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Wurzelgemüse

Schwarzwurzel

Scorzonera hispanica

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Praxistipp

Tief und vorsichtig ausgraben, die Wurzeln brechen leicht. Beim Putzen Handschuhe tragen — der Milchsaft färbt hartnäckig.

Herkunft & Geschichte

Die Schwarzwurzel stammt aus Süd- und Südosteuropa und wurde erst im 17. Jahrhundert zum Gartengemüse — über Spanien und Italien kam sie nach Frankreich und von dort in deutsche Gärten. Der Name geht auf das italienische „scorza nera“ zurück, schwarze Rinde. Botanisch ist sie ein Korbblütler und damit mit Salat und Löwenzahn verwandt, daher der weiße Milchsaft; lässt man eine Pflanze stehen, blüht sie im zweiten Jahr gelb und duftet nach Vanille.

Sorten

Das Sortiment ist klein und durchweg samenfest; ‚Hoffmanns Schwarze Pfahl‘ ist der Klassiker mit langen, glatten Pfahlwurzeln, daneben stehen Typen wie ‚Duplex‘. Entscheidend ist aber nicht die Sorte, sondern die Frische des Saatguts: Schwarzwurzelsamen keimt nach einem Jahr kaum noch, Restpackungen vom Vorjahr sind Geldverschwendung. Wer gerade Wurzeln will, braucht außerdem tiefgründigen, steinfreien Boden.

Pflege

Nach dem Auflaufen auf etwa 8 cm vereinzeln — steht die Reihe zu dicht, bleiben die Wurzeln bleistiftdünn. Die Sämlinge sind schmal und grasartig und wachsen langsam, deshalb in den ersten Wochen konsequent hacken, sonst geht die Reihe im Unkraut unter. Gleichmäßig wässern: der Wechsel von Trockenheit und Nässe lässt die Wurzeln aufplatzen. Frischen Mist meiden, er treibt sie ins Gabeln — gut verrotteter Kompost aus dem Vorjahr reicht völlig.

Was schiefgehen kann

Zu früh in kalten Boden gesät, schosst die Schwarzwurzel schon im ersten Jahr und die Wurzel wird holzig; ab Mitte März ist früh genug. Gegabelte oder kurze Wurzeln kommen fast immer vom Untergrund: Steine, eine Verdichtung im Unterboden oder frischer Mist. Wühlmäuse arbeiten sich gezielt die Reihe entlang, weil sie den ganzen Winter im Beet steht — ein Drahtkorb oder ein kurz gehaltener Grasrand hilft mehr als alles andere. Mehltau auf dem Laub im Spätsommer stört die Wurzel dagegen kaum.

Ernte, Lagerung & Küche

Ab Oktober wird immer nur so viel geerntet, wie du in den nächsten Tagen brauchst — im Beet halten sich die Wurzeln besser als im Keller, und unter einer Laubschicht kommst du auch bei Frost an sie heran. Geschält wird entweder unter Wasser in eine Schüssel mit Essig- oder Zitronenwasser, damit sie nicht braun anlaufen, oder gar nicht: 20 Minuten in der Schale kochen, dann lässt sich die Haut abziehen. In der Küche gelten sie als „Winterspargel“ — kurz gedünstet mit heller Sauce, paniert gebraten oder in der Suppe.

Häufige Fragen

Wann erntet man Schwarzwurzeln?
Von Oktober bis Mitte März. Die Wurzel braucht die ganze Saison: Zwischen der Aussaat im Frühjahr und der ersten Ernte liegen rund sieben Monate, vorher bleibt sie bleistiftdünn. Danach kannst du den Winter über portionsweise ausgraben.
Sind Schwarzwurzeln winterhart?
Ja, sie bleiben den ganzen Winter im Beet stehen und vertragen auch strengen Frost. Räume die Reihe aber bis Mitte März: Danach treibt die Pflanze durch, und die Wurzel wird holzig und strohig. Bei durchgefrorenem Boden kommst du vorübergehend nicht an sie heran.
Kann man Schwarzwurzeln im Hochbeet anbauen?
Ja, das Hochbeet ist sogar ideal, weil die Erde locker und steinfrei ist. Rechne mit mindestens 40 cm nutzbarer Tiefe, sonst gabeln die Wurzeln. Vereinzele auf 8 cm und belege dieselbe Kiste im Folgejahr nicht wieder mit Wurzelgemüse.
Kann man Schwarzwurzeln einfrieren?
Ja: schälen, sofort in Zitronen- oder Essigwasser legen, zwei bis drei Minuten blanchieren und portionsweise einfrieren. So bleiben sie etwa acht Monate hell und fest. Frisch geerntet halten sie sich im Kühlschrank dagegen nur wenige Tage.

Alle Zeiten sind Richtwerte für das jeweilige Klima, keine Garantie. Wetter, Lage und Sorte entscheiden mit.