Fruchtgemüse
Zuckermelone
Cucumis melo
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VorziehenAnfang April – Ende April
PflanzenMitte Mai – Anfang Juni
ErnteAnfang August – Mitte September
Praxistipp
Reif ist sie am Duft und am Stielansatz, der einen Riss bekommt und sich fast von selbst löst — nicht an der Farbe. Im Freiland lohnt sie nur in wirklich warmen Lagen; sonst gehört sie ins Gewächshaus oder an eine Südwand.
Herkunft & Geschichte
Cucumis melo wurde nicht in Afrika domestiziert, wie lange angenommen, sondern nach heutigen Erbgutanalysen in Asien; Ägypter und Römer bauten sie bereits an, süß und aromatisch wurde sie aber erst spät. Der Typ Cantaloupe trägt den Namen des päpstlichen Landguts Cantalupo bei Rom, auf dem ab dem 15. Jahrhundert Saatgut aus Armenien angebaut wurde. In Deutschland blieb die Melone jahrhundertelang eine Sache der Herrschaftsgärten mit Mistbeeten und eigenen Melonenhäusern — ein normales Gartengemüse ist sie hier nie geworden. Die Wassermelone gehört übrigens zu einer anderen Gattung.
Sorten
Im Freiland kommen nur die frühen Cantaloupe- und Charentais-Typen infrage. ‚Petit Gris de Rennes‘ ist der zuverlässige Klassiker für kühle Sommer, ‚Sweetheart‘ und ‚Emir‘ sind frühe F1-Hybriden, ‚Ogen‘ ein etwas späterer Galia-Typ. Honig- und Wintermelonen der Gruppe inodorus brauchen einen langen, heißen Herbst und werden hier nicht fertig, egal wie gut der Platz ist. Kleinfrüchtige Sorten mit 500 g bis 1,5 kg reifen deutlich sicherer aus als solche mit drei Kilo. Veredelte Jungpflanzen kommen mit kühlem Boden besser zurecht als wurzelechte.
Pflege
Melonen vertragen keine Wurzelstörung: in einzelne Töpfe säen, nicht in die Schale, nicht pikieren und mit unversehrtem Ballen pflanzen. Deshalb auch nicht früher säen als in der zweiten Aprilwoche — eine sieben Wochen alte Pflanze ist im Topf durchwurzelt, bleibt nach dem Setzen stehen und wird von einer drei Wochen jüngeren überholt. Schwarze Mulchfolie oder ein Vlies über die ersten Wochen bringen dem Boden mehrere Grad. Die Spitze des Haupttriebs nach dem fünften bis sechsten Blatt kneifen, denn die weiblichen Blüten sitzen an den Seitentrieben. Pro Pflanze drei bis vier Früchte stehen lassen, mehr werden nicht fertig.
Was schiefgehen kann
Das Hauptproblem ist keine Pilz-, sondern eine Wärmefrage: In einem kühlen Sommer setzt die Pflanze Früchte an, die nie süß werden — ein Folientunnel oder ein Platz im Gewächshaus entscheidet die Sache. Bleiben die Früchtchen walnussgroß und fallen ab, fehlte die Bestäubung; morgens mit einer männlichen Blüte von Hand nachhelfen. Unter jede Frucht gehört ein Brett, eine Fliese oder eine Handvoll Stroh, sonst fault sie auf der feuchten Erde an. Aufplatzen kommt von viel Regen nach einer Trockenphase. Gegen Mehltau ab August helfen weiter Stand, Gießen am Boden und tolerante Sorten; nach Gurke, Zucchini oder Kürbis vier Jahre Pause.
Ernte, Lagerung & Küche
Nach dem Pflücken wird eine Melone nicht mehr süßer, nur weicher — zu früh geerntet bleibt sie fad, und das lässt sich in der Küche nicht reparieren. Ganze Früchte liegen drei bis fünf Tage bei Zimmertemperatur; angeschnitten gehören sie abgedeckt in den Kühlschrank, sonst schmeckt die Butter danach. Serviert wird bei etwa 12 Grad, eiskalt schmeckst du nichts davon. Sie passt zu luftgetrocknetem Schinken, in einen Salat mit Feta und Minze oder ins Sorbet. Was am Ende der Saison noch grün ist, behandelst du wie eine Gurke und legst es süßsauer mit Ingwer ein.
Alle Zeiten sind Richtwerte für das jeweilige Klima, keine Garantie. Wetter, Lage und Sorte entscheiden mit.