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Praxistipp

Nie über die Blätter gießen und wenn möglich überdachen — Kraut- und Braunfäule kommt fast immer mit dem Spritzwasser.

Und in der Küche?

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Gerichte mit Tomate bei Wochentopf(öffnet Wochentopf in einem neuen Tab)

Herkunft & Geschichte

Die Tomate stammt aus den Anden und kam im 16. Jahrhundert nach Europa, wo sie zunächst als Zierpflanze galt — als Nachtschattengewächs stand sie im Verdacht, giftig zu sein. Erst im 19. Jahrhundert wurde sie in Deutschland zum Gemüse. Das Kraut ist tatsächlich schwach giftig, die reife Frucht nicht.

Sorten

Stabtomaten wachsen an einem Trieb in die Höhe und brauchen einen Stab, Buschtomaten bleiben niedrig und kommen ohne aus. Für das Freiland ohne Dach lohnt sich der Blick auf ausdrücklich robuste Sorten; Cocktail- und Kirschtomaten reifen schneller und platzen seltener als große Fleischtomaten. Samenfeste Sorten kannst du selbst weitervermehren, F1-Hybriden nicht sortenecht.

Pflege

Stabtomaten werden ausgegeizt: die Seitentriebe in den Blattachseln bricht man wöchentlich aus, solange sie klein sind. Gleichmäßig und reichlich wässern, immer am Boden — Schwankungen zwischen trocken und nass lassen die Früchte aufplatzen. Ab Mitte August die Spitze kappen, damit die Pflanze die vorhandenen Früchte noch ausreift statt neue anzusetzen.

Was schiefgehen kann

Die Kraut- und Braunfäule ist das Hauptproblem: braune Blattflecken und faulende Früchte nach nassen Wochen. Sie kommt fast immer mit Spritzwasser vom Boden, deshalb hilft ein Dach mehr als alles andere, dazu weiter Stand, Wässern am Fuß und das Entfernen der untersten Blätter. Blütenendfäule — ein schwarzer, eingesunkener Fleck an der Fruchtunterseite — ist keine Infektion, sondern die Folge ungleichmäßiger Wasserversorgung.

Ernte, Lagerung & Küche

Am besten vollreif von der Pflanze und dann nicht in den Kühlschrank — unter etwa 12 °C verliert die Tomate ihr Aroma unwiderruflich. Grün gebliebene Früchte reifen bei Zimmertemperatur neben einem Apfel nach. Der Überschuss lässt sich am einfachsten als eingekochte Sauce haltbar machen.

Häufige Fragen

Wann sät man Tomaten aus und wann dürfen sie ins Freie?
Vorziehen von Anfang März bis etwa zum 10. April im Warmen, ins Beet ab dem 15. Mai bis Anfang Juni. Rund sieben Wochen Vorlauf genügen; wer schon im Januar anfängt, hat bis zum Auspflanzen nur lange, dünne Pflanzen.
Warum blüht meine Tomate, setzt aber keine Früchte an?
Meist ist die Temperatur schuld: unter etwa 12 °C in der Nacht oder dauerhaft über 30 °C am Tag fällt die Blüte ab, ohne zu befruchten. Im Gewächshaus fehlt zusätzlich der Wind — ein tägliches Antippen der Blütenrispe bringt den Pollen in Bewegung.
Sind Tomaten winterhart?
Nein. Tomaten sind frostempfindlich, schon der erste leichte Nachtfrost beendet die Pflanze. Sie werden bei uns einjährig kultiviert und im Oktober abgeräumt; ein Versuch, sie durch den Winter zu bringen, lohnt nicht.
Wie viel Platz braucht eine Tomatenpflanze?
Etwa 50 cm in der Reihe und 80 cm zwischen den Reihen; im Kübel rechnest du mit mindestens zehn Litern Erde je Pflanze. Enger gesetzt beschatten sich die Pflanzen gegenseitig, die unteren Rispen reifen langsamer, und zum Ausgeizen kommst du kaum noch zwischen die Stäbe.

Alle Zeiten sind Richtwerte für das jeweilige Klima, keine Garantie. Wetter, Lage und Sorte entscheiden mit.