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Schnittlauch

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Praxistipp

Mehrjährig und pflegeleicht. Nach der Blüte bodennah zurückschneiden, dann kommt frisches zartes Laub nach; alle paar Jahre den Horst teilen.

Und in der Küche?

Wochentopf — der Wochenplaner vom selben Betreiber — kennt Alltagsgerichte mit Schnittlauch, mit Rezept, Foto und Einkaufsliste. Kostenlos, ohne Konto.

Gerichte mit Schnittlauch bei Wochentopf(öffnet Wochentopf in einem neuen Tab)

Herkunft & Geschichte

Schnittlauch ist einer der wenigen Küchenlauche, die in Europa auch wild vorkommen — auf feuchten Bergwiesen und Flusskiesbänken, von den Alpen über Nordasien bis nach Nordamerika. Damit ist er die einzige Allium-Art, die auf beiden Seiten des Atlantiks heimisch ist. In den Gärten steht er seit dem Mittelalter, gezüchtet wurde an ihm im Vergleich zu Zwiebel und Knoblauch aber kaum.

Sorten

Im Handel wird zwischen fein- und grobröhrigen Sorten unterschieden: feinröhrige haben dünne, zarte Halme und mildes Aroma, grobröhrige wie „Staro“ oder „Polyvert“ liefern deutlich mehr Ertrag und lassen sich leichter schneiden. Der Topf aus dem Supermarkt ist kein Fehlkauf, aber er enthält hundert eng gesäte Sämlinge — auseinandergerissen und in zwei, drei Portionen ins Beet gesetzt, wird daraus eine dauerhafte Pflanze. Knoblauchschnittlauch (Allium tuberosum) ist eine andere Art mit flachen Blättern, weißen Blüten und knoblauchartigem Geschmack. Lauchsamen bleibt nur ein bis zwei Jahre gut keimfähig, Restsaatgut vom Vorjahr also großzügig aussäen.

Pflege

Anders als die mediterranen Kräuter will Schnittlauch es feucht und nährstoffreich — er stammt von Bergwiesen, nicht aus der Macchia, und im Topf trocknet er im Sommer binnen eines Tages aus. Geschnitten wird immer die ganze Röhre etwa zwei Zentimeter über dem Boden; wer nur die Spitzen kappt, bekommt vergilbte, hohle Stummel und einen zusehends unansehnlichen Horst. Im Frühjahr etwas Kompost, mehr Dünger braucht er nicht.

Was schiefgehen kann

Der häufigste Ärger ist Rost: orangebraune Pusteln auf den Halmen, meist in feuchtwarmen Sommern und in zu dicht stehenden, überdüngten Horsten. Alles befallene Laub bodennah abschneiden und wegwerfen statt kompostieren, luftiger stellen und den Nachtrieb abwarten — der kommt in der Regel sauber nach. Töpfe aus dem Supermarkt brechen nach zwei Wochen zusammen, weil viel zu viele Pflanzen im viel zu kleinen Ballen stecken; das ist kein Erreger, sondern Platzmangel.

Ernte, Lagerung & Küche

Schnittlauch wird nie mitgekocht — er kommt roh und klein geschnitten erst auf das fertige Gericht, Hitze nimmt ihm das Aroma sofort. Trocknen lohnt nicht, eingefroren in kleinen Portionen behält er dagegen viel; am bequemsten schneidet man ihn mit der Schere direkt über der Schüssel. Die violetten Blütenköpfe sind essbar und geben, in einzelne Blütchen zerzupft, ein hübsches Topping.

Häufige Fragen

Ist Schnittlauch winterhart?
Ja, vollständig. Das Laub stirbt im Herbst ab und der Horst zieht sich in die Zwiebeln zurück, im März treibt er von selbst wieder aus. Nur im Topf sollte er geschützt an der Hauswand stehen, weil der kleine Ballen dort durchfrieren kann.
Braucht Schnittlauch Sonne?
Halbschatten reicht ihm völlig und hält die Röhren länger zart, auch im Hochsommer. Volle Sonne verträgt er, solange der Boden feucht bleibt; im tiefen Schatten wird der Horst dünn und legt sich um.
Wie lange braucht Schnittlauch zum Keimen?
Zwei bis drei Wochen bei 15 bis 20 Grad. Als Dunkelkeimer wird das Saatgut rund einen Zentimeter mit Erde bedeckt, gesät wird von April bis Ende Juni. Die Rille bis zum Auflaufen gleichmäßig feucht halten, sonst läuft die Reihe lückig auf.
Kann ich Schnittlauch im Winter in der Küche ernten?
Dauerhaft nicht, denn er braucht eine Kälteruhe. Grab im November einen Horst aus, lass ihn im Topf draußen einige Wochen durchfrieren und hol ihn ab Januar hell und kühl herein: Dann treibt er noch einmal für ein bis zwei Schnitte.

Alle Zeiten sind Richtwerte für das jeweilige Klima, keine Garantie. Wetter, Lage und Sorte entscheiden mit.