das dauerhaft.

Ernte, Lagerung & Küche

Geerntet wird von Mitte April bis zum Johannistag, nie mehr als die Hälfte der Stiele auf einmal — die übrigen Blätter versorgen die Pflanze weiter. Das Blatt trennst du gleich am Beet ab und legst es auf den Kompost; in die Küche geht allein der Stiel. Früh geerntete Stangen sind zart und milder als die groben vom Juni, die man schält. In ein feuchtes Tuch gewickelt halten sie eine Woche im Kühlschrank, roh geschnitten frieren sie portionsweise gut ein. Koche sie nicht in unbeschichtetem Eisen oder Aluminium: Die Säure macht Topf und Kompott grau, und fünf Minuten genügen, danach zerfällt alles zu Mus.

Alle Zeiten sind Richtwerte für das jeweilige Klima, keine Garantie. Wetter, Lage und Sorte entscheiden mit.