Kräuter
Zitronenmelisse
Melissa officinalis
Zeiten für deine Region
Vorschlag: Mittel · Im Lexikon erklärt
VorziehenMitte März – Anfang Mai
PflanzenAnfang Mai – Mitte Juni
ErnteMitte Mai – Ende September
Praxistipp
Sät sich kräftig selbst aus — vor der Samenreife zurückschneiden, sonst steht sie nächstes Jahr überall im Garten.
Herkunft & Geschichte
Die Zitronenmelisse stammt aus dem östlichen Mittelmeerraum und Vorderasien, kam mit den Römern nach Norden und blieb über das Mittelalter fester Bestandteil der Klostergärten; in wärmeren Gegenden Deutschlands ist sie stellenweise verwildert. Ihr Gattungsname kommt vom griechischen mélissa, „Honigbiene“ — Imker rieben früher die Innenwände neuer Beuten mit dem Kraut aus, und die Blüten werden tatsächlich stark von Bienen beflogen. Botanisch ist sie ein Lippenblütler wie die Minze, breitet sich aber über Samen aus statt über Ausläufer.
Sorten
Die gewöhnliche grüne Melissa officinalis ist samenfest, billig und völlig ausreichend. Daneben gibt es aromastärkere Auslesen wie die „Quedlinburger Niederliegende“ sowie gelbbunte und goldlaubige Formen wie „Aurea“ und „Variegata“, die hübsch aussehen, aber schwächer duften und in der prallen Sonne an den Blatträndern verbrennen. Buntlaubige Formen fallen aus Samen nicht sortenecht — die kauft man als Pflanze oder teilt sie im Frühjahr.
Pflege
Ein halbschattiger, humoser Platz mit gleichmäßiger Feuchte hält die Blätter groß und weich; in trockener Hitze bleiben sie klein und werden ledrig. Im Frühjahr genügt eine Gabe Kompost — viel Stickstoff treibt üppiges, aber flaues Laub. Der Horst verkahlt nach einigen Jahren von innen: alle drei bis vier Jahre im Frühjahr ausgraben, teilen und die kräftigen Außenstücke wieder einsetzen. Im Winter zieht sie komplett ein und treibt im Frühjahr zuverlässig wieder aus.
Was schiefgehen kann
Melisse ist robust, aber in einem nassen Sommer bekommen die unteren Blätter braune Flecken und der Bestand fault von innen — dann tief zurückschneiden, das befallene Laub entfernen und weiter auseinanderpflanzen; der Neuaustrieb ist wieder sauber. Gegen Ende des Sommers zeigt sich in dichten Horsten Mehltau, ebenfalls ein Platz- und Luftproblem. Auf schwerem, staunassem Boden fault der Wurzelstock im Winter: winterhart ist sie völlig, dauerhaft nasse Erde verträgt sie nicht.
Ernte, Lagerung & Küche
Das Zitronenaroma sitzt fast ausschließlich im frischen Blatt und geht beim Trocknen weitgehend verloren — Melisse ist ein Kraut für den sofortigen Gebrauch. Am besten vor der Blüte und am Vormittag ernten, ganze Triebe schneiden und die jungen Blätter verwenden. Mitkochen darf sie nicht; frisch gehackt an Obstsalat, Quark und Desserts, ganze Zweige in Bowle, Limonade oder eine Karaffe kaltes Wasser, und was übrig bleibt, friert man in Eiswürfeln ein.
Alle Zeiten sind Richtwerte für das jeweilige Klima, keine Garantie. Wetter, Lage und Sorte entscheiden mit.