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Spinat

Spinacia oleracea

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Praxistipp

Ein Langtagblüher: zwischen Mai und Juli gesät schießt er, bevor etwas zu ernten ist. Die Herbstsaat überwintert und liefert im März nochmal.

Und in der Küche?

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Gerichte mit Spinat bei Wochentopf(öffnet Wochentopf in einem neuen Tab)

Herkunft & Geschichte

Spinat stammt aus Persien und kam über die arabische Welt und das maurische Spanien nach Europa; der Name lässt sich vom persischen aspanāch über das arabische isfanāch bis zum spanischen espinaca zurückverfolgen. In deutschen Klostergärten ist er seit dem Mittelalter belegt. Botanisch gehört er zu den Fuchsschwanzgewächsen und ist damit näher mit Rote Bete und Mangold verwandt als mit Salat. Er ist außerdem zweihäusig — es gibt männliche und weibliche Pflanzen, und die männlichen schießen zuerst.

Sorten

Für Frühjahrs- und Herbstsaat eignen sich rundsamige Sorten wie der samenfeste Klassiker „Matador“; zum Überwintern nimmt man ausdrücklich winterharte Typen wie „Winterriesen“ oder „Verdil“. Wer auf schweren, feuchten Böden gärtnert, fährt mit F1-Sorten besser, die eine ausgewiesene Toleranz gegen Falschen Mehltau mitbringen — auf der Tüte steht dann ein „Pf“ mit einer Zahlenreihe. Baby-Leaf-Sorten haben kleine, glatte, zarte Blätter und werden absichtlich dicht gesät und früh geschnitten.

Pflege

Nach dem Auflaufen auf 5 cm vereinzeln — dicht stehender Spinat bleibt klein und fault von unten her. Gleichmäßig feucht halten, denn Trockenheit ist neben der Tageslänge der zweite Auslöser fürs Schossen. Frischen Mist oder eine Stickstoffgabe braucht er nicht; ein im Vorjahr kompostiertes Beet reicht völlig. Zwischen den Reihen ein paar Mal hacken, solange die Blätter den Boden noch nicht bedecken.

Was schiefgehen kann

Falscher Mehltau ist der Hauptärger: hellgelbe Flecken auf der Blattoberseite, grauvioletter Belag darunter, immer dort am schlimmsten, wo der Bestand dicht steht und die Luft feucht bleibt. Die Antwort ist kulturell — weiter säen, konsequent vereinzeln, morgens am Boden gießen, befallene Blätter herausnehmen und tolerante Sorten wählen. Außerdem gehört Spinat nicht ins selbe Beet wie Mangold oder Rote Bete: Alle drei sind nah verwandt, drei Jahre Abstand sind das Minimum.

Ernte, Lagerung & Küche

Entweder einzelne Blätter zupfen oder den ganzen Bestand etwa vier Zentimeter über dem Boden abschneiden — über dem Herz geschnitten treibt er noch ein- bis zweimal nach. In mehreren Wassern waschen, im Blattgrund sitzt fast immer Erde. Spinat hält sich nicht: am Erntetag verarbeiten oder kurz blanchieren, ausdrücken, portionieren und einfrieren. Junge Blätter roh im Salat, größere gekocht — beim Garen fällt das Volumen auf etwa ein Zehntel zusammen.

Häufige Fragen

Wann sät man Spinat?
In zwei Fenstern: von Anfang März bis etwa zum 20. April und von Anfang August bis zum 20. September. Geerntet wird von Ende April bis Anfang Juni und im Herbst von Ende September bis Ende November. Die Saat kommt rund 2 cm tief in die Rille, tiefer als bei den meisten Salaten.
Kann ich geschossenen Spinat noch essen?
Ja, aber sinnvoll sind nur die jungen Blätter unterhalb des Blütentriebs; die oberen werden schnell zäh und schmecken herb. Sobald sich der Trieb streckt, lohnt das Warten nicht mehr — abernten und für den Herbst neu säen.
Ist Spinat winterhart?
Ja. Die Herbstaussaat übersteht den Winter als kleine Rosette im Freien; eine Decke aus Reisig oder ein Vlies hält die Blätter dabei vor allem sauberer. Im zeitigen Frühjahr wächst sie weiter und liefert noch einen frühen Schnitt.
Wie oft muss ich Spinat gießen?
Bei trockenem Wetter alle zwei bis drei Tage durchdringend wässern — etwa 10 bis 15 Liter je Quadratmeter — statt täglich kurz anzufeuchten. Kurze Gaben halten die Wurzeln oben in der austrocknenden Krume. Eine dünne Mulchschicht zwischen den Reihen hält die Feuchte danach länger im Boden.

Alle Zeiten sind Richtwerte für das jeweilige Klima, keine Garantie. Wetter, Lage und Sorte entscheiden mit.