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Hülsenfrüchte

Stangenbohne

Phaseolus vulgaris var. vulgaris

Zeiten für deine Region

Vorschlag: Mittel · Im Lexikon erklärt

Praxistipp

Die Stangen stehen, bevor gesät wird — nachträglich gesteckte Stangen zerreißen die Wurzeln. Acht Bohnen im Kreis um jede Stange.

Herkunft & Geschichte

Stangenbohnen sind die ursprüngliche Wuchsform der amerikanischen Gartenbohne — die niedrigen Buschbohnen sind spätere Auslesen daraus. In Mesoamerika wuchsen sie im Milpa-Beet zusammen mit Mais und Kürbis, wobei der Mais die Stange stellte. Die rotblühende Feuerbohne kam im 17. Jahrhundert zunächst als Zierpflanze in europäische Gärten. Übrigens winden alle Bohnen immer in dieselbe Richtung; dreht man einen Trieb andersherum um die Stange, wickelt er sich wieder ab.

Sorten

Unter „Stangenbohne“ verkaufen sich zwei verschiedene Arten: die klassische Gartenbohne mit weißen oder violetten Blüten und die kräftigere Feuerbohne mit roten Blüten und dicken Kernen, die kühle, halbschattige Lagen deutlich besser verträgt. Achte auf die Angabe „fadenlos“, sonst musst du jede Hülse abziehen, und auf die Endhöhe — manche Sorten schaffen 2,50 m, andere bleiben unter zwei Metern. Wer Trockenbohnen für den Winter will, braucht ausdrücklich eine Kernbohnensorte.

Pflege

Die ersten Triebe legt man von Hand an die Stange, danach klettern sie allein; erreicht die Spitze das Stangenende, wird sie gekappt, damit die Pflanze unten weiter ansetzt. Ab der Blüte gleichmäßig wässern — Trockenheit oder Hitze über 30 °C lassen Blüten abfallen, ohne dass eine Hülse entsteht. Gedüngt wird nicht; eine Mulchschicht hält den Boden gleichmäßig feucht und die flachen Wurzeln kühl.

Was schiefgehen kann

Das größte Risiko ist mechanisch: Eine voll behangene Bohnenpyramide fängt im Sommergewitter wie ein Segel, deshalb die Stangen tief genug einschlagen und oben fest zusammenbinden. Bei der selbstbestäubenden Gartenbohne ist Blütenabwurf ohne Hülsenansatz fast immer eine Wasser- oder Hitzefrage, kein Bestäubungsproblem. An heißen, windgeschützten Hauswänden setzen sich Spinnmilben fest — ein luftigerer Standort und gleichmäßige Bodenfeuchte sind die einzige verlässliche Vorbeugung.

Ernte, Lagerung & Küche

Stangenbohnen tragen über Wochen weiter, solange nichts ausreift — also konsequent alle zwei bis drei Tage durchpflücken, auch wenn gerade niemand Bohnen essen mag. Die Hülse ist richtig, wenn sie glatt bricht und sich die Kerne noch nicht durchdrücken. Am Saisonende lässt man die letzten Hülsen pergamenttrocken werden: die Kerne sind dann Trockenbohnen fürs Lager und Saatgut fürs nächste Jahr — gegart werden Bohnen in jedem Fall.

Alle Zeiten sind Richtwerte für das jeweilige Klima, keine Garantie. Wetter, Lage und Sorte entscheiden mit.