Beerenobst
Schwarze Johannisbeere
Ribes nigrum
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Wird nicht gesät — wurzelnackte Gehölze kommen direkt ins Beet.
Die Erntezeiten gelten für eine eingewachsene Pflanze — die erste Ernte gibt es nach 2 Jahren.
PflanzenAnfang Oktober – Ende November
ErnteAnfang Juli – Ende Juli
Praxistipp
Trägt am einjährigen Holz, also genau umgekehrt zur roten: Jedes Jahr etwa ein Drittel der ältesten Triebe bodeneben herausnehmen, damit ständig junges Holz nachkommt. Ein Strauch, der nie geschnitten wird, verkahlt von innen und trägt nur noch außen.
Herkunft & Geschichte
Die Schwarze Johannisbeere ist die östliche Schwester der roten: Ribes nigrum wächst wild von Mitteleuropa bis Sibirien, am liebsten in feuchten Erlenbrüchen. In die Gärten kam sie erst im 17. Jahrhundert, deutlich später als die rote, weil der harzige Geruch der Blätter lange als unangenehm galt. Ihre Karriere machte sie über die Flasche: In Dijon wird seit den 1840er Jahren Crème de Cassis daraus angesetzt. In den USA war der Anbau von Ribes jahrzehntelang verboten, weil die Sträucher Zwischenwirt des Blasenrosts der Weymouthskiefer sind.
Sorten
‚Titania‘ ist die Sorte für den unaufwendigen Garten: eine schwedische Züchtung, sehr wüchsig, großbeerig und ausgesprochen widerstandsfähig gegen Mehltau und Säulenrost — sie reift allerdings ungleichmäßig ab, du pflückst also zweimal. ‚Ometa‘ ist eine deutsche Züchtung, trägt gleichmäßiger und schmeckt milder; ‚Ben Sarek‘ aus Schottland bleibt deutlich kompakter als beide und blüht spät genug, um Spätfröste zu umgehen. Achte auf zertifiziert gesunde Ware und sieh dir vor dem Kauf die Knospen an: Sind einzelne kugelig aufgetrieben statt spitz, lass den Strauch stehen.
Pflege
Pflanze sie etwa 8 cm tiefer, als sie in der Baumschule stand, und schneide beim Pflanzen alle Triebe auf 15 bis 20 cm zurück: Aus diesen Stummeln kommen im ersten Sommer die Ruten, die im zweiten Jahr tragen. Sie ist hungriger und durstiger als die rote — jedes Frühjahr eine dicke Lage Kompost, darüber Rasenschnitt als Mulch, und im Juni durchdringend wässern, während die Beeren dick werden; Trockenheit lässt sie Laub und Früchte fallen. Ein paar Stunden Schatten am Tag nimmt sie hin, Zucker und Aroma bekommst du aber nur an einem sonnigen Platz — anders als die rote, die auch halbschattig wirklich trägt.
Was schiefgehen kann
Das eine ernste Thema ist die Johannisbeergallmilbe: Im Winter fallen einzelne kugelig aufgetriebene Knospen auf, die im Frühjahr nicht austreiben. Solange es wenige sind, brichst du sie im Februar heraus und gibst sie in den Restmüll, nicht auf den Kompost. Die Milbe überträgt außerdem die Brennnesselblättrigkeit: Die Blätter werden schmal und grob gezackt, die Blüten rötlich, der Strauch trägt nicht mehr. Dagegen ist nichts auszurichten — roden, entsorgen und an anderer Stelle mit sauberer Ware neu anfangen. Säulenrost und Mehltau im Spätsommer bleiben dagegen erträglich, solange der Busch luftig steht.
Ernte, Lagerung & Küche
Anders als die rote reift sie innerhalb einer Traube ungleichmäßig ab: Warte nach dem Schwarzwerden noch etwa eine Woche und pflücke in zwei Durchgängen, sonst hast du harte grüne Beeren zwischen den reifen. Reif lassen sie sich leicht vom Stiel streifen. Roh schmecken sie vielen zu herb und harzig — mit Hitze und Zucker werden daraus Konfitüre, Sirup, Sorbet oder eine dunkle Sauce zu Wild. Einfrieren funktioniert hervorragend und kostet nichts an Geschmack. Ein paar Blätter kommen traditionell mit ins Glas, wenn Gurken eingelegt werden.
Alle Zeiten sind Richtwerte für das jeweilige Klima, keine Garantie. Wetter, Lage und Sorte entscheiden mit.