Baumobst
Zwetschge
Prunus domestica subsp. domestica
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Wird nicht gesät — wurzelnackte Gehölze kommen direkt ins Beet.
Die Erntezeiten gelten für eine eingewachsene Pflanze — die erste Ernte gibt es nach 3–4 Jahren.
PflanzenMitte Oktober – Ende November
ErnteMitte August – Ende September
Praxistipp
‚Jojo‘ ist die erste vollständig scharkaresistente Sorte — bei einem Baum, der dreißig Jahre stehen soll, ist das das wichtigste Argument überhaupt. Zwetschgen blühen später als Aprikose und Pfirsich, deshalb nimmt ihnen der Spätfrost die Ernte viel seltener.
Herkunft & Geschichte
Die Zwetschge ist eine alte Kulturform der Pflaume, hervorgegangen aus einer Kreuzung von Schlehe und Kirschpflaume irgendwo zwischen Kaukasus und Kleinasien. Der Name führt über das lateinische prunum damascenum auf Damaskus zurück; die Römer brachten sie über die Alpen. Die Hauszwetschge ist keine Züchtung im heutigen Sinn, sondern eine seit Jahrhunderten über Wurzelbrut weitergegebene Landsorte — deshalb stehen an alten Höfen ganze Reihen genetisch identischer Bäume. Von der Pflaume unterscheidet sie sich durch die längliche Form, das festere Fleisch und den Stein, der sich sauber löst.
Sorten
Der Reifeverlauf ist das eigentliche Auswahlkriterium. ‚Cacaks Schöne‘ beginnt in der zweiten Augusthälfte mit großen, weichen Früchten; die Hauszwetschge folgt im September mit kleineren, festeren und deutlich würzigeren — sie ist die Sorte für den Zwetschgenkuchen und zum Dörren. Von ihr gibt es virusgetestete Klone wie ‚Wolff‘ oder ‚Schüfer‘, die gleichmäßiger tragen als ein beliebiger Wurzelausläufer vom Nachbargrundstück. Frag außerdem nach der Unterlage: St. Julien A wächst mittelstark und kommt auch mit schwerem Boden zurecht, VVA-1 bleibt kleiner und trägt früher, verlangt dafür Wasser und dauerhaft einen Pfahl.
Pflege
Gepflanzt wird wurzelnackt im Herbst, die Veredelungsstelle über der Erde, dazu ein Pfahl für die ersten Jahre. Zwetschgen treiben Wurzelbrut: Diese Ausläufer stammen von der Unterlage, tragen nie und werden am Ansatz abgerissen statt abgemäht, sonst kommen sie doppelt wieder. Geschnitten wird im Sommer nach der Ernte — Steinobst verschließt Schnittstellen in der Vegetationszeit, nach einem Winterschnitt neigt es zu Gummifluss. Nimm dabei steile Wassertriebe heraus und halte die Krone licht. In einem starken Jahr auf etwa fünf Zentimeter Abstand ausdünnen: Das hält die Fruchtgröße und verhindert, dass ein voll behängter Ast unter der Last aufreißt.
Was schiefgehen kann
Scharka ist das eine Thema, das über die dreißig Jahre entscheidet, die so ein Baum stehen soll: ein Virus, das Blattläuse von Baum zu Baum tragen und dem am Baum selbst nicht beizukommen ist. Erkennbar an ringförmigen Aufhellungen im Laub und eingesunkenen Ringen auf der Schale; das Fleisch darunter wird gummig, die Frucht fällt vorzeitig. Die Antwort liegt allein in der Sortenwahl — die Hohenheimer Jo-Serie, virusgetestete Klone — und in sauberem Baumschulmaterial. Daneben steht die Pflaumensägewespe: Ihre Larve bohrt sich in die junge Frucht, die im Juni mit einem nassen Loch abfällt. Sammle das Fallobst wöchentlich ein, sonst verpuppt sich die Larve im Boden.
Ernte, Lagerung & Küche
Zwetschgen reifen nicht gleichmäßig; über zwei bis drei Wochen gehst du drei- bis viermal durch den Baum. Reif ist eine Frucht, wenn sie am Stiel nachgibt und der bläuliche Duftfilm geschlossen ist — reib ihn nicht ab, mit ihm halten sie ein bis zwei Wochen im Kühlschrank. Süßer werden sie am Baum, nicht in der Schale. Für Kuchen erntest du zwei Tage vor der Vollreife, dann bleiben die Hälften stehen statt zu zerfließen; für Mus und zum Dörren nimmst du die überreifen. Der Stein löst sich sauber, wenn du entlang der Naht schneidest und die Hälften gegeneinander drehst. Halbiert bei 60 bis 70 Grad getrocknet, halten sie ein Jahr.
Alle Zeiten sind Richtwerte für das jeweilige Klima, keine Garantie. Wetter, Lage und Sorte entscheiden mit.