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Hülsenfrüchte

Zuckererbse

Pisum sativum var. saccharatum

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Praxistipp

Flach ernten, solange die Hülse noch platt ist — sobald man die Erbsen durchdrückt sieht, wird sie faserig.

Herkunft & Geschichte

Zuckererbsen unterscheiden sich von der Palerbse durch eine einzige Eigenschaft: Ihnen fehlt die harte Pergamentschicht in der Hülsenwand, weshalb die ganze Hülse zart bleibt. In europäischen Gärten sind sie seit dem 16. Jahrhundert beschrieben; das französische „mange-tout“ — „iss alles“ — sagt genau das. Die dickfleischigen Snap-Typen sind dagegen jung: Sie kamen 1979 mit der US-Züchtung „Sugar Snap“ auf den Markt.

Sorten

Es gibt zwei Typen: flachhülsige Kaiserschoten, die man erntet, solange die Hülse platt ist, und rundhülsige Snap- oder Zuckerschoten, die auch mit voll ausgebildeten Kernen knackig und süß bleiben. Für Balkon und kleines Beet gibt es Sorten um 70 cm; die klassischen hohen Sorten tragen an zwei Meter hohen Gerüsten am meisten. Alle gängigen Sorten sind samenfest, eigenes Saatgut lässt sich also problemlos gewinnen.

Pflege

Zuckererbsen werden meist höher als Palerbsen, deshalb steht das Gerüst schon zur Aussaat; die ersten Ranken legt man einmal von Hand an, danach halten sie sich selbst. Bis zur Blüte reicht mäßiges Gießen, ab dem Blühbeginn braucht der Bestand gleichmäßige Feuchtigkeit — Trockenstress in dieser Phase gibt kurze, zähe Hülsen. Gedüngt wird nicht, und eine Mulchschicht hält den Wurzelbereich kühl, was die Ernte um Wochen verlängert.

Was schiefgehen kann

Zähe, fasrige Hülsen sind fast nie ein Sortenfehler, sondern die Folge von Hitze, Trockenheit oder zu spätem Pflücken. Echter Mehltau überzieht ab Juli das Laub; früh säen, weit setzen und immer an den Fuß gießen schiebt ihn nach hinten. Vögel picken die frisch gesäte Reihe und die Keimlinge ab — Reisig oder ein Netz bis zu einer Wuchshöhe von etwa 10 cm löst das. Wie bei allen Erbsen gilt eine Anbaupause von fünf bis sechs Jahren auf demselben Beet.

Ernte, Lagerung & Küche

Beim Pflücken die Ranke mit der zweiten Hand festhalten, sonst reißt der ganze Trieb ab; alle zwei Tage durchgehen, denn eine Pflanze, an der Hülsen ausreifen, stellt die Blüte ein. Zuckererbsen halten sich nur wenige Tage frisch; zum Einfrieren blanchiert man sie ein bis zwei Minuten und schreckt sie kalt ab. Überständige, schon gefüllte Hülsen sind nicht verloren — man schotet sie aus und verwendet die Kerne wie Erbsen.

Häufige Fragen

Wann sät man Zuckererbsen ins Freiland?
Von Mitte März bis Mitte Mai direkt ins Beet: Saattiefe 4 cm, etwa 5 cm Abstand in der Reihe und 40 cm zwischen den Reihen. Der Boden sollte abgetrocknet und frostfrei sein — in kalter, nasser Erde faulen die Körner eher, als dass sie keimen.
Wie hoch werden Zuckererbsen?
Je nach Sorte zwischen 70 cm und gut zwei Metern; für Topf und Balkon nimmst du die niedrigen. Plane das Gerüst rund 20 cm höher als die Sortenangabe, denn die Ranken wachsen über die Spitze hinaus, hängen sonst zurück ins Laub und die obersten Hülsen findest du kaum noch.
Wann und wie lange kann man Zuckererbsen ernten?
Von Mitte Juni bis Mitte August, also rund zwölf Wochen nach der Aussaat. Ein Satz trägt bei laufender Ernte drei bis vier Wochen; zwei Aussaaten im Abstand von drei Wochen verlängern die Saison spürbar.
Sind Zuckererbsen winterhart?
Nein, sie sind nur bedingt frosthart: Junge Pflanzen vertragen leichten Frost, einen Winter im Freien überstehen sie nicht. Zuckererbsen werden jedes Frühjahr ab Mitte März neu gesät, und mit der letzten Ernte im August ist die Kultur beendet.

Alle Zeiten sind Richtwerte für das jeweilige Klima, keine Garantie. Wetter, Lage und Sorte entscheiden mit.