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Praxistipp

Steckzwiebeln sind der einfache Weg, Saatzwiebeln lagern länger. Ab Juli nicht mehr gießen, damit die Schalen abtrocknen.

Und in der Küche?

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Gerichte mit Zwiebel bei Wochentopf(öffnet Wochentopf in einem neuen Tab)

Herkunft & Geschichte

Die Küchenzwiebel stammt aus Zentralasien, und ihre Wildform ist bis heute unbekannt — es gibt sie nur in Kultur. In Ägypten war sie Massennahrung, und Karl der Große ließ sie um 800 im Capitulare de villis ausdrücklich auf den Krongütern anbauen; seither ist sie in Mitteleuropa durchgehend Gartengemüse. Dass sie überhaupt eine Zwiebel bildet, hängt an der Tageslänge: Erst wenn die Tage lang genug sind, legt die Pflanze die Blattbasen als Speicher an.

Sorten

Gelbe Lagersorten wie „Stuttgarter Riesen“ halten am längsten, rote sind milder und weniger lagerfähig, weiße am kurzlebigsten. Beim Kauf von Steckzwiebeln auf die Größe achten: Zwiebeln von 1 bis 2 cm Durchmesser schossen deutlich seltener als dicke, denn große Steckzwiebeln haben oft schon eine Blütenanlage im Inneren. Als „schossfest“ angebotene, wärmebehandelte Ware ist den Aufpreis wert, wenn das Frühjahr bei dir oft lange kalt bleibt.

Pflege

Zwiebeln haben nur flache, sparrige Wurzeln und verlieren jeden Wettbewerb gegen Unkraut — regelmäßiges, flaches Hacken zwischen den Reihen ist die eigentliche Arbeit der Saison. Bis Ende Juni gleichmäßig wässern; gedüngt wird nur früh und nie mit frischem Mist, denn späte Stickstoffgaben geben dicke Hälse, die nicht abtrocknen. Schiebt eine Pflanze doch einen Blütenstiel, brich ihn sofort aus und verbrauche diese Zwiebel zuerst — lagerfähig wird sie nicht mehr. Das früher übliche Umknicken des Laubs bringt nichts; es legt sich von selbst, wenn die Zwiebel reif ist.

Was schiefgehen kann

Die Zwiebelfliege legt ihre Eier am Hals der jungen Pflanzen ab; die Larven fressen sich in die Zwiebel, das Laub vergilbt und die Pflanze lässt sich mühelos herausziehen. Ein Vlies oder engmaschiges Netz von der Steckzeit bis Anfang Juni verhindert das zuverlässig, ebenso hilft ein ordentlicher Abstand zum vorjährigen Zwiebelbeet. Falscher Mehltau zeigt sich nach nassen Wochen als graue bis violette Beläge auf den Röhren: weiter pflanzen, morgens und nur am Boden gießen, befallene Blätter entfernen und die Reihen in Hauptwindrichtung anlegen.

Ernte, Lagerung & Küche

Geerntet wird, wenn das Laub gelb umgefallen und der Hals weich geworden ist — an einem trockenen Tag herausziehen und zwei bis drei Wochen luftig nachtrocknen lassen, bis die Außenhaut raschelt. Erst dann das Laub auf ein paar Zentimeter kürzen oder zu Zöpfen flechten. Gelagert wird trocken, luftig, dunkel und kühl, aber frostfrei; Zwiebeln mit dickem grünem Hals oder Beschädigungen kommen nicht ins Lager, sondern zuerst in die Küche.

Häufige Fragen

Wann und wie tief steckt man Steckzwiebeln?
Von Mitte März bis Ende April, etwa 2 cm tief und so, dass die Spitze gerade noch herausschaut — 10 cm Abstand in der Reihe, 25 cm zwischen den Reihen. Zu tief gesteckte Zwiebeln reifen schlechter ab, zu flach gesteckte ziehen Vögel gern wieder heraus.
Warum schießt meine Zwiebel in die Blüte?
Durch einen Kältereiz: Steht die schon angewachsene Pflanze mehrere Wochen bei unter etwa 10 °C, legt sie eine Blüte an. Essbar bleibt so eine Zwiebel trotzdem — der harte Strunk in der Mitte lässt sich beim Schneiden heraustrennen, die Ringe ringsum sind einwandfrei.
Sind Zwiebeln winterhart?
Ja, die Pflanze verträgt Frost, und Spätfröste nach dem Stecken im März schaden ihr nicht. Warte trotzdem auf abgetrockneten, etwas angewärmten Boden: Eine lange Kältephase direkt nach dem Stecken treibt viele Zwiebeln später in die Blüte. Geerntete Zwiebeln dagegen vertragen keinen Frost.
Kann man Zwiebeln einfrieren?
Ja: geschält, gewürfelt und roh portionsweise eingefroren halten sie mehrere Monate und wandern gefroren direkt in die Pfanne. Beim Auftauen werden sie weich — für Salat, Zwiebelringe oder aufs Brot taugen sie dann nicht mehr.

Alle Zeiten sind Richtwerte für das jeweilige Klima, keine Garantie. Wetter, Lage und Sorte entscheiden mit.