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Kohlgewächse

Rosenkohl

Brassica oleracea var. gemmifera

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Praxistipp

Belegt das Beet fast das ganze Jahr. Von unten nach oben ernten und den Frost abwarten — davor schmecken die Röschen deutlich herber.

Herkunft & Geschichte

Rosenkohl ist der jüngste der Kohle: Er wurde in der Gegend um Brüssel ausgelesen und ist dort seit dem 18. Jahrhundert sicher belegt — daher englisch „Brussels sprouts“ und botanisch gemmifera, „knospentragend“. Nach Deutschland kam er im 19. Jahrhundert. Die Röschen sind Achselknospen: In jeder Blattachse des Stammes sitzt eine, weshalb eine lange, kräftig belaubte Pflanze automatisch mehr Ertrag bringt.

Sorten

Frühe Sorten sind ab Oktober erntereif, späte stehen bis in den Januar und sind deutlich frosthärter — für die klassische Ernte nach dem ersten Frost also unbedingt eine späte Sorte wählen. F1-Hybriden setzen sehr gleichmäßige, feste Röschen entlang des ganzen Stammes an; samenfeste Sorten wie „Groninger“ oder „Hilds Ideal“ reifen von unten nach oben durch und lassen sich über viele Wochen beernten. Rotlaubige Sorten sind hübsch, bleiben im Ertrag aber zurück.

Pflege

Rosenkohl will festen Boden — auf frisch tief gelockerter Erde kippen die hohen Pflanzen um und die Röschen bleiben lose. Beim Pflanzen tief setzen, später anhäufeln und in windigen Lagen einen Stab dazustellen. Ab August nicht mehr stickstoffbetont düngen, sonst werden die Röschen weich und überstehen den Frost schlecht; vergilbte untere Blätter laufend abbrechen. Wer alle Röschen auf einmal ernten will, kappt Ende September die Spitze — für die Ernte über den ganzen Winter lässt man sie besser stehen.

Was schiefgehen kann

Lose, offene Röschen statt fester Kugeln sind fast immer die Folge von zu lockerem Boden, zu viel Stickstoff oder einer zu früh gepflanzten frühen Sorte. Die Mehlige Kohlblattlaus sitzt als grauer Belag in den Triebspitzen und zwischen den Röschen — befallene Spitzen ausbrechen, den Rest mit hartem Wasserstrahl abspülen, und ein Netz ab dem Pflanztag hält sie ohnehin weitgehend fern. Wie bei allen Kohlarten gilt außerdem: mindestens vier Jahre Anbaupause auf demselben Beet, und im Frühjahr die alten Strünke roden statt stehen zu lassen.

Ernte, Lagerung & Küche

Die Röschen erst kurz vor dem Kochen vom Strunk drehen — am Stamm halten sie sich besser als im Kühlschrank; bei anhaltendem strengem Frost kann man die ganze Pflanze roden und kühl, aber frostfrei mit den Wurzeln einschlagen. Der Blattschopf an der Spitze ist essbar und wird wie Grünkohl zubereitet. In der Küche nicht zu lange kochen: halbiert und im Ofen geröstet schmecken sie deutlich milder als weichgekocht.

Häufige Fragen

Wann kann man Rosenkohl ernten?
Von Anfang Oktober bis Ende Januar, je nach Sorte. Erntereif sind fest geschlossene Röschen von etwa drei bis vier Zentimetern; die untersten am Stamm sind zuerst so weit, während weiter oben noch neue ansetzen.
Muss Rosenkohl wirklich Frost bekommen?
Nötig ist das nicht, geerntet werden kann ab Anfang Oktober. Rosenkohl ist winterhart, späte Sorten stecken auch zweistellige Minusgrade weg, und nach den ersten Frostnächten schmecken die Röschen milder — deshalb wartet man mit der Haupternte gern bis in den Dezember.
Bis wann muss Rosenkohl spätestens gepflanzt sein?
Bis zum 20. Juni. Er braucht die komplette Saison, um bis Oktober Röschen anzusetzen; später gesetzte Pflanzen bleiben im Herbst bei Blattmasse ohne Ertrag. Ausgesät wird ab Mitte März, gepflanzt ab Mitte Mai mit 50 cm Abstand in der Reihe.
Kann man Rosenkohl einfrieren?
Ja. Putzen, zwei bis drei Minuten blanchieren, in Eiswasser abschrecken, abtropfen lassen und portionsweise einfrieren; so halten sie rund acht Monate. Gefroren kommen sie direkt in den Topf oder aufs Blech — aufgetaut werden sie matschig.
Muss Rosenkohl wirklich Frost bekommen, damit er schmeckt?
Nein. Geerntet werden kann ab Anfang Oktober; Frost ist keine Bedingung, macht die Röschen aber milder. Rosenkohl ist winterhart, späte Sorten stehen bis Ende Januar im Beet — deshalb verschieben viele die Haupternte auf Dezember und Januar.

Alle Zeiten sind Richtwerte für das jeweilige Klima, keine Garantie. Wetter, Lage und Sorte entscheiden mit.