Beerenobst
Rote Johannisbeere
Ribes rubrum
Zeiten für deine Region
Noch keine Region gewählt — die Zeiten gelten für die Klimazone Mittel · Region wählen
Wird nicht gesät — wurzelnackte Gehölze kommen direkt ins Beet.
Die Erntezeiten gelten für eine eingewachsene Pflanze — die erste Ernte gibt es nach 2 Jahren.
PflanzenAnfang Oktober – Ende November
ErnteEnde Juni – Anfang August
Praxistipp
Trägt an mehrjährigem Kurztrieb — anders als die schwarze. Nur die ältesten Äste ab dem vierten Jahr herausnehmen und den Rest stehen lassen; wer jährlich stark zurückschneidet, schneidet genau das Holz weg, an dem die Trauben sitzen.
Herkunft & Geschichte
Die Rote Johannisbeere ist eines der wenigen Obstgehölze, die nicht aus dem Süden zu uns kamen: Ribes rubrum und seine nächsten Verwandten wachsen wild in West- und Mitteleuropa, in feuchten Wäldern und an Bachrändern. In den Garten geholt wurde sie erst spät, im 15. und 16. Jahrhundert, vor allem in den Niederlanden, Nordfrankreich und Dänemark — die Römer kannten sie noch nicht. Der Name stammt vom Johannistag am 24. Juni, um den herum die frühen Sorten reif werden. Weiße Johannisbeeren sind botanisch dieselbe Art, nur eine Farbform mit weniger Säure.
Sorten
Zwei Sorten decken die ganze Spanne ab: ‚Jonkheer van Tets‘ ist die frühe Klassikersorte, ab Ende Juni reif, wüchsig und großbeerig, blüht aber früh und ist deshalb spätfrostgefährdet. ‚Rovada‘ blüht rund zwei Wochen später, umgeht damit die Fröste und trägt bis Anfang August auffällig lange, gleichmäßig besetzte Trauben, die sich schnell pflücken lassen. Kauf zwei- bis dreijährige Büsche mit vier bis sechs kräftigen Trieben aus der Basis; eine einzelne dünne Rute kostet dich zwei Jahre. Weiße Sorten wie ‚Weiße Versailler‘ werden genauso gezogen und schmecken milder.
Pflege
Anders als die schwarze wird sie nicht tiefer gesetzt, als sie in der Baumschule stand — sie soll kein Rutenbüschel aus der Basis bilden, sondern ein Gerüst aus wenigen Ästen, das über Jahre stehen bleibt. Die Wurzeln liegen flach: nicht tief hacken, sondern im Frühjahr eine Lage Kompost und darüber Rasenschnitt oder Laub auflegen. Über das Beerenformat entscheidet das Wasser zwischen Blüte und Ernte — bleibt der Mai trocken, bleiben die Beeren klein. Ein halbschattiger Platz trägt wirklich, auch an einer Ostwand; das ist bei Obst selten. Sobald die ersten Trauben Farbe zeigen, gehört ein Netz über den Busch, sonst räumen Amseln ihn in drei Tagen leer.
Was schiefgehen kann
Rote Blasen auf den Blättern kommen von der Johannisbeer-Blasenlaus. Sie sehen dramatisch aus, kosten aber kaum Ertrag; die Laus wandert im Juni ohnehin auf Ziest ab, stark verformte Triebspitzen knipst du einfach heraus. Ernster ist das Verrieseln: Trauben, an denen nur drei, vier Beeren sitzen. Ursache ist meist nasskaltes Wetter zur Blütezeit, in dem keine Biene fliegt — dagegen hilft nur eine später blühende Sorte. Fällt das Laub schon im August ab, war es die Blattfallkrankheit: Falllaub im Herbst zusammenrechen und entfernen, den Busch luftig halten, am Boden gießen statt über das Laub.
Ernte, Lagerung & Küche
Geerntet wird die ganze Traube am Stiel, nicht die einzelne Beere — sonst platzt sie und der Saft läuft aus. Lass die Trauben nach dem Farbumschlag noch drei bis vier Tage hängen, das nimmt die härteste Säure; nach einem Starkregen rieseln sie allerdings ab. Frisch halten sie nur zwei bis drei Tage. Der beste Trick ist Einfrieren: Trauben flach auf ein Blech legen, durchfrieren lassen und dann schütteln, die Beeren fallen von selbst vom Rispenstiel. Der Saft geliert von allein, deshalb sind Gelee und Rote Grütze die klassische Verwendung — dazu der Kuchen mit Baiserhaube, in dem das Eiweiß die Säure auffängt.
Alle Zeiten sind Richtwerte für das jeweilige Klima, keine Garantie. Wetter, Lage und Sorte entscheiden mit.