Zum Inhalt springen
Alle Pflanzen

Wurzelgemüse

Steckrübe

Brassica napus subsp. rapifera

Zeiten für deine Region

Noch keine Region gewählt — die Zeiten gelten für die Klimazone Mittel · Region wählen

Praxistipp

Botanisch ein Kohlgewächs — nicht nach anderem Kohl ins selbe Beet, sonst sammelt sich die Kohlhernie an.

Herkunft & Geschichte

Die Steckrübe entstand als natürliche Kreuzung aus Rübsen und Kohl und ist damit dieselbe Art wie der Raps — nur eben die Form mit dicker Rübe statt ölhaltiger Saat. Beschrieben wurde sie zuerst im 17. Jahrhundert aus Skandinavien, daher heißt sie englisch „swede“. In Deutschland hängt ihr bis heute der Steckrübenwinter 1916/17 nach, als sie im Ersten Weltkrieg die ausgefallene Kartoffelernte ersetzen musste; erst seit wenigen Jahren steht sie wieder in Gemüsekisten.

Sorten

Gelbfleischige Sorten wie der Klassiker ‚Wilhelmsburger‘ schmecken kräftig und süß, weißfleischige bleiben milder und werden schneller weich. Achte darauf, eine Speise- und keine Futterrübe zu kaufen — Futtersorten werden riesig, aber grob und faserig. Das Sortiment ist fast durchweg samenfest; wer Kohlhernie im Beet hat, sucht gezielt nach Sorten, die als hernietolerant ausgewiesen sind.

Pflege

Direkt gesät und dann konsequent auf 25 cm vereinzelt — wer die Reihe stehen lässt, erntet lauter kleine Rüben. Gleichmäßig wässern: viel Wasser nach einer Trockenperiode lässt die Rüben aufplatzen und macht sie holzig. Gedüngt wird maßvoll, sonst wächst vor allem Laub. Dass die Rübe zur Hälfte aus dem Boden schaut, ist normal und kein Grund zum Anhäufeln.

Was schiefgehen kann

Die Kohlhernie ist das eine ernste Thema: mittags welkendes Laub und knotig verdickte Wurzeln, deren Dauersporen bis zu zwanzig Jahre im Boden bleiben. Sie mag saure, verdichtete Nässe — ein gut durchlässiges Beet und ein pH-Wert um 7 senken den Druck, entscheidend ist aber die Fruchtfolge: mindestens vier Jahre Abstand zu Kohl, Radieschen und Rettich. Erdflöhe schlagen bei trockener Wärme kleine Löcher in die Keimblätter; die Reihe feucht halten und mit einem engmaschigen Kulturschutznetz abdecken, das gleichzeitig die Kohlfliege aussperrt, deren Maden sonst Gänge in die Rübe fressen.

Ernte, Lagerung & Küche

Bei 10 bis 15 cm Durchmesser ernten — größere Rüben werden innen schwammig und faserig. Ein paar leichte Fröste machen sie süßer, vor strengem Frost holt man sie aber herein; Laub abdrehen und in feuchtem Sand im kühlen Keller einschlagen, dann halten sie bis ins Frühjahr. In der Küche kann sie mehr als Eintopf: gewürfelt und geröstet, als Püree zusammen mit Kartoffel oder roh fein geraspelt im Salat.

Häufige Fragen

Warum blüht meine Steckrübe statt eine Rübe zu bilden?
Sie ist geschossen, fast immer wegen zu früher Aussaat: Kühle Wochen nach dem Auflaufen bringen die zweijährige Pflanze schon im ersten Jahr zum Blühen. Deshalb erst ab dem 20. Mai säen. Eine blühende Pflanze bildet keine brauchbare Rübe mehr.
Sind Steckrüben winterhart?
Ja, die Pflanze verträgt Frost, und ein paar kalte Nächte machen die Rübe süßer. Zu Ende ist die Ernte trotzdem im November: Die Rübe sitzt halb über der Erde, und der Wechsel aus Frost und Tauwetter lässt die Schulter faulen. In milden Lagen schützt eine dicke Laubschicht ein paar Wochen länger.
Welche Nachbarn passen zu Steckrüben im Beet?
Gut daneben stehen Zwiebeln, Lauch, Salat, Spinat und Erbsen. Meide alles aus der Kohlfamilie — Kohl, Radieschen, Rettich und Senf als Gründüngung —, sowohl als Nachbar als auch als Vorfrucht, weil sich sonst die Kohlhernie im Boden anreichert.
Wie lange brauchen Steckrüben bis zur Ernte?
Etwa 16 bis 20 Wochen. Aus einer Aussaat Ende Mai wird die erste Ernte Mitte September; die Reihe kann danach bis in den November stehen bleiben und legt in dieser Zeit noch deutlich zu.

Alle Zeiten sind Richtwerte für das jeweilige Klima, keine Garantie. Wetter, Lage und Sorte entscheiden mit.