Kohlgewächse
Rotkohl
Brassica oleracea var. capitata f. rubra
Zeiten für deine Region
Vorschlag: Mittel · Im Lexikon erklärt
VorziehenAnfang März – Mitte April
PflanzenAnfang Mai – Anfang Juni
ErnteMitte August – Anfang November
Praxistipp
Wie Weißkohl zu behandeln, braucht aber etwas länger. Die Köpfe halten im kühlen Keller monatelang.
Herkunft & Geschichte
Rotkohl ist dieselbe Art wie Weißkohl, nur eine Farbform: Anthocyane in den Blättern geben ihm das Violett. Diese Farbstoffe reagieren auf Säure — mit Apfel oder Essig gekocht wird er rot, in kalkhaltigem Wasser bläulich, und darauf wird die Doppelbenennung Rotkohl im Norden, Blaukraut im Süden gern zurückgeführt. In europäischen Quellen wird er seit dem Spätmittelalter beschrieben und war lange ein reines Wintergemüse.
Sorten
Frühe Sorten liefern kleinere Köpfe für den Sommer, echte Lagersorten wie „Marner Lagerrot“ brauchen bis in den Oktober und werden dafür fest und schwer. Für den Keller nimmt man immer eine Lagersorte — ein früher Kopf ist locker gebaut und fault beim Einlagern von innen. F1-Sorten sind gleichmäßiger und platzen seltener, samenfeste Sorten kannst du selbst weitervermehren.
Pflege
Die 50 cm Abstand sind wörtlich gemeint: eng gepflanzter Rotkohl setzt kaum Kopf an, sondern bleibt bei einer lockeren Blattrosette. Entscheidend ist die Wasserversorgung im August und September, wenn der Kopf zulegt — in Trockenwochen zweimal wöchentlich durchdringend wässern statt täglich anzufeuchten. Anhäufeln gibt den schweren Köpfen Halt, und ab September nicht mehr stickstoffbetont düngen, weil weich gewachsene Köpfe im Lager schlecht durchhalten.
Was schiefgehen kann
Kleine, lockere Köpfe sind der häufigste Frust und haben fast immer eine von zwei Ursachen: zu wenig Platz oder Trockenheit in der Kopfbildung. Zu spät gepflanzt wird es ebenfalls nichts — Rotkohl braucht die vollen Wochen, ein Juli-Satz bildet keinen Kopf mehr aus. Gegen die Kohlfliege am Wurzelhals hilft ein Kohlkragen oder ein Netz ab dem Pflanztag, gegen die Kohlhernie nur die vierjährige Anbaupause.
Ernte, Lagerung & Küche
Man lässt ihn möglichst lange stehen; leichte Nachtfröste schaden dem Kopf nicht. Beim Kochen gehört Säure dazu — ein geriebener Apfel, ein Schuss Essig oder Rotwein hält die Farbe rot, ohne sie wird er grau-blau. Roh sehr fein gehobelt und mit etwas Salz durchgeknetet gibt er einen knackigen Salat; blanchiert und portionsweise eingefroren hat man ihn auch noch, wenn der Vorrat aufgebraucht ist.
Alle Zeiten sind Richtwerte für das jeweilige Klima, keine Garantie. Wetter, Lage und Sorte entscheiden mit.