Blattgemüse & Salate
Rucola
Eruca vesicaria subsp. sativa
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Direktsaat1. Satz: Mitte März – Ende Mai · 2. Satz: Anfang August – Anfang September
Ernte1. Satz: Mitte April – Anfang Juli · 2. Satz: Anfang September – Mitte November
Praxistipp
Schießt im Hochsommer sofort und wird dann bitter-scharf. Frühjahr und Spätsommer sind die guten Fenster.
Herkunft & Geschichte
Die Salatrauke stammt aus dem Mittelmeerraum und Vorderasien und war schon den Römern als eruca ein gewöhnliches Küchenkraut. In deutschen Gärten war sie danach fast vergessen und kam erst mit der italienischen Küche in den 1980er Jahren zurück. Botanisch ist Rucola kein Salat, sondern ein Kreuzblütler und damit mit Senf, Kresse und Kohl verwandt — die Schärfe stammt von denselben Senfölglykosiden.
Sorten
Unter demselben Namen stehen zwei verschiedene Pflanzen im Regal: Die einjährige Salatrauke (Eruca sativa) mit breiten, gebuchteten Blättern ist in vier bis sechs Wochen erntereif, schießt aber schnell. Die Wilde Rauke (Diplotaxis tenuifolia) hat feine, schmal geschlitzte Blätter, schmeckt deutlich schärfer, ist ausdauernd und treibt im Beet mehrere Jahre nach. Für schnellen Nachschub zwischen anderen Kulturen nimmt man die Salatrauke, für einen dauerhaften Schnittbestand die Wilde Rauke. Beide sind samenfest und säen sich, einmal zur Blüte gekommen, bereitwillig selbst aus.
Pflege
Auf etwa 5 cm vereinzeln und dann als Schnittbestand führen: die ganze Reihe drei bis vier Zentimeter über dem Boden abschneiden, sie treibt zwei- bis dreimal wieder durch. Gleichmäßig feucht halten — Trockenstress macht die Blätter zäh und beißend scharf und treibt die Pflanze in die Blüte. Gedüngt wird nicht; auf frisch gedüngtem Beet wird Rucola nur groß und fade. Bei der Wilden Rauke nach der Blüte handbreit zurückschneiden, dann kommt ein frischer Satz Blätter.
Was schiefgehen kann
Erdflöhe sind das Hauptproblem: winzige schwarze Käfer, die die Blätter bei warmem, trockenem Wetter in Siebe verwandeln. Ein feinmaschiges Kulturschutznetz ab dem Tag der Aussaat hält sie zuverlässig draußen, dazu hilft feucht gehaltener, regelmäßig gehackter Boden — Spätsommersaaten bleiben fast immer sauberer als Frühjahrssaaten. Als Kreuzblütler gehört Rucola außerdem in die Kohl-Fruchtfolge: mindestens drei Jahre Abstand zu Kohl, Radieschen und Senf, sonst fördert er die Kohlhernie mit.
Ernte, Lagerung & Küche
Jung ernten, wenn die Blätter etwa handlang sind — ältere und blühende Pflanzen werden faserig und sehr scharf. Rucola hält sich kaum: locker in eine Tüte, ab in den Kühlschrank und innerhalb von zwei Tagen aufbrauchen. In warme Gerichte erst nach dem Herd geben, sonst fällt er zusammen; die weißgelben Blüten sind essbar und machen sich gut im Salat.
Häufige Fragen
- Sind die Blüten von Rucola essbar?
- Ja, Blüten und Knospen kannst du mitessen. Sie schmecken milder als die Blätter einer blühenden Pflanze — die Salatrauke blüht weißlich, die Wilde Rauke gelb. Die Blüten auszubrechen hält die Pflanze allerdings nicht auf: Wer wieder zarte Blätter will, sät besser eine neue Reihe.
- Wann kann ich Rucola säen?
- In zwei Fenstern: von Mitte März bis Ende Mai und noch einmal von Anfang August bis Anfang September. Geerntet wird von Ende April bis Mitte Juli und im Herbst von Anfang September bis Mitte November. Die Saat kommt rund 1 cm tief in die Rille.
- Welchen Standort mag Rucola?
- Halbschattig ist ideal, vor allem im Sommer: Dort bleiben die Blätter zart und die Pflanze schießt später. Im Frühjahr und Herbst darf der Platz ruhig sonniger sein — wichtig ist dann ein Boden, der nicht ständig austrocknet.
- Ist Rucola winterhart?
- Nein, nicht wirklich. Leichte Fröste steckt er weg und steht damit bis Mitte November im Beet, ein harter Winter im Freien beendet ihn aber. Die ausdauernde Wilde Rauke treibt in milden Lagen im Frühjahr oft noch einmal durch.
Alle Zeiten sind Richtwerte für das jeweilige Klima, keine Garantie. Wetter, Lage und Sorte entscheiden mit.