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Beerenobst

Sommerhimbeere

Rubus idaeus

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Wird nicht gesät — wurzelnackte Gehölze kommen direkt ins Beet.

Die Erntezeiten gelten für eine eingewachsene Pflanze — die erste Ernte gibt es nach 1–2 Jahren.

Praxistipp

Nie dorthin pflanzen, wo in den letzten fünf Jahren Himbeeren standen — Bodenmüdigkeit ist der häufigste Grund für eine Reihe, die nie in Gang kommt. Abgetragene Ruten direkt nach der Ernte bodeneben herausschneiden, die diesjährigen bleiben stehen.

Herkunft & Geschichte

Die Himbeere ist bei uns heimisch: Die Waldhimbeere besiedelt Kahlschläge und Windwurfflächen und verschwindet wieder, sobald der Wald sich schließt. In Kultur kam sie spät — mittelalterliche Klostergärten kannten sie, planmäßig gezüchtet wurde sie erst ab dem 19. Jahrhundert in England und Schottland. Von dort stammt bis heute ein großer Teil des Sortiments: Die Glen-Sorten kommen aus Dundee, ‚Meeker‘ und ‚Tulameen‘ dagegen aus dem pazifischen Nordwesten Nordamerikas. Der Bauplan ist überall derselbe geblieben — eine ausdauernde Wurzel, die jedes Jahr neue Ruten schiebt, während die zweijährigen absterben.

Sorten

Achte zuerst darauf, dass Sommerhimbeere oder einmaltragend auf dem Schild steht — beide Typen stehen im Verkauf nebeneinander und verlangen entgegengesetzten Schnitt. ‚Meeker‘ ist die robuste Standardsorte mit festen Früchten, die sich gut einfrieren lassen; ‚Tulameen‘ gilt als die beste im Geschmack und trägt über mehrere Wochen, will aber einen warmen, geschützten Platz; ‚Glen Ample‘ hat stachellose Ruten, was Ernten und Anbinden in einer langen Reihe spürbar erleichtert. Kauf virusgetestetes Pflanzgut aus der Baumschule statt Ausläufer aus dem Nachbargarten — Viren siehst du der Rute nicht an, und du holst sie dir für zehn Jahre ins Beet.

Pflege

Bau das Drahtgerüst vor dem Pflanzen: zwei Pfosten und drei Spanndrähte in 60, 100 und 160 cm Höhe. Die neuen Ruten werden den Sommer über laufend angebunden, sonst knicken sie im Gewitter. Über die Fruchtgröße entscheidet das Ausdünnen — lass nur acht bis zehn kräftige Ruten je laufendem Meter stehen und reiß alles heraus, was dünn bleibt oder außerhalb des schmalen Streifens hochkommt. Im März eine Schicht Kompost auf die Reihe, keinen frischen Mist. Die Wurzeln liegen in den obersten 30 cm: nicht hacken, sondern mulchen und in trockenen Juniwochen durchdringend wässern. Im Frühjahr die Spitzen eine Handbreit über dem obersten Draht kürzen.

Was schiefgehen kann

Bodenmüdigkeit ist kein Nährstoffmangel, sondern eine Mischung aus bodenbürtigen Pilzen und Nematoden, die sich unter einer alten Reihe anreichert; eine Neupflanzung auf derselben Fläche bleibt vom ersten Jahr an schwach; es hilft nur ein neuer Platz oder ausgetauschte Erde. Die Rutenkrankheit zeigt sich als violettbraune Flecken um die Knospen der diesjährigen Ruten, die dann über Winter absterben — dagegen wirkt nur Luft: konsequent ausdünnen, die Reihe schmal halten, wenig Stickstoff, geschnittenes Holz aus dem Garten schaffen. Der Himbeerkäfer trifft genau die Juniblüte; seine Puppen überwintern in den obersten Zentimetern Boden, ein flaches Lockern der Reihe im März legt sie frei.

Ernte, Lagerung & Küche

Reif ist eine Beere, wenn sie sich vom weißen Zapfen löst und in der Hand liegen bleibt — ein anderer Test funktioniert nicht. Geerntet wird alle zwei bis drei Tage, morgens und trocken, in flache Schalen und höchstens zwei Lagen hoch; gewaschen wird erst kurz vor dem Essen. Im Kühlschrank halten sie knapp zwei Tage, deshalb wandert alles, was nicht sofort auf den Tisch kommt, einzeln auf einem Blech in den Froster und danach in den Beutel. ‚Meeker‘ behält dabei die Form, ‚Tulameen‘ isst man besser frisch. Für Gelee streichst du die Kerne durch ein Sieb; mit Gelierzucker binden Himbeeren am zuverlässigsten.

Alle Zeiten sind Richtwerte für das jeweilige Klima, keine Garantie. Wetter, Lage und Sorte entscheiden mit.